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Demokratie, Desinformation, Doppelmoral, Israel, Staatsmedien, Verschweigen
Der Mann lag bereits wehrlos am Boden, die Polizei hatte die Situation unter Kontrolle und dennoch wurde der 22-jährige Palästinenser in aller Öffentlichkeit kaltblütig mit einem Kopfschuss hingerichtet.
Für die deutschen Lügen- und Propagandamedien ist der Fall kein Thema. Schließlich passierte es im israelischen Jaffa, wo das Leben eines Palästinensers in den Augen der transatlantischen Lohnschreiber nichts zählt. Ein vergleichbarer Vorfall in Moskau hätte die politische Journaille laut aufkreischen lassen: „Putin war’s!“, hätte der Chor der Kriegshetzer von ARD, SPIEGEL, SPRINGER bis ZEIT und ZDF krakeelt.
Das US-Portal INTERCEPT, das den Fall publik machte, berichtet nun, dass dem Todesschützen eine Anklage droht – das Mindeste, was man von einem Rechtsstaat erwarten kann, dessen Polizei nicht selbst als Terroristen angesehen werden möchte. Mittlerweile haben auch israelische Medien den Fall aufgegriffen und er ist somit spätestens jetzt auf dem Radar von Nachrichtenagenturen wie DPA oder deutschen Redaktionen. Ein Grund zu berichten ist das für die transatlantischen Propagandisten natürlich nicht.
According to Yaniv Kubovich of Haaretz, the Tel Aviv daily, one officer could be heard saying, “I neutralized him,” suggesting that the suspect was indeed no longer a threat. Moments later, however, a shot was fired, apparently by the second officer, an older police volunteer. The first officer can then be heard reproaching the volunteer, saying, “Yossi, enough — he is lying there neutralized, why are you shooting for no reason?” Masalha, who could be seen slightly turning his head at the start of the clip, stopped moving after the shot was fired. (Haaretz)
Laut Yaniv Kubovich von Haaretz, der Tageszeitung aus Tel Aviv, kann man einen Offizier sagen hören: „Ich habe ihn neutralisiert“, was darauf hindeutet, dass der Verdächtige in der Tat keine Bedrohung mehr war. Kurze Zeit später wurde dennoch ein Schuss abgefeuert, offenbar durch den zweiten Offizier, einem älteren Polizei-Volontär. Den ersten Offizier kann man dann hören, wie er dem Freiwilligen Vorwürfe macht: „Yossi, genug – er ist bereits außer Gefecht, warum schießen Sie ohne Grund?“ Masalha, der seinen Kopf am Anfang des Clips noch leicht drehte, hörte auf sich zu bewegen, nachdem der Schuss abgefeuert wurde.
Dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt, zeigt u.a. ein aktueller Vorfall aus Jerusalem, wo „Sicherheitskräfte“ ihre Magazine ebenfalls auf einen bereits am Boden liegenden Palästinenser leeren.
THE INTERCEPT verweist auf weitere Vorfälle, die teils so brutal sind, dass wir sie hier nicht verlinken. Sie belegen die totale Verrohung von Teilen einer Gesellschaft, für die Palästinenser bestenfalls Menschen zweiter Klasse sind.


Anmerkung zur Wortwahl: Lieber DOK, „Hinrichtung“ klingt wie ein immer noch halbwegs (nach den örtlichen Gesetzen, z.B. in den USA oder China) „legaler“ Vollzug der Todesstrafe. Darum handelt es sich hier aber definitiv nicht, sondern um einen Lynchmord an einem Wehrlosen – und zwar unabhängig davon, was der vorher getan hat oder haben soll. Dies zu klären, ist in einem „Rechtsstaat“ immer noch Aufgabe der Gerichte. Und da von dem Mann offensichtlich keine Gefahr mehr ausging (was auch die hörbaren Kommentare zeigen), kann man sich auch nicht auf „Notwehr“ berufen. Also Lynchmord – und genau so sollte man das auch so benennen!
Nehmen wir mal die israelische Perspektive ein.
Israel sieht sich derzeit in einem Kriegszustand.
Man spricht von der Messerstecher-Inifada. Die Araber bringen damit den Terror, den Israel über den Gazastreifen brachte, zurück nach Israel.
Und da liegen die Nerven nun blank. Und einige Polizisten und Angehörige der IDF (Streitkräfte) sind wohl dazu übergangen keine Gefangenen mehr zu machen.
Auge um Auge, heißt es in der Torah.
Auf dass die Welt blind werde, so sie es noch nicht ist.
Und hier die Billanz der bisherigen Intifada:
Seit dem 13.9.2015 wurden 34 Menschen getötet und 394 verletzt.
Es gab 201 Messerstecherattacken bwz. versuchte Attacken,
81 Schießereien und 41 Angriffe mit Fahrzeugen.
sagt das israelische Außenministerium.
http://mfa.gov.il/MFA/ForeignPolicy/Terrorism/Palestinian/Pages/Wave-of-terror-October-2015.aspx
Nun, ein Okkupant hat nach dem Völkerrecht nur die Befugnis, das Recht des besetzten Landes mit polizeilichen Mitteln durchzusetzen. Außerdem ist er verpflichtet, schnellstmöglich durch Verhandlungen im guten Glauben einen Abzug einzuleiten.
Die Okkupierten hingegen haben ein volles Widerstandsrecht. Das des palästinensischen Volkes wurde durch die Resolution 2787ausdrücklich bestätigt.
FOXNEWS „berichtet“ auch über den Vorfall.
Man bedauert den Tod des Amerikaners, der als Westpoint-Absolvent im Irak und Afghanistan diente.
http://www.foxnews.com/us/2016/03/09/american-murdered-in-israel-was-west-point-grad-who-served-in-iraq-and-afghanistan.html
(Der Zugang über TOR hat Foxnews übrigens gesperrt. Ein Schelm, der …)
Auf das Schicksal des Attentäters wird natürlich nicht eingangen.
Und die Kommentare der Amis sind auch nicht ohne:
* Bombadiert Mekka
* tötet 5000 Palästinenser für einen Amerikaner
Das sind doch Hassposts – oder Herr Bundespräsident?
Da muss man doch was machen!
Foxnews sollte man in Deutschland sperren wegen der Kommentare.
Ach, geht nicht.
Dem Vasallen steht die Kritik des Imperiums nicht zu.
„Raub und Mord bilden Israels Weg durch Palästina“
http://antikrieg.com/aktuell/2014_07_30_raub.htm
Ist ja Israel, also die Guten. Außerdem gebietet es sich nicht Israel zu kritisieren, wegen 2. Weltkrieg. So denkt die Lückenpresse
ARD und ZDF wollen vielleicht noch weiter recherchieren, beispielsweise durch eine Befragung des Palästinensers. Jetzt lacht nicht! Genau so argumentieren die Maulhuren, wenn die Kritik zu laut wird.
Mit dem Argument wurde das tagelange Schweigen zur Kölner Grapschernacht begründet
Noch immer der Unsinn mit dem Amokläufer. Eigentlich unglaublich.
Die IDF hat eine brandneue Grafik. Es scheint, als haben sie eine entzündliche Propaganda-Kampagne in Angriff genommen, um sich und Israels Jahrzehnte lange Besatzung, Apartheid, Landraub, außergerichtliche Hinrichtungen, Verwaltungshaft, Hauszerstörungen und systematisch institutionalisierte Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung, einschließlich Inhaftierung und Folter von Kindern, für den heftigen palästinensischen Widerstand von der Verantwortung auszuschliessen.
In ihrer Märchenwelt, ist es die palästinensische Gesellschaft und nicht der Elefant im Raum – die israelische Besetzung Palästinas – der “ Hass, Gewalt und die Bereitschaft zu töten ausbildet.“