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Eine unpopuläre und korrupte Regierung ist in der Stadt –
Wo um alles in der Welt sind Nulands Demokratiekekse?

von                                                    Übersetzung FritztheCat

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Jeder, der glaubt, man könne eine korrupte Regierung mit Molotowcocktails, Scharfschützen und Keksen stürzen und man bekomme dann stattdessen eine bessere Regierung, der muss mehr an die frische Luft oder die richtigen Bücher lesen.

Jeder, der glaubt, die Vertreibung eines korrupten Präsidenten mittels maskierter Männer mit einer Rechtsaußen-Ideologie und der Verehrung für einen Stepan Bandera würde etwas Gutes bewirken, der macht sich Illusionen.

Nun, vor etwas mehr als zwei Jahren sollten die leichtgläubigen Menschen im Westen genau das glauben (obwohl die Medien natürlich den Teil mit den Masken und der Heldenverehrung zum größten Teil ignoriert haben). Wir sollten glauben, es ginge um „Frieden und Demokratie“; und die Kerle, die die Schufte ersetzten, hätten alle eine reine Weste. Sie würden mit ihren westlichen Werten schon das Land aufräumen und es hübsch und absolut sauber machen. Eine naive Geschichte von West gegen Ost: das Gute triumphiert über das Böse.

Aber irgendwie passte das Resultat nicht, und die Ukraine ist jetzt schlechter dran als unter den vorherigen Schuften. Wer hätte je daran gedacht, dass ein gewaltsamer Umsturz zu keinem Paradies führt?

Selbstverständlich hatten viele der Demonstranten ohne Zweifel die Schnauze voll vom Präsidenten und der Regierung, und ohne Zweifel hatten sie Anlass zur Klage. Aber hätten sie nur noch ein Jahr gewartet, dann hätten sie ihn los werden können, mit etwas, das sich Wahlen nennt. So läuft das doch in der Demokratie, oder?

Aber die Demokratie ist eine launische Herrin in diesen Tagen. Sie sagt, ihr gehe es nur um den Willen des Volkes, mit freien und fairen Wahlen. Aber wenn es nicht nach ihren Wünschen läuft – eine Regierung muss schon die Erlaubnis der Regierung der Vereinigten Staaten haben – dann trampelt sie oft mit den Füßchen und schreit nach einer Farbrevolution oder einem Umsturz, damit das richtige Ergebnis entsteht.

yatsUnd so wurde vor etwas über zwei Jahren, in Über­­ein­­stim­mung mit den demo­­kra­­ti­schen Grund­­sätzen (von einer Regierung festlegt, die von den Außer­­gewöhn­lichen in Washing­ton abgesegnet wird) ein sonder­lich aus­sehen­der Mann namens Arseniy Yatsenyuk von der Staats­sekretärin für Europa und eurasische Angelegen­heiten im US Außen­ministerium, Mrs. Victoria Nuland, als nächster Premier­minister der Ukraine auserwählt. Sie prophezeite den Willen des Volkes und äußerte: „Yats is the man“. Damit wurde er zum ersten „demokratisch nicht gewählten Führer“ der Geschichte.

Ich frage mich tatsächlich, was ist der Sinn dieses ganzen Tamtams über Wahlen? Es ist ein kostspieliges Geschäft, das wissen Sie; ganz zu Schweigen von der nervtötenden Zeitverschwendung. Die gegenwärtige Zirkusshow in den USA beweist es. Aber man könnte die Kosten erheblich reduzieren, eigentlich auf Null. Man müsste nur die Wahl beiseite schieben und Vicky den Glückskeks bitten, für uns zu wählen.

„Für wen bist Du, Vicky?“ hätten wir auch vor der letzten britischen Wahl fragen können. „Cam’s the man“, hätte ihre geheimnisvolle Antwort lauten können, während sie an einem ihrer köstlichen Krümelkekse knabberte. Und das wär’s gewesen. Wir könnten alle zu Hause bleiben (Das tu ich sowieso. Denn ich habe nicht vor, für Menschen zu stimmen die mich verachten) und wir könnten uns zurücklehnen und dabei zusehen, wie eine korrupte und machtgeile Regierung für einige Jahre regiert. (Das passiert heutzutage eigentlich auch mit einer Wahl. Aber wenn Vicky für uns entscheiden würde hätte das den Vorteil, dass sich kein Wähler Gewissensbisse machen müsste, dass er sie dorthin gewählt hat.)

Ich erwähne das, weil ich von der gegenwärtigen Abwesenheit eines „demokratischen“ Protests auf dem Majdan Nesaleschnosti in Kiew fasziniert bin (ab und zu lassen sich ein paar maskierte Jungs sehen). Wo doch die gegenwärtige Regierung die vorherige wie einen Ausbund an Glaubwürdigkeit aussehen lässt. Die hatte ihre Fehler, aber wenigstens hat die letzte Regierung nicht Millionen von Menschen ausgegrenzt und dann dämonisiert. Und ist gegen sie nicht in den Krieg gezogen. Jetzt tun sie so, als wären sie tatsächlich im Krieg gegen ein anderes Land. Die letzte Regierung hat es zumindest geschafft, dass die Wirtschaft nicht völlig abstürzt. Und die letzte Regierung hat ihre Beamten und Angestellten nicht dazu verdonnert, nichts Negatives über die Regierung zu sagen. Das nämlich hat das derzeitige totalitäre Regime angeordnet. Und noch immer keine Massenproteste. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, demokratische Massenproteste würden als Auslöser die finanzielle Unterstützung und die organisatorischen Fähigkeiten einer dritten Partei benötigen!

Die derzeitige Regierung hat das Unerreichbare erreicht: noch korrupter und noch unpopulärer zu sein als die Regierung, die am 22. Februar 2014 gestürzt wurde. Die Zustimmungsraten für Herrn Poroschenko schwanken um die 17%, was weniger ist als die Zustimmungsraten für Herrn Janukowitsch zum Zeitpunkt seines Sturzes. Und Herr Yatsenyuk? Seine Zustimmungsrate liegt nun nur ein bisschen höher als Ameisenkniehöhe. (Ich weiß nicht ob Ameisen Knie haben. Wenn ja, dann liegen sie etwa auf gleicher Höhe mit der Zustimmungsrate von Herrn Yatsenyuk.) Er ist auf der Welt zum Inbegriff des „Ein Prozenters“ geworden!

Im Westen jedoch gibt es keine Rufe nach einem Umsturz. Nicht ein einziger „Frieden und Demokratie“-Journalist, der nach der Absetzung des korrupten und unpopulären Janukowitsch gerufen hatte, kommt jetzt mit der selben Forderung für den monumental unpopulären Herrn Yatsenyuk. Man hat anscheinend vergessen, wo die Ukraine liegt. Kalter Kaffee, Nachrichten von Gestern. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Frau Nuland wieder mit ihren Freiheitskeksen auftauchen würde, die mitgeholfen haben, die korrupte Regierung wegzufegen und mit einer „Regierung die die Menschen verdient haben“ zu ersetzen.

Nuland_Cookies_Kiew525– Bild anklicken, YouTube! (11.12.2013)

Herr Yatsenyuk hat vor kurzem ein Misstrauensvotum überlebt. Obwohl der Präsident persönlich um seinen Rücktritt gebeten hat. Obwohl er ein glaubhafter Kandidat als unpopulärster Führer in der Weltgeschichte wäre. Wie hat er das hinbekommen? Nicht durch eine Unterstützung des Volkes. Wie ich’s verstanden habe, haben nur zwei Abgeordnete gegen den Antrag gestimmt. Sondern weil sich die meisten Abgeordneten enthalten haben (darunter 69 Mitglieder des Poroschenko-Blocks). Warum? Nun, wie es aussieht, hat sich die US Regierung – wen wundert’s – eingemischt und klar gemacht, dass „Yats immer noch unser Mann ist“. War Geld im Spiel? Möglicherweise! Druck und Überredungskunst? So machen sie es doch, oder? Das Versprechen auf ein paar hübsche Kekse? Man weiß nie!

Letztes Mal hat „Frieden und Demokratie“ noch mit den Füßchen getrampelt und verlangt, dass der „Unpopuläre“ zurücktritt. Aber dieses Mal trampeln sie mit ihren Füßchen und verlangen, dass der „Unpopuläre“ an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen wird. So ist das heutzutage. Ein launisches kleines Ding.

Wenn Sie also das nächste Mal im Fernsehen Massenproteste sehen und die gesamten Westmedien stellen es als ein Spiel „die Guten gegen die Bösen“ dar, bei dem wir einfach nur die guten Jungs zu unterstützen brauchen (auch wenn sie Skimasken aufhaben, Nazikollaborateure feiern und Molotows auf Polizisten werfen) – was werden Sie dann tun? Was werden Sie tun, wenn „Frieden und Demokratie“ plötzlich daherkommt und fordert, der Wille des Volkes müsse bewahrt werden und Wahlen seien zu verurteilen? Werden Sie wieder darauf hereinfallen? Mein Ratschlag: schmeißen Sie Ihr TV-Gerät weg, nehmen Sie es nicht für bare Münze. Nehmen Sie eigene Münzen und kaufen Sie sich damit ein paar nette kleine Kekse.