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Hätten Zweiter Weltkrieg und Holocaust verhindert werden können, wenn das Volk sich nicht hätte aufhetzen lassen, sondern rechtzeitig mit Mistgabeln und Schrotflinten in Redaktionen und Parteibüros gestürmt wäre, um jene zu stoppen, die jahrelang Hetze und Kriegspropaganda betrieben?

Eine Frage, die aus verständlichen Gründen nicht im „öffentlichen Raum“ diskutiert wird, denn dieser öffentliche Raum wird auch heute noch von politischen und wirtschaftlichen Eliten kontrolliert, die nicht die Interessen der Bürger vertreten, sondern ihre eigenen. Ein solcher Diskurs würde darüber hinaus automatisch den Blick auf die wahren Verantwortlichen für Krieg und Verheerung werfen und die heutigen Kriegshetzer zu einem Blick in den Spiegel (sic!) zwingen, der zumindest den Naiven und Mitläufern unter ihnen mehr als unangenehm wäre.

Kein Krieg ohne Lügen und Propaganda. Das ist eine essentielle Wahrheit, die sich bis in die jüngste Gegenwart bestätigt. Wer Krieg will, muss das Volk zuvor aufhetzen und ein Feindbild erschaffen, denn der Mensch kommt nicht mit Feindbildern und Gewehren auf die Welt, sondern mit dem Bedürfnis friedlich nach persönlichem Glück zu streben. Wer Krieg verhindern möchte muss also an dieser Wurzel ansetzen und nicht erst die Stimme erheben oder gar selbst zur Gewalt greifen, wenn die Eskalationsspirale eine Dynamik erhalten hat, die nicht mehr zu stoppen ist.

Georg Elser war ein großes Vorbild als Freigeist, aber nicht als Attentäter. Sein Mut, Klarsicht, Akribie und Freiheitsdrang beeindrucken bis heute und zeigen dabei auch schmerzlich, woran es in diesem Land noch immer mangelt. Elsers Fehler war, zu glauben, ein erfolgreiches Attentat auf die Führung der NSDAP hätte der Geschichte eine Wendung zum Guten geben können. Das war ein Trugschluss, der aus seiner ohnmächtigen Verzweiflung resultierte. Zum Zeitpunkt seines Attentats war aber der Krieg längst im Gange und welche Folgen ein erfolgreicher Anschlag auf Hitler und die engste Führungsriege gehabt hätte, war nicht abzusehen – den Krieg gestoppt hätte er ganz sicher nicht.

Was hätte Elser 10 Jahre früher ausrichten können? Hätte ein erfolgreiches Attentat auf Hitler vor der Machtergreifung der Geschichte Deutschlands und Europas eine Wendung zum Guten geben können? Möglicherweise, aber sicher ist auch das nicht, denn auch Hitler und sein Regime waren nur die Emanation eines Zeitgeistes, der von kriegerischer Geschichte, Despotie und autoritärem Denken geprägt war.

Zweiter Weltkrieg und Holocaust hätten nur durch groß angelegte Gegenaufklärung verhindert werden können. Es hätte dazu nicht nur eines Elsers bedurft, sondern einer Mehrheit, die wie Elser dachte und fühlte und die schon beim Ansatz von Hetze und Kriegspropaganda auf die Barrikaden gegangen wäre.

Fast 100 Jahre später erleben wir erneut Hetze und Propaganda aus gleichgeschalteten Medien, die Russland als Feindbild dämonisieren und Aufrüstung und Gewalt predigen. Wieder sind es Medien unter Kontrolle von Eliten und Herrschaft – angestachelt von einer Besatzungsmacht, die ihren Aufstieg zum wirtschaftlichen und militärischen Imperium dem letzten Weltkrieg zu verdanken hat und nun nach Wegen sucht, einen Dritten Weltkrieg zum eigenen Wohl durchführbar zu gestalten.

Die Kriegshetzer von heute sitzen in den Redaktionen von SPIEGEL, ZEIT, SZ, FAZ, BILD, WELT und anderen Konzernen. Sie hetzen subtil aber wirkungsvoll in ARD, DLF und ZDF. Sie verbreiten Lügen und Desinformation wie zu Goebbels Zeiten und haben damit Massenmord und Verheerungen im Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien, Jemen und der Ukraine den Boden bereitet. Tatjana Festerling mag viel überspitzten Unsinn und fremdenfeindliches Zeug reden, aber zumindest in einem Punkt hat sie vollkommen recht:

Wenn die Mehrheit der Bürger noch klar bei Verstand wäre, dann würden sie zu Mistgabeln greifen und diese volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln.

Nun ist die Mehrheit heute genauso wenig klar bei Verstand, wie sie es 1933 war, weil sie erneut von bezahlten Kriegstreibern und Propagandisten aufgehetzt, für dumm verkauft und manipuliert wird. Heute rollen wieder Panzer Richtung Osten und die Kriegstreiber verkaufen es als „Friedenssicherung“. Sie fördern Terrorismus und militanten Putsch gegen unbotmäßige Regierungen und nennen es „Demokratisierung“ oder „Regime-Change“. Sie rechtfertigen ihre Gewalttaten mit einer „Responsibility to Protect“, die – wenn man sie ernst nähme – rechtfertigen würde, eben jene Kriegshetzer totzuschlagen, bevor sie die Welt erneut in einen Abgrund stürzen, der der letzte sein könnte.

Der SPIEGEL ist eines dieser transatlantischen Kriegs- und Hetzblätter, das mit seiner Desinformation und Propaganda für massenhaften Mord und Verheerungen von der arabischen Welt bis in die Ukraine verantwortlich ist. Mit Agitation und Dämonisierung wurden Militanz, Terror und Krieg gegen Gaddafi, Assad und Janukowitsch der Boden bereitet. Man muss sich nur vorstellen, dass Geschichte auch anders hätte verlaufen können, wenn die systemrelevanten Mainstreammedien auf die Prinzipien der Gewaltlosigkeit und Demokratie gepocht und damit deutsche und europäische Politik unter Druck gesetzt hätten, eben nicht mit Faschisten und Terroristen in Kiew, Bengasi oder Aleppo zu fraternisieren. Hunderttausende könnten noch leben, Millionen wären nicht seelisch und körperlich verkrüppelt, nicht obdach- oder heimatlos und nicht auf der Flucht.

All diese Verbrechen waren nur mit Kriegshetze und Propaganda möglich und hätten im Falle seriöser und von wahrhaftigen Werten geprägter Berichterstattung durch unabhängige und unparteiliche Medien verhindert werden können.

Einer dieser Kriegshetzer des Hamburger Hetzblatts SPIEGEL ist Mathieu von Rohr. In einem aktuellen Leitartikel stellt der stellvertredende Ressortleiter die Welt einmal mehr komplett auf den Kopf, bedauert, dass syrische Terroristen nicht mit Waffen unterstützt wurden und fordert auch in der Ukraine – die in seiner Welt der Propaganda nicht vom westlichen Putsch und Krieg gegen dessen Gegner, sondern von Russlands Reaktion destabilisiert wurde – mehr militärische „Entschlossenheit“. Von Rohr ist ein Kriegshetzer wie er im Buche steht und man spürt die Verlockung – ganz nach seinen Maßstäben – nach der Bewaffnung von PEGIDA zu rufen, um Brandstifter wie ihn und sein Hetzblatt „zu stoppen“.

Ein lesenswerter Artikel der World Socialist Web Site hat von Rohrs Kriegshetze aufgegriffen.

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Der Spiegel trommelt für Krieg gegen Russland
Von Johannes Stern

Der Leitartikel in der aktuellen Ausgabe des Spiegel unter dem Titel „Putins Aggressionen“ ist ein kaum verhohlener Kriegsaufruf gegen Russland. Der Autor, ein gewisser Mathieu von Rohr, behauptet ein entschlossenes Vorgehen des Westens gegen Russland sei die Schlüsselfrage der Weltpolitik.

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