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BERLIN
(Eigener Bericht) – Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) intensiviert ihre Bemühungen um die weltpolitische Formierung der deutschen Eliten und bezieht dabei zunehmend Gewerkschafter und Journalisten ein.

Im Bestreben, in Deutschland eine „Strategic Community“ zu etablieren, differenziert die BAKS, die als außen- und militärpolitisches Strategiezentrum der Bundesregierung tätig ist, ihre Strategiefortbildung für sogenannte Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aus und fördert die weitere Stärkung „strategischen Denkens“ unter Führungsfunktionären aus Regierungsbehörden und Unternehmen. Zugleich fördert sie die Vernetzung von Militärs, Beamten des Entwicklungsministeriums und Diplomaten zur Stärkung etwa der deutschen Mittelostpolitik und vermeldet Erfolg: Auch auf den mittleren Rängen in Streitkräften und Ministerialbürokratie kenne man im Auslandseinsatz „keine Ressortgrenzen“ mehr, sondern kämpfe nur „für Deutschland“. Jüngst hat die BAKS zwei Dutzend Betriebsratsvorsitzenden der IG Metall die Anforderungen der deutschen „Sicherheitspolitik“ nahegebracht; für die Zukunft kündigt sie die Ausweitung ihrer Einflussarbeit unter Journalisten an.

Medientage
Eingebunden in die Bemühungen der BAKS sind seit je auch Journalisten. Immer wieder hat die Bundesakademie in der Vergangenheit Medienvertreter mit Einladungen zu hochrangig besetzten Tagungen und exklusiven Hintergrundgesprächen („Unter 3“ [8]) gelockt. An den „Seminaren für Sicherheitspolitik“ haben ebenfalls mehrfach Journalisten teilgenommen, darunter ein Redakteur aus dem ZDF-Hauptstadtstudio sowie ein Mitarbeiter des Hessischen Rundfunks. Journalisten waren Mitte Juni 2015 in eine dreitägige Krisensimulation eingebunden, die darauf abzielte, den Umgang mit weltpolitischen Konflikten entsprechend deutschen Interessen zu vermitteln. Speziell an Journalisten richten sich die BAKS-Medientage, die die Bundesakademie nun erstmals angekündigt hat. Auf den Veranstaltungen, zu denen jeweils 40 bis 50 Medienvertreter eingeladen werden sollen, wird es um ausgewählte Themenstellungen der aktuellen Weltpolitik gehen.

Embedded journalism
Mit dem Bemühen um die Einbindung von Journalisten setzt die BAKS Aktivitäten anderer Außenpolitik-Institutionen fort. Bekannt geworden ist zuletzt unter anderem, dass die vom Kanzleramt finanzierte Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) zwei Außenpolitik-Redakteure führender deutscher Zeitungen in die Arbeit an einem grundlegenden Außenpolitik-Strategiepapier eingebunden hat. An der Erstellung des Dokuments („Neue Macht – Neue Verantwortung“) unter leitender Mitwirkung des Planungschefs im Auswärtigen Amt sind ein Journalist der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und ein Journalist der Wochenzeitung „Die Zeit“ beteiligt gewesen. Im militärischen Bereich spricht man bei vergleichbarem Vorgehen von „embedded journalism“. Ob und inwieweit die Zeitungsbeiträge der an der Erstellung des Papiers beteiligten Journalisten inhaltliche Parallelen zu diesem aufweisen, das kann jeder Interessierte eigenständig im Internet überprüfen….

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