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zdf_80Nach 5 Jahren Krieg in Syrien – und der dazugehörigen Kriegshetze in den westlichen Medien – darf der erste Syrer in eine ZDF-Kamera sagen: „Wenn ich das nur früher geahnt hätte…“

Seit Beginn des militanten, islamistisch geprägten und von saudischen Regimen, der Türkei und westlichen Staaten betriebenen Krieges in Syrien wurden unzufriedene Syrer mit Geld und Propaganda in den Kampf gegen die eigene Regierung getrieben, die nicht nur von der Mehrheit der Bevölkerung getragen wurde, sondern sich auch auf eine der stärksten Armeen der Region stützen konnte. Während sunnitische Fanatiker zum Genozid an den Alawiten aufriefen, erzählten die medialen Helfershelfer bei diesem Verbrechen den Bürgern im Westen, es handele sich um einen legitimen Aufstand von Demokraten gegen einen Despoten.

Ende Oktober wurde erstmalig ein halbwegs neutraler Bericht im ZDF gesendet, der den Krieg aus Sicht der Regierungsanhänger zeigte, die Damaskus gegen Terrorhorden des IS und andere islamistischer Gruppen verteidigen. Nun war Uli Gack erneut in der Nähe von Damaskus und hat einen Syrer interviewt, der die Waffen aufgrund einer der vielen Amnestieangebote der Regierung niedergelegt hat, sich jetzt von den Islamisten missbraucht fühlt und angesichts der Verheerungen feststellt, dass es wohl keine so gute Idee war, den Staat mit Gewalt verändern zu wollen.

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Fayez: „Ich wollte Freiheit, hatte damals Ideale [welche das gewesen sein sollen, erzählt er leider nicht], deshalb habe ich gekämpft. Dann kamen die Islamisten und dieser Krieg war meine Sache nicht mehr. Nichts habe ich erreicht. Nur meine Stadt ist zerstört – wenn ich das nur früher geahnt hätte.“

Zumindest im Westen konnte es jeder ahnen, der nur halbwegs über das Land informiert war. Die Alawiten Syriens verteidigen sich gegen einen Genozid, der ihnen drohen würde, wenn sunnitische Fanatiker das Ruder im Land übernehmen würden (‘Christians to Beirut, Alawites to the coffin’). Auch wenn die Alawiten eine religiöse Minderheit stellen, ist es keinesfalls so, dass die Mehrheit der Sunniten geschlossen gegen die Herrschaft Assads gewesen wären. Eine breite Mittelschicht hat in Syrien bis zum Aufstand relativ gut gelebt und war bis in die Assad-Familie und auf höchsten Regierungsposten integriert.

All das sind Fakten, die Experten im Westen und jeder Syrer wissen konnte. Wer wider besseren Wissens den Krieg von Innen oder Außen angestachelt hat, wusste, dass dies nur zu Massenmord und Verheerung führen kann. Dieses Verbrechen am syrischen Volk war aber gerade das Ziel jener westlichen Strategen, die das Land als regionale Macht zerschlagen und den Präsidenten durch eine willige Marionette ersetzen wollten. Arme Teufel wie Fayez sind dabei nur Spielball und Opfer geopolitischer Kämpfe, die sie nicht ansatzweise verstehen – und Leute wie Gack müssen sich bis ans Lebensende fragen, welches ihre eigene Rolle bei diesem Verbrechen war.