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ard_logoDer Westen steht – wie schon zuvor in der Ukraine – in Syrien an der Seite von Terror und Gewalt, um einen „Regime-Change“ herbeizuführen. Eine Tatsache, die mit Propaganda vom „Diktator Assad“ verdeckt werden soll.

Während Russland und der Iran es dem syrischen Volk überlassen wollen, wen es zu seinem Staatspräsidenten wählt, arbeitet der Westen seit den ersten Tagen des von außen militarisierten Aufstands auf eine Beseitigung Assads hin, der von der Mehrheit des Volkes unterstützt wird.

Westliche Politiker und Medien, die diesen Konflikt aus geopolitischen Machtinteressen vorangetrieben haben, sind die Hauptverantwortlichen für Hundertausende Tote, Millionen Flüchtlinge und einen zerstörten Staat, in dem nun Gräuel und Terror in weiten Teilen des Landes an der Tagesordnung sind.

Der „Weltspiegel“ ist wie alle anderen Politformate der öffentlich-rechtlichen Sender immer dann eine knallharte Propagandaschleuder, wenn die westlichen Hegemonialinteressen – die Interessen des US-Imperiums – tangiert sind. Wenn mal für einen kurzen Moment Wahrheit durch den Schleier der Propaganda zu scheinen droht, wird Widerspruch umgehend gekontert oder abgewürgt. Letzteres war vermutlich gestern Abend der Fall, als Volker Schwenck auf die Frage der Moderatorin, wie die „westliche Gemeinschaft“ – gemeint sind die Vasallenstaaten der USA – mit Baschar al-Assad umgehen solle.

Volker Schwenck schickt vorsichtigerweise vorweg, dass es sich um seinen persönlichen Eindruck handele, dass sich die „internationale Gemeinschaft“ längst mit Baschar al-Assad abgefunden habe – zumindest für eine Übergangszeit. Den folgenden Gedanken darf er – anders als die durchaus ausführlichen Darstellungen zuvor – nicht zu Ende führen:

Weltspiegel_10012016_Schwenck

Bild anklicken, Interview beginnt bei Minute 6:05
Der Schnitt erfolgt in Minute 8:46

Schwenck: „… aber es ist ja auch interessant, dass wir zuerst die internationale Gemeinschaft fragen und nicht die Syrer selbst, um die es ja eigentlich geht. Da sagen uns wiederum viele, ob Assad jetzt bleibt oder nicht, das ist völlig egal, dieser Krieg hier wird weitergehen | SCHNITT“

Da war dann Schluss mit Pressefreiheit. Schon mit dem eigentlich selbstverständlichen Hinweis, dass es Sache der Syrer ist, über ihren Präsidenten zu entscheiden, hat Schwenck den Boden der westlichen Propaganda verlassen. Man kann mutmaßen, dass nach dem Schnitt eine Erklärung dazu erfolgte, warum die Syrer glauben, dass der Krieg auch ohne Assad weitergehen würde. Das passt aber nicht in die Strategie, Krieg und Terror allein dem syrischen Präsidenten in die Schuhe zu schieben, der von Beginn an dämonisiert und als Schuldiger an die Wand gemalt wurde, um vom Verbrechen des Westens abzulenken.