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zdf_80Über 3 Stunden hat sich der russische Präsident am 17. De­ze­mber Journalisten aus aller Welt in einer großen Presse­kon­ferenz gestellt und dabei ausführlich zu allen wichtigen Themen der Zeit Stellung bezogen. Für die deutschen Main­stream­medien ein problematischer Termin, ist es doch deren Aufgabe, Putin als Despoten und Russland als Diktatur zu denunzieren.

Schon in der 19.00 Uhr heute-Sendung wurde einmal mehr deutlich, mit welch billigen Tricks, abseits all dessen, was Journalismus ausmacht, die Redaktion versuchte, die Pressekonferenz in Moskau und den russischen Präsidenten zu diskreditieren. Petra Gerster, die ihren Kopf vorwiegend deshalb besitzt, um zum Friseur zu dackeln, fiel als erster und wichtigster Punkt auf, dass Vladimir Putin in einer Nebenbemerkung Fifa-Boss Sepp Blatter als nobelpreiswürdig angesehen hatte. Eine Ansicht, die Opfer deutscher Medien kaum teilen können, da auch Blatter in den vergangenen Monaten mit Diffamierungen und Propaganda überschüttet wurde. Tatsächlich aber hat er weit mehr zu Frieden, Völkerverständigung und Entwicklungshilfe beigetragen, als beispielsweise eine EU (2012) und ganz sicher als US-Präsident Obama (2009) – von anderen „ausgezeichneten“ Verbrechern in der Vergangenheit ganz zu schweigen.

Der propagandistische Trick, den sich die einfältige Gerster sicherlich nicht selbst ausgedacht hat, ist der, diese aus Sicht der deutschen Zuschauer „umstrittene“ These Putins herauszuheben, um die gesamte Pressekonferenz schon im ersten Satz zu brandmarken. Motto: Das ist so irre, das kann man ignorieren!

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Gerster: „Mit einem kuriosen Gedanken hat Russlands Präsident Putin heute bei seiner traditionellen Jahrespressekonferenz überrascht. Dem suspendierten FIFA-Chef Blatter solle man den Friedensnobelpreis verleihen. Das angespannte Verhältnis zum Westen wurde besonders beim Thema Syrien deutlich. Niemals werde er akzeptieren, dass eine ausländische Macht entscheide, wer in Syrien regiert, sagte Putin den rund 1400 Journalisten. Zur Krise in Russland gabs aufmunternde Worte. Die Wirtschaft stabilisiere sich derzeit.“

So also die Zusammenfassung der dreistündigen Pressekonferenz des wichtigsten Mannes der Welt in einer mit Zwangsgebühren finanzierten Propagandaanstalt, die per Staatsvertrag eigentlich der Objektivität, Ausgewogenheit und Unparteilichkeit verpflichtet ist. Man muss schon intellektuell ähnlich beschränkt wie Gerster sein, um das überhaupt als Journalismus zu bezeichnen. Der Trick, die Bemerkung bezüglich Blatter an den Beginn zu setzen, liegt darin, dass der durchschnittliche deutsche Zuschauer sich schon nach dieser vermeintlich „kuriosen“ Äußerung Putins innerlich abwendet, mit dem Kopf schüttelt und den Rest des Beitrags dann schon gar nicht mehr wahrnimmt.

Im späteren heute-journal gab es dann die volle Dröhnung Propaganda vom einschlägig bekannten Bernhard Lichte, dessen Machwerk mittlerweile eine lesenswerte Programmbeschwerde nach sich gezogen hat.

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Sehr geehrte Damen und Herren,

am 17.12.2015 wurde im heute journal des ZDF ein Beitrag des Korrespondenten im ZDF-Studio Moskau, Bernhard Lichte, zur Pressekonferenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin vom 17.12.2015 unter dem Titel „Show in Moskau: Putin und seine Presse-Inszenierung“ gesendet.

Diese Pressekonferenz mit ca. 1000 in- und ausländischen Journalisten, die über ca. drei Stunden lief, habe ich original im russischen Fernsehen verfolgt. Als politisch interessierter Bürger sehe ich mir regelmäßig die wichtigsten Nachrichtensendungen von ARD und ZDF in der Hoffnung an, dadurch objektiv über die wichtigsten Ereignisse in der Welt informiert zu werden. Mit „objektiv“ meine ich, dass wahrheitsgemäß berichtet wird. Der o. g. ZDF-Bericht zur Pressekonferenz wurde dieser Erwartung keineswegs gerecht; ich war über Inhalt und Stil dieses Berichts entsetzt…

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