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zdf_80Wenn man Propaganda und Desinformation nicht unbemerkt zum Opfer fallen und sich nicht zum Spielball fremder Interessen machen lassen will, dann muss man sich die Fakten, also das, was man mit ein wenig Aufwand wissen kann, immer wieder ins Gedächtnis rufen und mit dem abgleichen, was Politik und Medien als vermeintlich korrekte Weltanschauung in die Köpfe trichtern wollen.

Saudi-Arabien ist die reichste und von den Menschenrechten entfernteste Despotie dieses Planeten. Zugleich ist Saudi-Arabien – aufgrund seiner Ressourcen und willigen Kumpanei mit den wirtschaftlichen und politischen Eliten der USA – ein „Verbündeter“ des westlichen Imperiums, was eigentlich alles über „die Werte“ des Westens sagt, was man wissen muss.

Für deutsche Politiker und ihre ergebenen Diener in den Mainstreammedien ist Saudi-Arabien ein geschätzter Partner, mit dem man schwunghaften Handel aller Art betreiben kann, während man gleichzeitig eine groteske Hetzkampagne und Sanktionen gegen Russland auffährt. Allein diese FAKTEN entlarven die moralisch verwahrloste Politik am Rockzipfel der Besatzungsmacht USA und die gleichgeschaltete Lügenpresse der Staats- und Konzernmedien als das, was sie sind: erbärmliche, verlogene, heuchlerische Verbrecher.

Das vermeintlich schlechte „Image“ Saudi-Arabiens ist dabei gar kein „Image“, sondern grausige Realität aus Erbfolge- und Inzuchtsherrschaft, Frauenunterdrückung, Sklaverei und mittelalterlicher Henkerspraxis. Um diese Realität mit einem freundlicheren „Image“ zu übermalen, weil Saudi-Arabien als Partner bei der Vernichtung Syriens und den wirtschaftlichen Attacken (Überschwemmung des Marktes mit billigem Öl) gegen Russland und andere souveräne Ölförderländer wie Venezuela gebraucht wird, hat das Land eine Propagandaoffensive gestartet, die auch in den deutschen Lügenmedien zu beobachten ist.

Ein eher plumpes Beispiel dieser Kampagne erschien in der FAZ und stieß selbst bei den ideologischen Verbündeten des SPIEGEL auf Häme. Wohlgemerkt nicht wegen der offensichtlichen Verlogenheit der saudischen Terrorunterstützer, sondern in erster Linie weil man an der Übersetzung gespart hatte.

In der Anstalt hat man sich am 8. Dezember über die Art und Weise, wie eine PR-Agentur ausgerechnet für ein Land wie Saudi-Arabien Werbung machen könnte, noch lustig gemacht.

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Nur ein paar Tage später konnte man im selben Mainzer Hauptquartier für NATO-Propaganda bewundern, wie die Saudis ihre Werbung durchaus geschickt an prominenter Stelle platzieren können. Getarnt als Journalismus, wurde im Zwangsgebühren finanzierten ZDF eine ganze Serie von „Berichten“ über eine vollkommen belanglose Kommunalwahl im Land der Ölscheichs ausgestrahlt – zur besten Sendezeit in den Hauptnachrichtenformaten „heute“ und „heute-journal“.

Dass die Saudis jetzt überhaupt Frauen zu belanglosen Kommunalwahlen zulassen, ist Teil der Imagekampagne und dürfte nach „Beratung“ westlicher PR-Agenturen – wie sie in der „Anstalt“ karikiert wurden – und auf Druck westlicher Verbündeter beschlossen worden sein. Naturgemäß hilft es dieser und jeder anderen oberflächlichen Imagepolitur wenig, wenn niemand davon erfährt und da kommt die Redaktion der ZDF-„Nachrichten“ gerade recht. Diese Redaktion hat die Geschichte von den „saudischen Frauen, die jetzt wählen dürfen“ nicht nur einmal in die sogenannten „Nachrichten“-Sendungen gepackt, auch nicht zweimal oder dreimal oder viermal, sondern insgesamt mit sage und schreibe 5 als Journalismus getarnten „Berichten“.

Es begann am Samstag dem 12. Dezember in der 19 Uhr „heute“-Sendung, wo der Anscheinsjournalist Christian Sievers den deutschen Zuschauern die frohe Botschaft als erster verkünden durfte. Auf seine Ansage folgte ein längerer Beitrag mit der Botschaft: „Ich glaube, wir können eine echte Veränderung in Saudi-Arabien erreichen.“

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Es ging am selben Tag im „heute-journal“ weiter. Nach der Verkündigung der frohen Neuigkeit durch Marietta Slomka lautet die Botschaft von ZDF-Maulhure Phobe Gaa: „Der heutige Tag markiert nun einen kleinen Schritt in Richtung Menschenrechte.“

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Wer gedacht hatte, mit zwei durchaus ausführlichen Berichten wäre den NATO-Verpflichtungen genüge getan, der wurde am nächsten Tag erneut über diese revolutionäre Demokratisierung des Königreichs „informiert“.

Am Sonntag Abend gab es also in der „heute“-Sendung neues Futter für die Hirnwäsche. Christian Sievers darf den Werbetrailer für die saudische Despotie kommentieren. War der Aufhänger gestern noch die Ankündigung der Wahlen, so musste man nun verkünden, dass doch tatsächlich mindestens 5 Kandidatinnen gewählt wurden und jetzt in Gemeinderäten sitzen. Halleluja!

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Immer noch nicht genug? Wer die weihnachtliche Botschaft dessen, was die Weisen aus dem Morgenland ihren Sklavinnen großzügig an neuer „Freiheit“ beschert haben, immer noch nicht mitbekommen hatte, der wurde im späteren „heute-journal“ ein weiteres Mal „informiert“. Eine nicht unerhebliche Anzahl der ZDF-Zuschauer soll ja durchaus schwer von Begriff sein. Vielleicht lag es aber doch an der Maxime, dass man die eigene Botschaft den Objekten der Manipulation nur möglichst oft in den Kopf hämmern muss, damit auch wirklich etwas hängen bleibt.

„Das hat es in Saudi-Arabien noch nie gegeben!“, jubelt Kay-Sölve Richter also auch im sonntäglichen „heute-journal“.

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Auch auf die Gefahr hin, nun wirklich auch den letzten Leser zu frustrieren und als geradezu penetrant zu erscheinen, muss hier gesagt werden, dass damit noch immer nicht genug war. Auch am Montag musste die weltbewegende „Nachricht“ den ZDF-Schafen vorgesetzt werden, damit es nun auch der wirklich letzte Depp inhaliert hatte.

„Das war mal eine erfreuliche Meldung am Wochenende!“, freut sich Atlantikbrücken-Propagandist, Kriegshetzer und Berufslügner Kleber dann so richtig aus vollem Herzen am Montag im „heute-journal“ und spätestens jetzt sollte selbst dem letzten Depp unter den ZDF-Zuschauern dämmern, dass es sich hier um eine Kampagne billigster Sorte und irrelevantestem Inhalt handelt. Zum Abschluss des „saudischen Wochenendes“ gibt es dann auch noch einmal eine volle Dröhnung aus Pseudokritik und Demokratiepropaganda. Ein fast 3-minütiger Bericht mit der tröstlichen Botschaft: „Immerhin ein wichtiger Etappensieg für Frauen in einem Land voller Widersprüche.“

Von einem „Sieg“ in einem „Land voller Widersprüche“ zu schwadronieren ist nicht der einzige Unsinn, der hier verbreitet wird. Würden Frauen in Saudi-Arabien tatsächlich für irgendetwas „kämpfen“ (Kampf ist schließlich die Voraussetzung eines Sieges) oder auch nur zu laut „widersprechen“, dann würden ihnen die patriarchalen und bigotten Herrschaften genauso den Kopf abhacken oder sie auspeitschen lassen, wie sie das mit Männern machen, die es wagen, so etwas wie Demokratie einzufordern.

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Nur zur Erinnerung: Der gleiche öffentlich-rechtliche Abschaum, der regelmäßig gegen ein vermeintlich „undemokratisches“ Russland oder einen „autokratischen“ Putin oder den „Despoten“ Assad hetzt, fährt hier eine tagelange Werbekampagne für das schlimmste aller Regime, weil dort jetzt eine Handvoll Frauen „mitbestimmen“ dürfen, ob und wo in ihrer Kommune Abwasserrohre verlegt werden. Das ist so grotesk, so hanebüchen verlogen und eine komplette Pervertierung der Realität, dass man diese bezahlten Maulhuren zur MPU schicken müsste, wenn dieses Deutschland ein echter Rechtsstaat wäre und keine Kolonie eines Imperiums, das armselige Stricher wie Claus Kleber dazu bringt, sich öffentlich derart für das Schlimmste aller Regime zu prostituieren.