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ard_logoWenn man in einem Gebilde aus Lügen, Heuchelei, Doppelmoral und Verbrechen verstrickt ist, dann braucht es eine Extraportion Selbst- und Realitätsverleugnung, um die eigene Märchenwelt aufrechtzuerhalten.

Das ist die Situation, in der sich die deutsche Lügenpresse befindet, die monatelang „Annexion“ und „Völkerrechtsbruch“ krakeelt, wenn sich die Bewohner einer Region nach einem militanten Putsch des Westens in ihrer Hauptstadt friedlich und demokratisch für eine Sezession entscheiden und die ein paar Tage später kein Problem damit hat, die offenkundig völker­rechts­widrigen Kriegseinsätze des eigenen Militärs in einem Land, in dem man aber auch gar nichts verloren hat, als legitime und legale „Hilfe für unsere französischen Freunde“ zu verkaufen.

Rechtlich ist die Sache eindeutig: Syrien – oder Russland im Auftrag Syriens – dürften deutsche Kampfflugzeuge über Syrien sofort abschießen, sobald sie den syrischen Luftraum verletzen. Das weiß auch die Bundesregierung, die diese Tatsache öffentlich leugnet und die Bevölkerung mit absurden Rechts­ver­dreh­ungen für dumm verkauft. Man kann also davon ausgehen – wenn man der Merkel-Regierung einen Funken Restverstand zugestehen will -, dass es über informelle Kanäle längst eine Abstimmung mit Russland und Syrien in dieser Frage gibt, die aber aus politischen Gründen nicht publik werden darf.

Mit „dem Schlächter Assad“ und „dem Zar in Moskau“ – beides krude Feindbilder, die man selbst in die Welt gesetzt hat – kann man jetzt schlechterdings öffentlich sichtbar militärisch zusammenarbeiten, ohne sich vor den letzten Dummköpfen, die die westliche Heuchelei und Propaganda noch nachvollziehen können, komplett lächerlich zu machen.

Die armseligen Narren, die diese immer groteskere Märchenwelt den Bürgern irgendwie als plausible Politik beibringen müssen, sitzen in den Staatssendern ARD und ZDF. Selbst ein Thorsten Schröder dürfte die Widersprüchlichkeit dessen, was er da gestern Abend in der tagesschau vortrug, nicht entgangen sein:

ARD_ts_10122015_syrieneinsatz

Thorsten Schröder: „Vom türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik aus sollen die Tornados vor allem vom IS beherrschte Gebiete in Syrien erkunden. Auch Einsätze über dem Irak sind bei einer entsprechenden Genehmigung Bagdads möglich.

Soso! Für „Einsätze“ über dem Irak braucht es eine „entsprechende Genehmigung Bagdads“, während man über Syrien machen kann, was man will? Selbst einem ARD-Sprecher muss das doch irgendwie ein bisschen komisch vorkommen, wenn man derlei krude Doppelmoral und Volksverdummung zur besten Sendezeit in eine Kamera sprechen muss, vor der Millionen zuschauen und dann womöglich denken: ist der eigentlich komplett bescheuert?

Russland hat bekanntlich Waffensysteme in Syrien aufgestellt, mit denen es zumindest den westlichen Luftraum des Landes komplett und lückenlos kontrollieren kann. Wenn die Verantwortlichen der Bundeswehr nicht vollkommen skrupellose Hasardeure sind, werden sie darauf bestanden haben, dass die deutsche Regierung sich für die Einsätze in Syrien mit der dortigen Regierung und Moskau verständigt hat.

Sollte Assad dem Treiben der Bundeswehr stillschweigend zuschauen, kann man von einem solchen Deal hinter den Kulissen ausgehen. Sollte er darauf bestehen – und dies geschähe nur in enger Abstimmung mit Russland -, dass Deutschland den syrischen Luftraum nicht verletzt, dann dürfte es ausgesprochen brenzlig werden und deutsche Kampfpiloten sollten das einzig Richtige tun:
den Einsatzbefehl verweigern.