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ARD & Co. – Wie Medien manipulieren

ard_und-co_wie_medien_manipulierenWir werden hier in loser Folge kurze prägnante Ausschnitte aus dem Buch „ARD & Co. Wie Medien manipulieren“ präsentieren, die zum einen Appetit auf mehr machen und zum anderen dem besseren Verständnis der Methoden und Machenschaften der Staats- und Konzernmedien dienen sollen. Ein Kauf des Buches wird nachdrücklich empfohlen. Nicht nur zum Selberlesen, sondern auch, um es an Freunde und Verwandte auszuleihen oder zu verschenken. Bald ist Weihnachten und was gibt es Wertvolleres zu verschenken, als kluge und wahrhaftige Erkenntnisse?

Heute soll Wolfgang Bittner zu Wort kommen, der sich in einem Kapitel ausführlich mit der hetzerischen Propaganda gegen Russland und namentlich gegen Wladimir Putin auseinandersetzt.

Wolfgang Bittner wurde am 29. Juli 1941 in Gleiwitz/Oberschlesien (jetzt Gliwice/Polen) geboren, wuchs in Ostfriesland auf und lebt als freier Schriftsteller in Göttingen. Nach dem Abitur (auf dem zweiten Bildungsweg 1966) studierte er Rechtswissenschaft, Soziologie und Philosophie in Göttingen und München. 1970 erstes juristisches Staatsexamen, 1972 Promotion über ein strafrechtliches Thema, 1973 zweites juristisches Staatsexamen. Bis 1974 ging er verschiedenen Berufs- und Erwerbstätigkeiten nach, u.a. als Fürsorgeangestellter, Verwaltungsbeamter und Rechtsanwalt. Ausgedehnte Reisen führten ihn nach Vorderasien, Mexiko, Kanada und Neuseeland. Wolfgang Bittner schreibt für Erwachsene, Jugendliche und Kinder, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und erhielt mehrere Literaturpreise. Mitarbeit bei Zeitungen, Zeitschriften, Hörfunk, Fernsehen. 1996-1998 im WDR-Rundfunkrat; Lehrtätigkeit im In- und Ausland, 2004/05 und 2006 Gastprofessuren in Polen. Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (1997-2001 im Bundesvorstand) und im PEN.

Wolfgang Bittner:

Feindbild Putin
Wladimir Putin und der Ukraine-Konflikt im Spiegel der Medien

Am 17. Februar 2015 lief im ZDF (ZDFzeit) zur besten Sendezeit ein Film über den russischen Präsidenten: Mensch Putin! Vorgeführt wurde ein KGB-Mann mit stechenden Augen, ,,machtbesessen und zu jedem Risiko bereit“, ein geschiedener, hinterhältiger Taktiker, unberechenbar, mal in Uniform, mal mit nackter Brust. Putin, der ,,Triumphator“, der nur eins fürchtet, ,,seine Entmachtung und Ermordung“. Die Sowjetunion wolle er reanimieren, so war zu erfahren, als KGB-Offizier in Dresden habe er seinen ,,KGB-Schlüsselbund“ verloren und wahrscheinlich sei er für einen tschetschenischen Terrorakt in Moskau verantwortlich. 45 Minuten Unterstellungen, Vermutungen, Albernheiten und Häme, angekündigt als Dokumentation.

Wieder einmal wurde dem geneigten Fernsehpublikum eines dieser gehässigen Bilder Wladimir Putins geboten, weitab von einer auch nur halbwegs sachlich-informativen Berichterstattung. Aber solche Schäbigkeiten finden sich fast täglich in unseren Presseerzeugnissen und in zahlreichen anderen Fernsehsendungen, sogar in dem viel gesehenen ZDF heute-journal. Moderiert von Claus Kleber wurde uns beispielsweise am 9. Februar 2015 zuerst ein brennendes Haus in Donezk gezeigt, dann eine weinende Frau und verzweifelte Menschen vor den Trümmern ihrer Existenz, danach rollte ein Panzer der Separatisten ins Bild, als ob sie ihre eigenen Hauser zerstörten, ihre Städte in Grund und Boden bombten.

Demagogie wird belohnt

Auch in der ARD läuft derartige Propaganda. Dort berichtet in den tagesthemen, moderiert von dem unsäglichen Thomas Roth, gern die voreingenommene Korrespondentin Golineh Atai über die Ukraine-Krise und den angeblichen Aggressor Russland. Die Journalistin, deren tendenziöse Berichterstattung von zahlreichen Zuschauern kritisiert worden ist, erhielt im Oktober 2014 den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für ihre ,,Tugend der persönlichen Zurückhaltung, der akribischen Ernsthaftigkeit und des unbedingten Willens zur Aufklarung“. Einer der vielen Skandale!

Mit einem ähnlichen Preis, dem M100 Media Award, wurde am 12. September 2014 in Potsdam der Kiewer Bürgermeister und ehemalige Boxer Vitali Klitschko ausgezeichnet – ein beschämendes, aber höchst informatives Ereignis. Der Preis wird jährlich von einer angeblichen Elite des europäischen Journalismus für Verdienste um Demokratie, Meinungsfreiheit und Völkerverständigung vergeben. Zum Beirat bzw. zur Jury gehörten unter anderen: der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG Mathias Döpfner, der Gesamtherausgeber der Bild-Gruppe Kai Diekmann, der Chefredakteur des ZDF Peter Frey, der Chefredakteur des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin Ulrich Deppendorf, der Chefredakteur der Zeit Giovanni di Lorenzo, der Herausgeber der Welt und Geschäftsführer von N24 Media Stefan Aust, der Chefredakteur des Tagesspiegel Stephan-Andreas Casdorff, der Chefredakteur der Weltwoche Roger Köppel, der Chefredakteur für Digitale Medien der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Mathias Müller von Blumencron, die Leiterin des FAZ-Literaturforums Rachel Salamander, der Gründungsdirektor des Deutschlandradios Ernst Elitz, der ehemalige Fernsehdirektor der Deutschen Welle Christoph Lanz, der Aufsichtsratsvorsitzende von Renault und ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende von Le Monde Louis Schweitzer, der britische Verleger Lord George Weidenfeld, der ehemalige tschechische Aussenminister S.D. (Seine Durchlaucht) Fürst Karel zu Schwarzenberg.

Klitschko, ,,der sein Boxhandwerk auf einem sowjetischen Militärstützpunkt erlernt hat und bis heute besser Deutsch als Ukrainisch spricht“, warb bei der  Preisverleihung um Unterstützung für das Wahnsinnsvorhaben seines Intimus Arsenij Jazenjuk, eine 2 200 Kilometer lange ,,Schutzmauer“ gegen Russland zu errichten. Am 23. April 2015 verlieh ihm dann noch die Stadt Köln den Konrad-Adenauer-Preis ,,für sein Engagement für Frieden und Demokratie in der Ukraine“. Klitschko und Atai, Roth und Kleber und wie sie alle heißen: die Leuchttürme unserer Demokratie, Meinungsfreiheit und Medienberichterstattung?

Extensive Feindpropaganda

Schlagen wir die Zeitung auf, springen uns seit Monaten Putin-Karikaturen entgegen und Leitartikel geißeln die angeblich kriegslüsternen Russen. Häme, Unterstellungen und Lügen auch in Radio- und Fernsehsendungen. ,,Stoppt Putin jetzt!“, lautete ein Spiegel-Titel und im Deutschlandfunk wurde gefragt: ,,Ist Putin noch zu stoppen?“, oder wir erfuhren: ,,Russland schürt den Konflikt“. NDR- VVeltbilder klärte uns über die ,,Psyche von Wladimir Putin“ auf, der sich laut ZDF als ,,der neue Zar“ fühlt und den Prinz Charles mit Hitler verglich. ,,Dem Mann fehlt Menschlichkeit“, hieß es im Tagesspiegel.

Von ,,prorussischem Mob“ (Spiegel-Online, ARD- tagesschau) in der Ostukraine war die Rede, in der Welt erinnerte ,,die Ruchlosigkeit der Putin-Propaganda erschreckend an die Hochzeiten des Stalinismus“, die Bild-Zeitung entlarvte ,,Moskaus Kriegshetze“, im ZDF wurde gefragt:‘,,Ist die Angst vieler Menschen in den baltischen Staaten berechtigt?“ Dementsprechend mahnten die US-Regierung, der NATO-Generalsekretär und Verteidigungsministerin von der Leyen höhere Verteidigungsausgaben an.

Die westlichen Politiker fallen seit 2014 zurück in den Kalten Krieg. Sie drohen, fordern, verhängen Sanktionen, sie lassen das Militär gegen Russland aufmarschieren, verlangen aber zugleich den Rückzug russischer Truppen von den eigenen Grenzen. Putin breche ständig internationales Recht, ist aus Washington und Berlin zu hören, er belüge die Weltöffentlichkeit und provoziere den Westen. Die US-Sicherheitsberaterin Susan E. Rice bezichtigte die Moskauer Regierung der Brandstiftung.

Die Zeit kommentierte, Putin müsse ,,endlich Russlands Marsch in den nationalistischen Wahn stoppen“; er habe ,,den Konflikt in der Ukraine bis zu seiner jetzigen tragischen Zuspitzung“ angeheizt. In der Bild-Zeitung wurde gewarnt: ,,Nie zuvor seit Ende des Kalten Krieges stand der Westen so nah vor einem militärischen Schlagabtausch mit Russland.“ Und so weiter, eine endlose Litanei bis heute.

Kein Wort zu den jahrelangen Umsturzbemühungen westlicher Geheimdienste, Regierungsstellen und NGOs, obwohl deren subversive Tätigkeit erwiesen ist. Die Schuld an dem Ukraine-Konflikt wird ausschließlich Russland, namentlich dessen Staatspräsident Wladimir Putin, angelastet, und zwar in einer Weise, die allein schon von der Diktion her abstößt. Die ehemalige ARD-Russland-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz spricht in diesem Zusammenhang – eher zurückhaltend – von ,,unprofessionell arbeitenden Medien“.

Die Hetze gegen den russischen Präsidenten nimmt groteske und unmenschliche Züge an…


ISBN 978-3-9816963-7-0
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