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DWN_banner525Desinformation: Geheimdienste lügen nicht, sie arbeiten mit Hypothesen

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Jedes politische Verbrechen wird von Geheimdiensten instrumentalisiert. Entscheidend ist die erste Reaktion, die sich in den Köpfen der Leute festsetzt. Der Geheimdienst-Experte Aldo Giannuli erklärt, wie die Dienste arbeiten und dafür sorgen, dass wir ihre Geschichten glauben. Die Methode ist äußerst wirkungsvoll.

Der italienische Geheimdienst-Experte und Autor Aldo Giannuli hat den Filmemachern Moritz Enders und Werner Köhne ein ausführliches Interview gegeben. Darin beschreibt Giannuli, wie die Geheimdienste die Öffentlichkeit manipulieren, um bei politischen Verbrechen jene Lesart in die Köpfe zu bringen, auf die es ihnen politische ankommt. Die beiden Autoren haben mit Giannuli aus Anlass ihrer äußerst sehenswerten Dokumentation des Papst-Attentats von 1981 gesprochen. Die von Prounen Film produzierte Dokumentation läuft am Freitag, 27.11., um 20.15 Uhr auf ZDF Info. Das ganze Interview läuft auf Arte im April.

„Bei den großen Verbrechen mit politischem Hintergrund oder Attentaten ist die erste Reaktion entscheidend.“

Was zählt ist, was in den ersten zwei, drei Wochen präsentiert wird. Das bleibt bei den Leuten hängen. Jedes große politische Verbrechen läuft in drei Phasen ab: In der ersten geht es um die Vorbereitung. Dann um das eigentliche Ereignis – also ein Blutbad, einen Anschlag gegen eine einzelne Persönlichkeit – und dann, in der dritten Phase, um den weiteren Umgang damit. Wir neigen dazu zu glauben, dass sich ein Attentat mit seiner Ausübung erledigt hätte. Mitnichten. Das ist erst der Anfang. Worauf es ankommt ist, wie die Politik mit dem Attentat umgeht. Denn das wird sich in der öffentlichen Meinung festsetzen.

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