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zdf_80Anlässlich des Terroranschlags in Paris haben sich die Macher der Anstalt etwas ganz Besonderes einfallen lassen. In der Maske des französischen Kabarettisten Alfons durfte Joachim Gauck, der Kriegsprediger des saturierten, selbstfixierten und selbstgerechten Bürgertums zu Beginn der gestrigen Anstalt eine süßliche Rede über Croissants, französische Liebe, und Kinder im Jardin du Luxembourg halten und dabei behaupten, das sei es, was die Terroristen am vergangenen Freitag in Paris angegriffen hätten.

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Das war staatstragend, gar nicht zum Lachen und ein bisschen zum Fremdschämen, denn der Prediger in der Maske des Alfons, das war gar nicht der Bundesgauckler, sondern tatsächlich Emmanuel Peterfalvi.

Können die Franzosen kein Kabarett? Sind 150 Tote in Paris „erschütternder“, als 150 Tote im Jemen oder Afghanistan? Will Alfons den Zuschauern ernsthaft weißmachen, Frankreich sei nur Baguettes und oh Là Là und nicht Massenmord, Rassismus, Krieg und kolonialistische Ausbeutung?

Die IS-Terroristen berufen sich auf französische Bombardements in Syrien und nicht auf kurze Röcke oder französisches Savoir Vivre wie Alfons uns hier glauben machen will. Wenn Kabarett auf dieses Niveau abrutscht – egal ob ernst gemeint oder nachdenklich – dann Gute Nacht!

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Kampfsportler Helge Schneider zeigt was ’ne Antiterror-Harke ist –
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Dass man sich auch humoristisch mit Terror auseinandersetzen kann, be­wies der kongeniale Helge Schneider in einem spontanen Video in seinem Hotelzimmer in Hannover, nachdem seine Lesung aus Sicherheitsgründen abgesagt worden war.

Frische Vitamine und die etwas eingerosteten Kampftechniken auf­fri­schen, um dem Gegner klarzumachen, dass auch mit deutschen Kaba­ret­tis­ten im Zweifelsfall nicht zu spaßen ist.

Das hat Stil, ironische Brechung und hinterlässt ein nachdenkliches Lä­cheln auf dem Gesicht, statt über­zuckertes Sodbrennen.

Vielleicht sollten sich Uthoff und von Wagner nächstes Mal Dieudonné zur Verstärkung einladen – wenn der nicht gerade im Knast sitzt…