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zdf_80„Verschwörungstheorie“ ist das von der CIA etablierte Tot­schlag­argument einer gleichgeschalteten transatlantischen Mainstreampresse, die jede abweichende Meinung und Kritik an ihrer politischen Propaganda diffamieren und abwürgen will. Das hat schon mit „Antiamerikaner“-Vorwürfen funktioniert und funktioniert bis heute mit „Antisemiten“-Gekreisch, wenn Kritik an Israel oder dem aus den USA kontrollierten Weltfinanzsystem geübt wird.

Die drei Diffamierungen haben gemeinsam, dass sie Ausdruck eines Mangels an Argumenten sind und der daraus resultierenden fehlenden Bereitschaft, sich über Inhalte auseinanderzusetzen, weil man weiß, dass man in einem sachlichen Gespräch schlecht aussähe und in einem öffentlichen Diskurs unangenehme Fakten auf den Tisch kämen, die die eigene Position untergraben würden.

Tatsächlich hat man nicht die geringsten Probleme damit, eigene „Verschwörungstheorien“ zu verbreiten, wenn es denn politisch gewollt ist.

Die Diffamierung „Verschwörungstheoretiker“ erfuhr seit 911 eine Blütezeit und das ungeachtet der Tatsache, dass die offiziell propagierte Version der Anschläge vom 11.September 2001, der keinerlei gerichtliche Untersuchungen oder zwingende Beweise zugrunde liegen, selbst eine „Verschwörungstheorie“ ist. Der Unterschied in der offiziellen Version und einer populären Alternative liegt lediglich darin, dass es im ersten Fall angeblich arabische Terroristen waren, die sich verschworen, während es in der alternativen Version amerikanische Geheimdienste waren, von denen man ebenfalls weiß, dass sie vor Mord und Terror nicht zurückschrecken. So lange der Staat, der die offizielle Version verbreitet, sich weigert, eine transparente juristische Untersuchung durchzuführen, stützt er damit automatisch alternative Theorien, denn es ist der gleiche Staat, dessen Geheimdienste im Verdacht stehen, in die Terrorangriffe verwickelt zu sein.

Dass die gleichgeschalteten transatlantischen Medien selbst „Verschwörungstheorien“ entwickeln und benutzen, um westliche Politik zu rechtfertigen, ist also nicht neu. Ein wunderbar entlarvendes Beispiel lieferten gestern Abend Claus Kleber und Elmar Thevesen im heute-journal. Der Staatssender ZDF steht unter Druck, den deutschen Zuschauern eine Immigrationspolitik der Regierung schmackhaft zu machen, die selbst innerhalb der Regierung hoch umstritten ist und von weiten Teilen der Bevölkerung teilweise massivst abgelehnt wird.

Als am Freitag Terroristen in Paris ein Massaker anrichten geraten die Propagandisten in Not, denn es wurde ein Pass gefunden, der von einem syrischen „Flüchtling“ stammt und auf der griechischen Insel Leros registriert wurde. Das ist deshalb politisch brisant, weil Kritiker der Flüchtlingspolitik immer gewarnt haben, dass sich unter den Migranten auch Terroristen ins Land schmuggeln könnten – eine einfache Erkenntnis, die von den Medien immer wieder in Abrede gestellt wurde.

So beharrte der WDR-„Terrorismus-Experte“ Holger Schmidt in Interviews der vergangenen Tage immer wieder darauf, potentielle Terroristen hätten ganz andere, sicherere Wege, sich in die EU einzuschmuggeln. Welche das sein sollten und was an dem Weg über Leros und den Balkan „unsicher“ sein soll, dazu gab es keine Erklärung. Vernünftige Menschen gestehen selbst den zumeist unterbelichteten Islamisten zu, dass sie in der Lage sind, sich ein halbwegs sicheres Schlauchboot zu besorgen, um dann eine gemütliche Tour durchs Mittelmeer zu starten, anstatt sich in ein überfrachtetes Boot eines Schleppers zu setzen.

Die Leugnung der Gefahren, die durch vollkommen offene Grenzen befördert werden, entspringt dem Zwang zur regierungskonformen Propaganda, die die Migrationswelle nicht als Gefahr für Deutschland sehen möchte, sondern als humanitären Akt und eine Chance auf Wirtschaftswachstum. Die gleichen Medien, die nach 911 Totalüberwachung und Nacktscanner an Flughäfen propagiert haben, rechtfertigen heute vollkommen offene Grenzen für Menschen aus einem Kriegsgebiet, in dem es von islamistischen Terroristen und Halsabschneidern nur so wimmelt. Wer hier keine hanebüchene Diskrepanz erkennt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Erste Berichte über den gefundenen Pass, dessen Spur nach Griechenland und Syrien führte, wurden also umgehend und flächendeckend in den Mainstreammedien zunächst totgeschwiegen und dann relativiert. Der Pass könne gefälscht sein (als ob das gegen die Terroristen-These spräche), der Pass könne geklaut sein und überhaupt wisse man nicht, ob der Pass tatsächlich dem Selbstmordattentäter zuzuordnen sei – so die eilig ausgedachten Relativierungen.

Bei ihm oder einem anderen Attentäter, der sich vor dem „Stade de France“ in die Luft gesprengt hat, wurde ein syrischer Pass gefunden. Experten weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass der Pass gestohlen, gefälscht oder gekauft sein könnte. Der Eigentümer des Passes reiste am 3. Oktober über die griechische Insel Leros in die EU ein. (tagesschau)

Denn noch ist unklar, ob der Täter tatsächlich rechtmäßiger Inhaber des Passes war oder nicht. Offen ist auch, ob es sich bei dem Dokument um einen echten syrischen Pass handelt oder einen gefälschten. Syrische Pässe, echte wie falsche, sind derzeit leicht auf dem Schwarzmarkt zu kaufen. (Spiegel)

Das ZDF heute-journal wartete dann gestern Abend mit einem besonderen Schauspiel auf, um die unbequeme Wahrheit, dass Terroristen leichtes Spiel haben, im Strom der Migranten in die EU zu kommen, zu entkräften.

ZDF heute-journal 15.11.2015

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Kleber: „Beunruhigend heute auch, Elmar Thevesen, dass äh nun tatsächlich ein wohl syrischer Pass bei mindestens einem der Selbstmordattentäter bzw. bei seiner Leiche gefunden worden ist. Das ist auch politisch heikel. Wie sind da die Zusammenhänge?“

Thevesen: „Ja, also wenn es wirklich nachgewiesen würde und es gibt daran noch Zweifel, aber wenn es so wäre, dann wäre das der erste und bisher einzige bekannte Fall, dass ein Flüchtling – jedenfalls einer, der auf der Flüchtlingsroute mitgegangen ist – tatsächlich als Terrorist unterwegs war und einen Anschlag verübt hat. Aber man muss immer auch einschränkend dazu sagen, es gab Hunderte von Kämpfern, die aus Europa nach Syrien gegangen sind, die danach wieder nach Westeuropa zurückgekehrt sind ohne dass sie an dieser Rückkehr gehindert worden sind. Sie konnten ungehindert einreisen und das zeigt im Grunde genommen das wahre Problem: man hat zu wenig Erkenntnisse darüber, dass sie gefährlich sind, das findet sich nicht in den Datenbanken der Sicherheitsbehörden und das gilt besonders und vor allem für die, die schon lange hier in Europa leben. Viele der Attentäter aus Paris haben genau lange schon in Europa gelebt.“ [Frage: Was war daran jetzt „einschränkend?“]

Kleber: „Wobei wir wissen, dass der IS ganz andere, viel – wenn man so will – komfortablere Möglichkeiten hat, seine Killer nach Europa zu bringen, mit perfekt gefälschten Dokumenten [wer sagt, dass das hier nicht perfekt gefälscht war?] zum Beispiel im Flugzeug (sic!). Wenn sich jetzt IS entschlossen hat, einen seiner Täter auf diesem aufwändigen Weg als Flüchtling hierher zu bringen, warum machen die das? Welche Absicht kann dahinter stehen?“

Thevesen: „Naja, es könnte die perfide Absicht dahinter stecken, tatsächlich eine Polarisierung in der Gesellschaft voranzutreiben. Der IS beobachtet genau die Diskussion über die Flüchtlingsströme in Europa. Wenn nun nachgewiesen würde, da sind Terroristen unterwegs, dann würde das in Westeuropa zu einer stärkeren Polarisierung in der Gesellschaft führen. Es würden sich mehr Muslime diskriminiert fühlen. Es wären mehr bereit vielleicht auch beim Islamischen Staat mitzukämpfen und das könnte eine perfide Absicht sein. Feststeht bisher nur: die große Mehrheit der Täter von Paris – das kann man glaube ich sagen – sind eben nicht aus Syrien zugereist, sondern sind eindeutig welche, die hier schon in Europa lange gelebt haben.“

Kleber: „Und diese Organisation, die mit so mittelalterlichen Strafen wie Kopfabschneiden arbeitet, die ist tatsächlich strategisch so raffiniert, dass sie darüber nachdenken, äh wie sie in Europa äh Zwietracht sähen können, zwischen Muslimen und Mehrheitsgesellschaft?“

Thevesen: „Ja, das ist so. Wir wissen das aus den Propagandabotschaften des IS. Wir wissen das übrigens auch von anderen Terrororganisationen wie der al-Kaida. Man hat Strategiepapiere erarbeitet und sich vorgenommen, diese Polarisierung voranzutreiben, weil das Nachwuchs bringt, junge Leute rekrutieren lässt, die dann bereit sind eben mitzumachen, weil sie sich in dieser Gesellschaft unterdrückt fühlen in diesem Sinne. Und wir sehen auch jetzt wieder: viele der Täter – zwischen 20 und 30 Jahre alt, vielleicht waren sogar noch jüngere dabei – die hier aufgewachsen sind unter sehr schwierigen Umständen, hohe Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, die dann bereit waren, weil sie sich diskriminiert fühlen, in den westeuropäischen Gesellschaften bei solchen Anschlägen und beim IS mitzumachen.“

Kleber: „Immer wieder ungeahnte Dimensionen dieser Strategie dieser Organisation. Danke schön, Elmar!“

Am Ende des inszenierten Interviews zwischen dem Staatsfunk-Moderator und dem Staatsfunk-Experten steht fest: es war so, wie man es sich gerade selbst zusammengesponnen hat. Kleber will trotz der vielen Konjunktive, die Thevesen eingebaut hat, um seinen Ruf nicht gänzlich zu beschädigen, gar keinen Zweifel an der eigenen „Verschwörungstheorie“ aufkommen lassen und erklärt sie gleichsam für bare Münze, indem er sie abschließend zu einer „neuen Dimension“ aufbauscht. Tatsächlich gibt es nicht den geringsten Beweis für diese Mär und selbst wenn es einen solchen gäbe, was würde sich an der Gefahr durch den unkontrollierten Zustrom aus einem von Terroristen verseuchten Kriegsgebiet ändern? Natürlich gar nichts.

Faktisch ist es vollkommen irrelevant, ob nun einer oder alle Terroristen aus Syrien stammen und mit dem Flüchtlingstreck kamen oder nicht, weil der unkontrollierte Zustrom so oder so ein potentielles Sicherheitsloch ist, ob es die Attentäter nun benutzt haben oder auch nicht. Mit oder ohne Flüchtlingswelle können Terroristen jederzeit über unterschiedlichste Wege, Strände und grüne Grenzen in die EU einsickern. Der „komfortable“ Weg mit dem Flugzeug ist hier zweifellos der gefährlichste, weil genau der heutzutage am besten überwacht wird.

Was anhand dieses Beispiels gezeigt werden soll ist die Heuchelei und ganz schamlose Verbreitung eigener „Verschwörungstheorien“ in den Mainstreammedien, wenn man damit das Denken der Bürger in eine gewünschte Richtung lenken kann. Am einen Tag denunziert man politisch unbequeme Fragen und Erklärungen als „Verschwörungstheorien“, um schon am nächsten Tag eigene unbelegte Narrative in die Welt zu setzen, wenn sie denn staatlich gewollt und der Propaganda dienlich sind.

Die „Verschwörungstheorie“ über das vorsätzliche Einreisen der Terroristen in die EU als Teil des Migrantenstroms, wurde am selben Abend beinahe zeitgleich auch bei Günther Jauch verbreitet. Hier war es Verteidigungsministerin von der Leyen, die von einer „bewussten falschen Fährte“ durch die Terroristen sprach. Belege? Fehlanzeige! „Dafür spricht mehr, als für den anderen Fall sprechen würde“, so von der Leyen.

Übertroffen wurde diese Doppelmoral im Umgang mit „Verschwörungstheorien“ dann von EU-Parlamentspräsident Schulz, der mit Blick auf eben jenen gefunden Pass meinte:

Jauch_15112015_Schulz

Bild anklicken, YouTube!

„Man muss kein Kri­mi­na­lis­tik­ex­perte sein, um zu wissen, dass ein Selbstmordattentäter nicht einen Personalausweis mitnimmt, damit man ihn hinterher erkennt, weil über solche Iden­ti­fi­ka­tions­merkmale ja auch sein Netzwerk sichtbar wird. Deshalb glaube ich, dass diese These, da ist eine Fährte gelegt worden, schon einiges für sich hat.“

Dass es einem Selbstmordattentäter nicht nur vollkommen egal sein kann, ob man ihn später identifiziert, sondern dass dies geradezu sein Zíel ist, dürfte selbst Martin Schulz nach längerem Nachdenken einleuchten. Ein Terrorist, der entschlossen ist, sein Leben für „seine Sache“ zu geben, will natürlich, dass sein Name bekannt und in Kreisen der Sympathisanten gefeiert wird. Die vorwiegende Angst, die ihn umtreibt, ist die, von seinem Vorhaben abgebracht zu werden – etwa durch eine Personenkontrolle, wie sie für arabisch aussehende Personen in der EU quasi alltäglich ist und bei der er sich nicht mit einem Pass identifizieren könnte. Ob man seine Netzwerke über die DNA oder einen Pass identifiziert, spielt letztlich keine Rolle. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass ein gefundener Pass sehr schnell den Weg in die Presse findet, während DNA-Spuren oftmals aus ermittlungstaktischen Gründen eine Weile geheim gehalten werden.

Bemerkenswerterweise argumentiert also auch Schulz hier auf genau jenem „verschwörungstheoretischen“ Niveau von Leuten, die hinter jedem Terrorakt sofort einen Geheimdienst vermuten. Während es aber für die staatskritischen „Verschwörungstheoretiker“ wahrscheinlich erscheint, dass ein gefundener Pass (z.B. Charlie Hebo, 911) von den Sicherheitsbehörden gelegt worden sein muss, um eine Fährte zu bestimmten Terroristengruppen zu legen, wollen die staatsnahen „Verschwörungstheoretiker“ von Kleber bis Schulz die These verbreiten, es seien die Terroristen gewesen, die eine Fährte legten, um damit eine politische Wirkung zu erzeugen.

Würde man die Spekulationen auf die Spitze treiben, könnte man vermuten, die französischen Sicherheitsbehörden hätten einen Pass, den sie einem Flüchtling abgenommen haben, bei der Leiche eines der Täter platziert, um damit die Migrationspoltik Merkels zu hintertreiben – aber auch das wäre natürlich zumindest in deutschen Mainstreammedien sofort eine „Verschwörungstheorie“