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zdf_80Dass Petra Gerster gerade genug Grips hat, um als Kleider­ständer und Zettel­ab­leserin zu dienen, haben wir hier oft genug doku­men­tiert. Das ganze Ausmaß an Dummheit, Borniertheit und transatlantischer Prostituganda offenbarte sich gestern erneut in einem kleinen Nebensatz, als es um den Absturz des russischen Airbus A321 auf dem Sinai ging.

Wer die englisch- oder deutschsprachigen russischen Medien in dieser Thematik beobachtet, findet einfühlsame und breit gestreute Informationen – vergleichsweise frei von Skandalisierungen und Spekulationen – aus den unterschiedlichsten Quellen, die alle denkbaren Absturzursachen sachlich wiedergeben. So hat RT in einem Livefeed genauso über Hinweise auf Sprengstoffspuren aus der russischen Boulevardpresse berichtet, wie aus offiziellen ägyptischen oder auch US-amerikanischen Quellen, die diese und jene Hinweise mal verneinen, mal bestätigen.

Für die US-Propagandisten des ZDF ist das natürlich keine seriöse Quelle. Man könnte mutmaßen, dass ihnen nicht einmal erlaubt ist, aus russischen Quellen zu berichten, es sei denn, um deren Berichterstattung zu verzerren und zu diffamieren. Daraufhin deutet jedenfalls ein Nebensatz besagter Petra Gerster gestern in den 19.00 Uhr heute-Lügen.

ZDF 04.11.2015 19.00 Uhr heute

ZDF_04112015_sinai_absturzGerster: „Informationen zum Ab­sturz hätte man eher aus Moskau erwartet, nun kommen sie aus London. Da fragt man sich, woher die Briten eigentlich ihre Er­kennt­nisse haben, Diana Zimmermann?“

Diana Zimmermann weiß natürlich auch nichts, sondern kann nur spekulieren, dass die Ägypter – wegen eines anstehenden Besuchs al-Sisi’s beim britischen Premier Cameron – den Briten derlei Informationen zugesteckt haben könnten.

Das ist natürlich Spökenkiekerei und keine Information, aber was interessiert das ZDF schon seriöser Journalismus? Würde man seriös berichten, dann hätte man russische und ägyptische Behörden interviewt und nicht eine unbedarfte Korrespondentin in London gefragt, was die sich denkt, warum und was die Briten für Mutmaßungen streuen. Dass der britische Geheimdienst in diesem Fall mehr oder bessere Informationen haben sollte als die Russen, die vor Ort die Absturzstelle untersuchen, ist eine vollkommen abwegige Vorstellung – es sei denn, sie wären selbst in den Anschlag aktiv oder passiv verwickelt.

Seriöser präsentierte sich die tagesschau mit der so souveränen wie seriösen Susanne Daubner. Die sprach nicht von „Erkenntnissen“ und brauchte auch keine dümmlichen Diffamierungen Richtung Moskau, sondern erklärte gewohnt sachlich, dass die Briten „Befürchtungen“ haben, dass im Flugzeug eine Bombe gewesen sein „könnte“.

ARD_ts_04112015_sinai_absturz240

Susanne Daubner – sprachlich und inhaltlich vorbildlich, auch wenn der Einfluss auf die Texte begrenzt sein dürfte

Susanne Daubner: „Nach dem Absturz einer russischen Passa­gier­maschine über dem Sinai, setzt Großbritannien Flüge aus dem ägyptischen Sharm el-Sheikh vorerst aus. Das teilte die Regierung in London am Abend mit. Grund sei die Befürchtung, dass in dem Flugzeug eine Bombe explodiert sein könnte. Experten sollen nun die Sicher­heits­vor­kehrungen vor Ort überprüfen.“