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Westliche Kriege, Regierungsumstürze und Destabilisierungen haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten Millionen Menschen umgebracht, verkrüppelt, traumatisiert und in die Flucht getrieben. Westliche Politik hat eine Blutspur der Barbarei und Verelendung im Nahen Osten, Afrika und bis nach Osteuropa gezogen. Helfershelfer: Deutsche Medien, Politiker und „Experten“, die diese Verbrechen verschleiern, rechtfertigen, fördern und fordern.

Man könnte erwarten, die aus diesen Verbrechen resultierende Wirtschafts- und Flüchtlingskrise, die Deutschland und Europa an den Rand des Abgrunds bringt, würde bei den Verantwortlichen einen heilsamen Schock auslösen – falsch gedacht! Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik und der bellizistische Nachwuchs der Konrad-Adenauer-Stiftung bekommen nicht genug von Massenmord und Elend.

„Die Welt gerät aus den Fugen“ – einfach so, behaupten die Schreibtischtäter und wissen auch gleich die richtige Medizin: Deutschland muss wieder mehr Mitmischen beim großen Schlachten! „Christlich-demokratisch“ sei das, meinen die geistigen Erben des Weltherrschaftsanspruchs von Adolf Nazi und fordern:

– Deutschland hat lange Zeit von den Sicherheitsgarantien seiner Partner profitiert. Die aktuelle Stärke der Bundesrepublik und das ureigene Interesse an einem stabilen Umfeld verlangen nun danach, Deutschlands eigene sicherheitspolitische  Handlungsfähigkeit zu stärken.

– Deutschland sollte seine Präsenz an der Ostflanke des Bündnisses ausbauen und sich gleichzeitig für die Etablierung eines dauerhaften Ertüchtigungskonzeptes instabiler Partner im Süden einsetzen, um dem Krisenbogen um Europa Herr zu werden.

– Damit Deutschland im Verbund mit seinen Partnern mehr sicherheitspolitische Verantwortung übernehmen kann, muss in der Öffentlichkeit verstärkt um Unterstützung geworben werden.

– Die Bundesrepublik sollte sich dafür stark machen, dass die sicherheitspolitische Expertise im Bundestag genauso wie an Hochschulen gestärkt wird, um den öffentlichen Diskurs zu fördern und langfristig tiefgreifende Expertise aufzubauen.

Dass der kriegsgeile Nachwuchs der CDU – der niemals sebst an die Front ziehen, sondern wie üblich Bildungs- und Sozialprekariat vorschicken wird – nicht von allein auf diese kruden Ideen kommt, dürfte klar sein. Hier werden von oben – genau genommen aus Washington – vorgegebene politische Leitlinien in Papier und eigene Formulierungen gegossen. Die Gesellschaft soll medial und in Schulen und Hochschulen mit Hilfe einer PR-Kampagne militarisiert werden.

GermanForeignPolicy525Dialog von oben

(Eigener Bericht) – Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) kündigt eine neue PR-Offensive für die deutsche Außen- und Militärpolitik an und will dazu die aktuelle Flüchtlingsdebatte nutzen. Man wolle die Diskussion um die deutschen Auslandsaktivitäten stärker „in die breite Öffentlichkeit“ tragen, bestätigt der neue Leiter des wichtigsten Strategiezentrums der Bundesregierung, Karl-Heinz Kamp; dazu sollten auch „Bürgerdialoge“ über die aktuelle deutsche Flüchtlingspolitik durchgeführt werden. Hintergrund sind die weltpolitischen Ambitionen Berlins, die seit geraumer Zeit ihren Widerhall in Forderungen nach einer aggressiveren Militärpolitik finden und inzwischen in ersten Ansätzen realisiert werden. Experten weisen darauf hin, dass dazu ein gewisser Rückhalt in der Bevölkerung unumgänglich ist, um Reibungsverluste im Inland zu minimieren. Zudem müssten, um eine „Überforderung“ Berlins zu vermeiden, die notwendigen „personellen und institutionellen Kapazitäten“ für eine offensivere Außenpolitik „bereitgestellt werden“, heißt es in der führenden Außenpolitik-Zeitschrift des deutschen Establishments. Unter anderem müsse man die „sicherheitspolitische Expertise“ an den Hochschulen umfassend ausweiten, verlangen Nachwuchs-Außenpolitiker aus der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung – etwa mit der Einrichtung neuer Professuren zu Themen der Außen- und Militärpolitik.

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