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kenfmWer Ken Jebsens Interview mit Dieter Hallervorden noch nicht gesehen hat, sollte am Wochenende mal reinschauen. Hallervorden steht für einen Teil überdurchschnittlich interessierter und auch überdurchschnittlich informierter Bürger, denen zwar dämmert, dass was grundsätzlich faul ist im Staate, aber denen das ganze Ausmaß der Desinformation und Meinungsmache noch nicht bewusst ist.

Aus seiner eigenen Erfahrung weiß Hallervorden zum Beispiel über die „verdeckte“ Zensur beim Sender SAT1 zu berichten, für den er Anfang der 90er Jahre die „Spottschau“ schrieb und moderierte. Im Interview mit Jebsen erzählt der Kabarettist, dass man ihm erklärte, kein Kohl und keine katholische Kirche!, dann könne sein Vertrag verlängert werden.

KenFM_Hallervorden_Sat1

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Nun war und ist SAT1 ein Privatsender, der zensieren, lügen und politische Propaganda verbreiten kann, bis ihm die Zuschauer weglaufen, denn er lebt von Werbeeinnahmen. Ein Publikum, das der CDU und der katholischen Kirche zugetan ist, wird sich über die Zensur nicht beschweren, sondern bestenfalls unbewusst registrieren, dass keine Kritik an Kanzler und Kirche im Programm stattfindet. Viele der zur Unmündigkeit erzogenen Schafe werden dies sogar begrüßen, weil sie Kritik an Kanzler und Kirche als Angriff auf ihr eigenes Weltbild wahrnehmen würden – und sei diese Kritik auch noch so berechtigt.

Dass diese Zensur in vergleichbarer bis schärferer Weise heute noch – und vor allem in den Staatsmedien existiert – sehen wir am Beispiel des vom WDR zensierten kirchenkritischen Videos „Dunk dem Herrn„, für das die Kabarettistin Carolin Kebekus sogar bedroht wurde – von Schafen, die ihr Weltbild angegriffen sahen!

Man kann diese Formen der Zensur bequem auf die gesellschaftlich viel bedeutsameren Formate der Hauptnachrichtensendungen hochrechnen. Wenn selbst einer Kabarettistin der Hahn abgedreht wird, wenn sie zu „frech“ wird, ist klar, dass der Druck aus Parteien und politischen Organisationen (Atlantikbrücke, Kanzleramt, ausländische Botschaften, EU, NATO, etc.) um ein Vielfaches höher ist, wenn es um Fragen der Finanzen, Wirtschaft oder besonders, wenn es um Außen- und Sicherheitspolitik geht. Da wird dann nicht nur gesagt, was nicht geht, sondern auch, was über den Sender zu gehen hat.