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sputniknewsDirk Pohlmann („Täuschung – Die Methode Reagan„) gehört zu den scharfsinnigsten und erfahrensten politischen Doku­men­tar­fil­mern und Journalisten, die trotz eines kritischen Auges auf den Schmutz im eigenen Nest noch hier und da Raum in den öffentlich-rechtlichen Medien bekommen.

Dirk Pohlmann

Dass diese Freiräume zunehmend enger werden, dass man seinen Leser-Account bei der NATO-Postille SPIEGEL gelöscht hat und dass das ZDF seine sachlichen und faktenreichen Doku­men­ta­tionen zurechtschnippelt, hat er bereits bei seinem Auftritt in der ersten „Positionen-Talkshow be­schri­eben („Ich mache keine Karriere mehr beim ZDF…“) und unterstreicht es im aktuellen Interview mit Armin Siebert.

Als Dokumentarfilmer sind Sie natürlich darauf angewiesen, dass Ihre Filme gezeigt werden. Nun können Sie dies auch auf Youtube tun, aber dann bekommen Sie kein Geld. Und so ein Film ist ja sehr teuer. Wie ist Ihre Zusammenarbeit mit dem Fernsehen?

Die war bisher und ist es immer noch mit arte sehr angenehm. Mit dem ZDF ist es zunehmend schwieriger geworden. Mein vorletzter Film wurde massiv umgeschnitten.Ca. 40% von Text und Bild wurden geändert.

Aber in Absprache mit Ihnen?

Nein. Eben nicht. Mir wurde damals gesagt, das war ein Irrtum, ein Fehler, was ich auch geglaubt habe. Jetzt ist aber das Gleiche bei meinem neuen Film wieder passiert. Ich gehe davon aus, dass hier bewusst interveniert wurde.

Wer entscheidet denn sowas?

Wenn es sich um Bereiche handelt, die so wichtig sind, dann schauen da auch andere Leute außerhalb der Redaktion drüber. Hinter einem öffentlich-rechtlichen Sender steht ja der Fernsehrat, in dem auch Politiker sitzen, womit ja schon die Staatsfreiheit, eine Forderung des Verfassungsgerichts, nicht mehr gegeben ist.

Gibt es in den deutschen Leitmedien einen gewissen Leitkodex? Eine übergeordnete Loyalität mit der westlichen Welt und deren Werten?

Das kann ich bestätigen. Nicht nur in meinem Fall. Ich kenne auch Geschichten von anderen Filmen, wo das sogar wörtlich gesagt wurde. Einem Kollegen wurde beispielsweise gesagt: Wir machen hier keine Anti-Nato-Filme. Damals ging es um den Jugoslawienkrieg.

Ist es denn schon mal persönlich für Sie gefährlich geworden aufgrund Ihrer Filme?

Das geschieht subtiler. Die erste Eskalationsstufe ist nicht die Drohung, sondern das Lächerlichmachen, Diskreditieren.

Sehr populär heutzutage.

Extrem populär. Zum Beispiel, wenn versucht wird, einen in die Nähe von Verschwörungstheoretikern zu stellen und einen somit rechtspopulistisch einzuordnen, was mir früher nie passiert ist.

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