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wdr5Gerade erst mussten wir hier darüber berichten, wie das als „kulturzeit“ getarnte transatlantische Propagandamagazin auf 3sat über das antikommunistische Massaker Mitte der 60er Jahre in Indonesien berichtete, ohne die Hintermänner dieses Verbrechens beim Namen zu nennen.

Das durch massive Hetze und Propaganda initiierte und durch unvorstellbare Grausamkeiten gekennzeichnete Verbrechen wurde von den USA und Großbritannien in einem Ausmaß unterstützt, das bis heute immer noch nicht restlos aufgeklärt ist.

Heute sendete WDR5 das Feature eines Nachwuchsjournalisten, dem man offensichtlich noch nicht ausreichend erklärt hat, dass seine Karriere im deutschen Staatsfunk eine kurze sein wird, wenn er so weiter macht. Da er die Geschichte des Massakers aus einem eigenen Aufenthalt unter der Schirmherrschaft des IJGD (kann man allen jungen Menschen sehr ans Herz legen) in Indonesien kennt, hat er sie zum Inhalt einer Masterarbeit gemacht und sich in diesem Rahmen intensiv mit dem damaligen Geschehen beschäftigt.

WDR5_Suharto_Feature525„Dass Kommunisten in Indonesien mit solcher Vehemenz verfolgt wurden hatte auch außenpolitische Gründe. Die PKI war mit ihren 20 Millionen Mitgliedern die drittgrößte kommunistische Partei der Welt und Suharto setzte darauf, dass die Vereinigten Staaten von Amerika zu Zeiten des Kalten Krieges gewillt waren, alles gegen die Ausbreitung des Kommunismus zu tun. In einem seiner Bücher schreibt John Roosa, dass Indonesien für die USA noch wichtiger war als Vietnam. Nicht nur aufgrund der großen Einwohnerzahl und Landmasse, sondern vor allem wegen der großen Mineral- und Erdölvorkommen.

Als die Delegation von Suharto den amerikanischen Botschafter getroffen hat, haben sie gefragt, wieviel sind die toten Kommunisten wert und wieviel kriegen wir dafür? Die waren bereit, viele Menschen umzubringen, um amerikanische Hilfsmittel zu bekommen. Was dann auch geklappt hat.

Bereits während der Massenmorde erhält Suharto amerikanische Unterstützung: Kommunikationsmittel und militärisches Training. Im März 1966 hatte er in Indonesien geschafft, wozu die USA in Vietnam nicht in der Lage waren: die Ausrottung des Kommunismus. Als Suharto den amtierenden Präsidenten Sukarno schließlich zwingt, ihm die Macht zu übertragen, steht dem amerikanischen Investment in Indonesien nichts mehr im Wege. Und die USA liefern, was sie versprochen hatten: riesige Mengen Getreide, Reis und Textilien. Die Preise für Grundnahrungsmittel und Verbrauchsgüter sinken. Die Diktatur Suhartos beginnt mit einem enormen wirtschaftlichen Aufschwung…“

DOWNLOAD (mp3; 20MB; 21min)

Versteckt am Mittwoch Morgen werden diese Informationen vielleicht einige wenige Tausend Hörer erreicht haben – was natürlich kein Zufall ist, sondern zur Methode gehört. In der „kulturzeit“ mit einigen Hunderttausend Zuschauern wird das Massaker zwar thematisiert, aber schon die Hintergründe werden vorsätzlich verschwiegen. In die Hauptnachrichtensendungen oder in Dokumentationen zur besten Sendezeit werden es derlei Fakten, die die transatlantische Propaganda vom „guten Westen“ und „Demokratie-Export“ der USA untergraben, niemals schaffen.