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zdf_80Nominal ist die ZDF heute-Sendung um 19.00 Uhr, das wichtigste abendliche Informationsformat des Senders, 20 Minuten lang. Man könnte in dieser Zeit einen guten Überblick über die Weltlage vermitteln, um dann einzelne politische Themen im späteren heute-journal zu vertiefen. So war es wohl einmal gedacht.

Tatsächlich betrug der Anteil politisch relevanter Informationen in der gestrigen heute-Sendung um 19.00 Uhr gerade noch 13 Minuten. 90% der Sendung drehten sich um die Flüchtlingskrise und dem transatlantischen Propagandasender gelang es einmal mehr, aus dem Irak zu berichten ohne die Ursachen oder gar die Schuldigen an der dortigen Katastrophe – deren Opfer nun nach Europa flüchten – beim Namen zu nennen. Nach 13 Minuten staatlich gefärbter Nachrichten ging man ganz schamlos zu Unterhaltung und Werbung über …

Nach 13 Minuten Weltpolitik schaltet das ZDF nahtlos in einen Werbeblock für den französischen Modemacher Jean Paul Gaultier – wohlgemerkt: wir sind noch in den Hauptnachrichten! Unter dem Vorwand „Wie weit darf Mode gehen?“ wird ausführlich über eine „Art Werkschau“ des Designers berichtet. Satte 2 Minuten für einen Modekonzern in den Hauptnachrichten – so sehen „constructive news“ eines Staatsfunks aus, dessen Auftrag Desinformation, Verblödung, Konsumismus und Infantilisierung der Zuschauer ist.

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Brot und Spiele, Konsumismus und Desinformation in den Hauptnachrichten – Bild anklicken, um zum Beitrag in der Mediathek zu springen!

Angesichts einer alarmierenden Weltlage mit instabiler Wirtschaft, wankenden chinesischen Börsen, eines Krieges in Europa, eines Krieges in Syrien, der hunderttausende Flüchtlinge in die EU treibt, eines vom Westen betriebenen Stellvertreter-Krieges im Jemen, neu auflebender Pegida-Demonstrationen im Osten und vielen weiteren in- und ausländischen Themen, deren Inhalte und Entwicklung für deutsche Bürger von maßgeblichem Interesse sind, ist das eine höchst bemerkenswerte und zweifellos politisch intendierte Maßnahme.

Wir haben hier mehrfach darüber berichtet, wie vor allem seitens der ARD mit dem ideologischen Unterbau der sogenannten „constructive news“ und dem vorgeschobenen Verweis auf angeblich verschreckte Bürger, die den Kopf lieber in den Sand stecken, als sich objektiv und umfassend zu informieren, gezielt versucht wird, den Informationsauftrag aus dem Rundfunkstaatsvertrag zu untergraben, um die Zuschauer in den Nachrichtenformaten mit „Heile Welt“ und Boulevard-Müll zu sedieren.

Wie die Verantwortlichen auf die absurde Idee kommen, der Bürger könne gezwungen werden, für diese unverschämte Desinformation und Werbung auch noch zu bezahlen, bleibt ihr Geheimnis.