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wdr5Im WDR5 „Tagesgespräch“ ging es heute um das Bild des toten syrischen Flüchtlingskindes vor Bodrum. Ganz gezielt wurden wieder einmal nicht die Ursachen thematisiert. Diese politische Unterdrückung eines überfälligen gesell­schaft­lichen Diskurses über die eigene Verantwortung zieht sich durch sämtliche Staats- und Konzernmedien.

Egal ob es Nachrichtenformate wie tagesthemen oder heute-journal oder Talk-Shows wie „Maybrit Illner“ oder „Anne Will“ sind, die Frage nach westlicher Schuld wird hartnäckig unter den Teppich gekehrt, weil die Antwort den verantwortlichen Transatlantikern verständlicherweise nicht in die Agenda passt.

Dass Wolfram Weimar gestern immerhin bei Maybrit Illner (Thema: Guter Flüchtling, böser Flüchtling?) einen Teil der Schuldigen – Saudi-Arabien – beim Namen nannte und eine aktive Friedenspolitik statt Waffenverkäufe forderte, war ein seltener Lichtblick, der vom Publikum dankbar mit Applaus bedacht wurde. Über die US-amerikanischen, britischen und französischen Hintermänner und auch zur deutschen Mitverantwortung hinter dem Bürgerkrieg in Syrien (aktive mediale, politische und propagandistische Unterstützung militanter Aufständischer), verlor hingegen auch der ehemalige Cicero-Redakteur kein Wort – wohl aus Angst, es sich mit den Mächtigen in der gleichgeschalteten deutschen Mainstreampresse und Politik zu verderben.

Auch im Tagesgespräch lautete die Frage also nicht: „Wie können wir die Ursachen des Flüchtlingselend bekämpfen?“ oder „Welche Verantwortung hat der Westen am Bürgerkrieg in Syrien?“, sondern die Frage im Staatsfunk lautete:

Ist gezeigte Realität manchmal unerträglich?

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Opfer eines vom Westen forcierten Krieges in Syrien – Ertrunkener Junge am Strand von Bodrum

Dass der WDR zur Visualisierung des Themas nicht einmal das eigentlich schockierende Bild des einsam am Strand liegenden toten syrischen Kindes verwendet, sondern ein Bild, das fast schon so etwas wie Rettung symbolisiert, weil nicht klar ist, dass das Kind auf den Armen des „Retters“ tot ist, machte die Sendung schon im Vorfeld zur Farce.

Glücklicherweise lassen sich nicht alle Bürger so simpel mit Fragen nach der Zulässigkeit von Bildern der schrecklichen Realität abspeisen, wie die Verantwortlichen des Staatsfunks – denen Intendant Tom Buhrow die „Verteidigung westlicher Positionen“ verordnet hat – es gerne hätten und so rief eine Frau an, die die Ursachen beim Namen nannte und aus ihrer echten Empörung keinen Hehl. Die Reaktionen von „Moderator“ Achim Schmitz-Forte und des „Experten“ Harald Ackerschott sind bezeichnend:

Schmitz-Fortes Versuch, die Anruferin von ihrer vollkommen richtigen Analyse abzubringen, indem er das Fiasko auf den Vormarsch des IS verkürzt – der ja überhaupt erst eine Folge dieser verbrecherischen Politik des Westens ist – entlarvt ihn als widerliche Maulhure und Helfershelfer der Verbrecher und Massenmörder.

Seine verlogene Frage: „Denken Sie, man sollte die das einfach machen lassen?“ wird von der so resoluten wie eloquenten Anruferin angemessen beantwortet: „Wir müssten gar nicht gegen die militärisch Vorgehen, wenn die Amerikaner nicht überall Kriege anzetteln würden!“. Sofort fällt ihr Schmitz-Forte wieder ins Wort: „….ja aber….“

Was für ein widerlicher Soziopath und Schmierenjournalist, der noch angesichts angeschwemmter Kinderleichen, Fragen und Hinweis auf die Ursachen – und damit die Vermeidung dieses Elends – unterdrücken will und Propaganda für die Täter macht!

Hanebüchen auch die lapidare Antwort des sogenannten „Experten“ im Studio, ein ganz offensichtlich vollkommen inkompetenter Möchtegern-„Psychologe“. Der meint doch tatsächlich: „Wir haben Meinungen, die aufeinanderprallen….“ Aha. Mehr fällt ihm zu Massenmord und Vertreibung nicht ein. Ist halt Meinungssache und eine Frage der „Demokratie“