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zdf_80Eine naive Nora Burgard-Arp bewirbt auf Meedia ein aus­ge­rech­net von ZDF-Neo geplantes, sozial­psy­cho­lo­gi­sches Grup­pen­ex­periment, das – so der Anspruch – die Mechanismen der Ent­­­steh­­­ung von Kriegen transparent machen soll.

ZDF_ploetzlichkriegAngesichts der Kriegshetze, die das ZDF regelmäßig gegen Länder verbreitet, die die USA überfallen, destabilisieren oder unter ihre Kontrolle bekommen wollen, ist das ein zynischer und schlechter Witz der Geschichte. Es ist, als ob die NPD Schulungen zum Thema „Ursachen der Fremdenfeindlichkeit“ anbieten würde. Wer wissen möchte, wie Kriege entstehen, muss sich nur die „Berichterstattung“ der öffentlich-rechtlichen Sender oder ihrer Kumpane in der Konzernpresse über Russland, Syrien, Libyen, Irak oder irgendeinem anderen Land anschauen, das die USA in den letzten Jahren destabilisiert oder überfallen haben und wird mehr als reichlich bedient.

So sieht der Macher hinter dem Konzept, Christopher Lesko, folgende drei Schlüsselfaktoren der Kriegsvorbereitung:

Betrachtet man Kriege und vereinfacht konsequent, ihnen zugrunde liegende Motive, findet man drei Voraussetzungen/ Schlüsselfaktoren, die für die Entstehung von Kriegen erforderlich sind:

1. „Wir sind die Guten“

2. „Die da sind die Bösen.“

3. „Die nehmen uns etwas weg“
a): Ressourcen (Öl, Land, usw.), und/oder
b): Werte (Freiheit, Grundrechte, Demokratie, Glauben, usw.)

Alle drei Faktoren wurden im Konzept und von „Plötzlich Krieg? – Ein Experiment“ präzise und aufeinander aufbauend gestaltet. Die Protagonisten bewegten sich auf der Experimentebene und im Wettbewerb mit der anderen Gruppe auf der Spielebene (Wettbewerbsebene). Beide Ebenen waren im Konzept eng miteinander verzahnt. (ZDF)

Ob der dritte Faktor wirklich nötig ist, darüber kann man streiten. Die USA hätten den Irak auch ohne Propaganda über Massenvernichtungswaffen überfallen können. Dass Saddam Hussein den USA irgendetwas wegnehmen könnte – außer irakische Ressourcen – kann man ins Reich der Märchen und Fabeln verorten.

Entscheidend für jede Kriegsvorbereitung sind vielmehr die ersten beiden Faktoren. Wir sind die Guten. Die sind die Bösen. Ist diese Sicht erst einmal in die Köpfe der Menschen gepflanzt, braucht es im Prinzip nur noch einen Befehl, um einen Krieg loszutreten – ein konstruierter Anlass ist hilfreich, aber verzichtbar.

Dass die Propaganda westlicher Medien von den ersten beiden Faktoren geradezu durchseucht ist, muss man nicht lange erklären. Man muss nur Radio oder Fernsehen einschalten oder ein beliebiges Blatt der „Leitmedien“ aufschlagen, um in kürzester Zeit mit mehr oder weniger subtiler Agitation gegen Russland und dem Verschweigen oder Verharmlosen westlicher Verbrechen („Wir sind die Guten!“) konfrontiert zu werden.

Ob sich Christopher Lesko dessen bewusst ist, wird sich zeigen, wenn das zweiteilige Experiment Ende Oktober ausgestrahlt wird. Gut möglich, dass die antirussische Hetze dann schon auf einem neuen Höhepunkt ist und das „Experiment“ vollends zur absurden Farce macht.