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ard_logoEs ist ein vielsagender Vorgang über tradierten Rassismus, deutsches Untertanentum und öffentlich-rechtlichen Staatsfunk, der da gestern in „Hart aber fair“ von der ARD unwidersprochen ausgestrahlt wurde.

Kein Zweifel: Frank Plasberg weiß, dass das Wort „Neger“ seit langem rassistisch konnotiert und aus dem öffentlichen Sprachgebrauch verbannt ist. Es wird nur noch von zwei Gruppen verwendet: offenen Rassisten, die diffamieren und provozieren wollen und unreflektierten, latenten Rassisten der älteren Generation, die unfähig und unwillig sind umzulernen.

Bayerns Innenminister Hermann gehört zur letzteren Kategorie, Untergruppe: Hinterwäldler, für die farbige Menschen prinzipiell nicht wirklich Deutsch sein können und entweder der Bespaßung der „Deutschen“ als Sänger, Tänzer oder Sportler dienen oder irgendwie illegal oder vorübergehend im Land sein müssen. Schlimm genug, aber damit repräsentiert Hermann einen erheblichen Teil der älteren Generation, die ähnlich denkt.

Wenn sein unreflektierter Rassismus im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ungehemmt und naiv zum Vorschein kommt wird es peinlich und Ranga Yogeshwar muss die Situation retten, weil ein überforderter Moderator nicht das Rückgrat hat, einem bayrischen Innenminister die Leviten zu lesen. Es kann kein ernsthafter Zweifel bestehen, dass Plasberg anderen Gästen gegenüber nachdrücklich auf political correctness bestanden hätte – schon deshalb, um sich selbst als aufgeklärt zu gerieren.

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Joachim Hermann: „Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den weißen Deutschen wunderbar gefallen hat. Beim FC Bayern spielen ja auch ‘ne ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit.“

Auch „Focus“-Chefredakteur Ulrich Reitz kichert wie ein Pennäler im Sexualkundeunterricht, statt Hermann zu widersprechen und SPIEGEL Online macht aus „den weißen Deutschen“, von denen Hermann spricht, kurzerhand „den meisten Deutschen“. Hermanns Berater werden es erleichtert zur Kenntnis genommen haben.