Schlagwörter
Demokratie, Desinformation, Gekaufte Journalisten, Mediendiskurs
Im ersten Teil über das Blöken der Schafe haben wir hier einen Blogbeitrag von „Kurzhaarschnitt“ vorgestellt, der – aus der Mitte der Gesellschaft kommend – etwas Empathisches und politisch Korrektes zum Flüchtlingsproblem beitragen wollte, sich aber als unfähig und vor allem unwillig zeigte, die Ursachen von Flucht zu hinterfragen.

In einem aktuellen Artikel auf den Nachdenkseiten schildert Autor Joke Frerichs eine Beobachtung, die viele kritische Mitbürger aus Alltag, Umwelt, Freundeskreis oder Familie kennen: Man trifft auf Schafe, die den Müll aus den Medien nachblöken, wie Madrassenschüler den Koran, orthodoxe Juden den Talmud oder christliche Fundamentalisten Bibelsprüche. Kein Zweifel, dass auch die alten Damen, die der Autor hier beobachtete, eben jener „Mitte“ entstammen, die man als Schafsherde betrachten kann, die von der Herrschaft manipuliert und gelenkt wird.
Plötzlich sind sie beim Thema Griechenland. Ich hatte es schon befürchtet. Eine von ihnen hat eine dieser Talkshows im Fernsehen gesehen, die seit Wochen nahezu allabendlich über den Bildschirm flimmern. Jetzt stimmen alle mit ein und eine übertrifft die andere mit abfälligen Kommentaren über die faulen Griechen, die an unser Geld wollen; die doch selbst schuld sind, dass es ihnen schlecht geht und die dazu noch undankbar sind, da doch unsere Regierung alles tut, um ihnen zu helfen usw. Mich wundert nicht die Schlichtheit ihrer „Argumente“ und der Grad an Dummheit. Sie sind der Widerhall dessen, was die Medien seit Monaten verbreiten: von der vornehmen FAZ bis zur primitiven, menschenverachtenden BILD. Was mich wundert, ist das Fehlen jeglicher Empathie für die Menschen in Griechenland. (nds)
Die Empathie, die Frerichs zu Recht vermisst, kann man den Damen nicht grundsätzlich absprechen – für ihre Kinder und Enkelkinder haben sie ganz sicher Empathie – diese Empathie ist ihnen allerdings mit Blick auf Griechenland von den Medien regelrecht ausgetrieben worden. In einer monatelangen Kampagne haben Medien von ARD über BILD bis ZDF die Deutschen gegen die „faulen“ Griechen aufgehetzt, wie Joseph Goebbels, Julius Streicher und Konsorten die Deutschen einst gegen Juden, Kommunisten, „Asoziale“ und alles „Nicht-Arische“ in Stellung brachten.
Bei aller Fassungslosigkeit über die kalte Borniertheit der Damen, muss man sich darüber klar werden, dass es sich hier um Opfer der Medien handelt, die ihre eigene Manipulation und Lenkung nicht erkennen. Wer ein bisschen Fantasie hat, weiß, dass man mit einer gegenteiligen Kampagne das exakte Gegenteil hätte erreichen können.
Wäre statt Hetze, Lügen und Desinformation über Griechenland – die den Sinn hatte, nordeuropäische Banken, Versicherungskonzerne und Zinshaie vor Verlusten zu bewahren und den Euro stabil zu halten – die Wahrheit gesendet worden, hätte man den deutschen Bürgern täglich erklärt, dass das Geld nicht den Griechen zugute kommt, hätte man sie täglich mit den Elendsbildern griechischer Krankenhäuser, Schulen und Obdachloser konfrontiert, statt mit der einseitigen Desinformation und Hetze eines Rolf-Dieter Krause oder der BILD-Zeitung, dann hätte Joke Frerichs ein vollkommen anderes Gespräch miterlebt. Dann hätte er Damen gehört, die sich gegenseitig ihre Erschütterung geschildert hätten und von denen einige vermutlich Geld gespendet und sich bei „ihren“ Politikern beschwert hätten.
Diese Macht der Medien, die die Macht von Politikern und sogar von Parteien bei weitem übersteigt, muss man sich immer wieder bewusst machen. Eine Merkel oder ein Obama könnten von den Medien in wenigen Wochen aus dem Amt getrieben werden, haben ihrerseits aber nicht die geringste Handhabe gegen Lügen, Desinformation und Hetze.
Weil er sich dieser Macht nicht bewusst ist, kommt Autor Frerichs zu einem fatalen und weit verbreiteten Fehlschluss:
Diese alten Weiber bestätigen mich in meiner Skepsis gegenüber Forderungen nach Volksabstimmungen. Würde das „Volk“ um seine „Meinung“ gefragt, 80 % wären wohl für einen Grexit und für einen Rauswurf der Griechen. Das raubt einem jede Illusion in die Weisheit des Volkes. Wie sagte doch Arno Schmidt schon vor über 50 Jahren: Hör mir uff mit dem Volk. Die wären doch dem Hitler bis nach Sibirien gefolgt. (ebd)
Ein wahrlich verhängnisvoller Irrtum. Statt ein mehr an Demokratie einzufordern, das Bürger bemündigen würde, statt sie zu entmündigen, redet Frerichs – ausgerechnet auf den Nachdenkseiten – der hierzulande faktisch herrschenden Antidemokratie das Wort. Diese antidemokratische Einstellung, die von der Idee gespeist wird, das Volk sei dumm (warum ist es das denn?) und die Eliten wüssten alles besser, perpetuiert genau das System, das Frerichs zu Recht beklagt.
Die „Lösung“ des Problems liegt aber in der Beseitigung seiner Ursachen und nicht in der Unterdrückung der Symptome. Die Ursache für Unmündigkeit, Verschafung und fehlende Empathie der Bürger liegt in der Fähigkeit der Medien, die Bürger tagtäglich im Sinne der wirtschaftlichen und politischen Eliten zu manipulieren und je nach Bedarf gegen Feindbilder aufhetzen oder im Sinne der Herrschaft bis zur totalen Selbstentmündigung zu sedieren.
Hätte es in Deutschland vor 20 Jahren echte Demokratie und einen unabhängigen, kritischen Rundfunk gegeben, das Fehlkonstrukt des Euro wäre niemals zustande gekommen. Niemals hätten die Deutschen auf ihre D-Mark verzichtet, wenn es dafür nicht wirklich gute Gründe gegeben hätte und in einem offenen gesellschaftlichen Diskurs wären die Bedenken der Bürger mit harten Fakten unterfüttert worden.
Wäre Deutschland eine echte Demokratie aufgeklärter, mündiger und wahrhaftig informierter Bürger, dann hätten diese zu Hunderttausenden gegen die menschenverachtenden Kriege des Westens in den islamischen Ländern protestiert. Aufgeklärte Bürger hätten niemals Sanktionen oder einem neuen Kalten Krieg gegen Russland zugestimmt und würden sich mit den Bewohnern der Krim über deren gelungenes, urdemokratisches Referendum freuen, statt Krieg und Bomben für Mord und Totschlag in der Ostukraine zu finanzieren.
Aufgeklärte, mündige Bürger wüssten, dass Deutschland keine Feinde in Europa hat und deshalb auch kein Militär braucht, sondern ein technisches Hilfswerk, das junge Menschen zu Ärzten, Technikern und Helfern ausbildet, statt zu Mördern und das bei Katastrophen im eigenen Land und überall in der Welt Hilfe leistet, statt Panzer und Gewehre an Despoten zu exportieren.
Es wäre ein Leichtes gewesen, ein solches vorbildliches Deutschland zu errichten, dem viele andere europäische Staaten auf diesem Weg gefolgt wären. Dass es nicht so kam, dass hier Rüstungskonzerne, goebbelsche Medien, kalter Krieg und wirtschaftlich verbrannte europäische Erde fröhliche Urständ feiern, das dient nicht dem prekarisierten, manipulierten und für dumm verkauften Volk, sondern genau den Profiteuren in den Konzernen, die die Macht in ihren Händen halten und die Frerichs fatalerweise für geeigneter hält, die Politik dieses Landes zu bestimmen, als dieses Volk selbst.
Echte Demokratie funktioniert aber nur, wenn die Bürger wahrhaftig, ausgewogen und umfassend informiert sind. Empathieunfähigkeit – wie sie sich auch mit Blick auf Flüchtlinge manifestiert – ist Folge von Desinformation und Hetze. Überall dort, wo Migranten und Nicht-Migranten in sozial stabilen Verhältnissen über längere Zeit zusammengelebt haben, wird man Empathie, Freundschaften und familiäre Bindungen finden. Hass und Ablehnung finden sich dort, wo Unkenntnis und Ressentiment zuhause sind.
Der Weg zu echter Demokratie und größtmöglicher Freiheit eines jeden Individuums beginnt also ohne jeden Zweifel mit wahrhaftiger Information. Wer nicht wahrhaftig und bestmöglich informiert wird, kann niemals angemessene Entscheidungen zur Lösung gesellschaftlicher Probleme treffen. Deshalb kann man echte Demokratie nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt über ein Volk stülpen, das von Lügenmedien manipuliert, aufgehetzt und für dumm verkauft wird.
Deshalb ist es auch nur der halbe Schritt, wenn Jürgen Todenhöfer Politiker zum Teufel jagen will, die Krieg und Elend das Wort reden und befeuern. Der erste Schritt zur Befreiung aus Unmündigkeit und hin zu echter Demokratie ist die wahrhaftige und umfassende Information der Bürger. Ohne diesen Schritt wird es schon aus rein logischen Gründen niemals eine funktionierende, echte Demokratie geben können.
Diese alten Weiber bestätigen mich in meiner Skepsis gegenüber Forderungen nach Volksabstimmungen.
Ein selten dummer Spruch, allein schon deswegen, weil der ihn Tätigende damit klar zeigt, dass er das Wesen dieser Anscheinsdemokratie, die wir nun einmal haben, erkannt hat, aber trotzdem an ihr festhalten mag (sonst wäre die Schlussfolgerung, weshalb Volksabstimmungen unerwünscht sind, eine andere).
Aber vor Wahlen dann wieder ans „wählen gehen“ erinnern oder im Fall der NDS immer gerne mal über Willy Brandts „mehr Demokratie wagen“-Spruch von Anno Steinzeit schwadronieren – für mich sind diese Zeitgenossen völlig aus der Spur.
Sie sehen die große Lüge genau, doch sie wollen sie nicht wahrhaben.
Määäh!
Da dreht man sich im Kreis, und die Resignation von Joke Frerichs ist mehr als verständlich.
Ohne wahrhaftige Berichterstattung keine mündigen Bürger und ohne mündige Bürger keine wahrhaftige Berichterstattung.
Zur „Mitte der Gesellschaft“ siehe:
#Nazi-#Sachsen — WARUM wird der #CDU-Freistaat nicht entlaust…??
Im braunen Freigehege herrscht offenbar Nazi-Freiheit, während CDU-Polizeiminister #Maizière und sein #Verfassungsschutz 20.000 Bullen auf LINKE Obama-Gegner in Bayern hetzen — und eine Armee (siehe Video) von Knüppelbullen auf LINKE Flüchtlingshelfer in Hamburg; inklusive Polizeiterror durch verfassungswidrige „Gefahrenzonen“.
Das verlogene #PACK sitzt in den Sesseln der fetten CDU-SPD-GRÜNE-Posten. ;-)
Das Video beweist den RECHTEN Polizeiterror gegen LINKE:
naja, an rezepten zur weltverbesserung herrscht kein mangel. wie wäre es, endlich mal aus schaden klüger zu werden? schäden kennt jede/r.
aber es muss ja auch nicht dauernd das rad neu erfunden werden. warum nicht mal zurückgreifen auf gute alte ideen, die freilich propagiert und verteidigt werden wollen.
zum beispiel die idee der gewaltenteilung. bald 300 jahre alt. motesquieus idee zur verbesserung der welt der absoluten herrschaft. einschränkung der macht war das ziel. das steht sogar in der verfassung der brd. aber natürlich will so eine idee auch erst mal richtig verstanden werden. aber da hakt es. die sucht nach macht und geld ist wie alle sucht unersättlich und leider auch unausrottbar.
also müssen menschen eintreten für die massive begrenzung und kontrolle der macht. wo geschieht das? nun, das gibt es schon. aber man muss schon suchen. grundsätzlich hat dok recht, dass er für die kritische information eintritt. das ist ja wirklich etwas grundlegendes. grundrecht eben. was die schafe mit dem guten futter anfangen, ist eine andere sache.
„das steht sogar in der Verfassung der BRD“
Welche Verfassung? Wir haben keine! Wir haben nur ein von den Amis gegebenes Grundgesetz.
@ h. yuren
Na ja, warum nicht Montesquieu? Aber warum nicht gleich in die Steinzeit zurück?
Da ist dir wohl eine ganze Strecke Geschichte durch die Lappen gegangen?
Dok, du hast mir aus dem Herzen gesprochen und aus dem Verstand.
Der ehemalige Kanzler Gerhard Schröder ist unter ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Schröder hat selbstherrlich gesagt: „Ich brauche nur die Zeitung xy und die Zeitung yx, um dieses Land zu regieren.“ – Aber niemand hat schneller als er den Sozialabbau in Deutschland betrieben. Wer hat in seiner Zeit wirklich regiert?
Wir müssen bei der Suche nach Vergleichen zu Hasspropaganda nicht so weit zurückgehen. Nicht nur ein Nazistaat hat gegen ihm unliebsame Volksgruppen gehetzt. Die BRD hat jahrzehntelang gegen die DDR und den Ostblock aus allen Rohren gefeuert. Das setzt sich heute unvermindert fort. Neue Nahrung kommt von den westlich sozialisierten Leuten im Osten. Die Forderung Kinkels (BND-Chef und Außenminister) wird voll erfüllt, alles was die DDR betrifft, muss „delegitimiert“ werden. Die eigenen Fehler werden immer den anderen angelastet.
…Ein wahrlich verhängnisvoller Irrtum. Statt ein mehr an Demokratie einzufordern, das Bürger bemündigen würde, statt sie zu entmündigen, redet Frerichs – ausgerechnet auf den Nachdenkseiten – der hierzulande faktisch herrschenden Antidemokratie das Wort. Diese antidemokratische Einstellung, die von der Idee gespeist wird, das Volk sei dumm (warum ist es das denn?) und die Eliten wüssten alles besser, perpetuiert genau das System, das Frerichs zurecht beklagt….
So ist es. Wir alle sind gefangen im „Hamsterrad“ unserer Erfahrungen und Erkenntnisse. Wieviele Leute wissen , was Demokratie bedeutet? Wieviele informieren sich umfassend? Was vielen fehlt ist auch (das Modewort) Empathie. Es bleibt auch immer die Frage, was richtig oder falsch ist. Aber ich will nicht philosophieren. Versuchen wir im kleinen Kreis unser Bestes.
Hier eine lesenswerte Sicht der Asylanten Thematik von einem ehm. Asylrichter aus Bayern…
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Massenflucht – Vorboten einer neuzeitlichen Völkerwanderung
Veröffentlicht am 21. August 2015 von Akademie Integra
Ein nachdenklicher Zwischenruf eines ehemaligen Asylrichters
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https://akademieintegra.wordpress.com/2015/08/21/massenflucht-vorboten-einer-neuzeitlichen-voelkerwanderung/
…hier wird alles gesagt. Guter Text!
Hallo,
ich habe heute in den Nachdenkseiten eine Email von Frau Burger an Herrn Mausfeld gelesen. Ich empfehle euch die Email zu „lesen“. Nur unterste Schublade!
liebe Redaktion
Ihr seid im Ersten Programm des Russischen TV, 1:45min- Glückwunsch
Minute 8:38 wird die Propagandaschau nochmal erwähnt.
Wo soll die „richtige“ Information denn herkommen? Aus der Luft? Erst müssen doch die Bedingungen dafür geschaffen sein, dass eine wahrheitsgemäße Information überhaupt möglich ist. Und Wahrheit ist zudem immer parteiisch. Eine unparteiische Information wird es nie geben, immer spielen informationsfremde Interessen in das hinein, was aus unterschiedlichen Motivationen heraus an die Empfänger, also Leser und Hörer, weitergegeben wird.
Na, sicher wäre es schöner, die Medien würden von niemandem abhängig sein – aber sie können es nicht sein, solange die Grundlage dafür nicht geschaffen ist. Wenn dieser Beitrag konsequent wäre, würde er die Abschaffung der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung fordern, die diese Art Propaganda erst ermöglicht. Aber das tut er nicht, sondern glaubt lieber an seine eigenen Illusionen. Hier wird das Pferd am Schwanz aufgezäumt. Denn was erreicht werden kann, sind höchstens einige gutwillige Zurücknahmen in der Stärke der Propaganda, also Reformen. Aber Reformen haben noch nie etwas grundsätzlich geändert, sondern lediglich gemildert. Sie verschleiern im Gegenteil die Zustände und verlängern sie auf diese Weise. Da gibt es kein „Hineinwachsen“ in die „seriöse“ Berichterstattung.
Was gebraucht wird, ist eine „Revolution“ in der Medienpolitik, aber die ist nicht ohne Revolution gegen die gesellschaftliche Realität erreichbar. Jeder, der logisch denken kann, muss diesen Beitrag unter Ulk abbuchen.
@w-zwerg: nicht gleich das baby mit dem wasser ausschütten… ich würde eher von einem aufwachprozess sprechen… ein prozess, der mißstände erkennen lässt… üble mißstände zwar, die auch schon längst bekannt sind… aber leider nur bei 2% von den 98 % der schafe eben…
@Wurzelzwerg, geh voran.
@ Maren
Dieser Blog und die Publikumskonferenz werden nichts an der BRD-Medienpolitik ändern, wir können ein paar Medienenttäuschte vielleicht anstupsen – solange wir nicht wissen, was wir eigentlich wollen. So ein bisschen Rumquatschen im Internet kann es doch wohl nicht sein. Medien sind nur Handlanger der herrschenden Politik, man muss, will man was ändern, an die Wurzeln gehen, an die Politik. Ist doch nicht so schwer zu verstehen. Aber genau da liegt das Problem. Sowohl die Publikumskonferenz als auch dieser Blog wollen sich gar nicht sich mit der Politik anlegen, und ich frage mich, was wir eigentlich wollen. Nachrichten wie in den siebziger Jahren, wo angeblich die westdeutsche Welt noch in Ordnung war? Ich habe noch nicht herausgefunden, worum es eigentlich der Publikumskonferenz und diesem Blog geht, irgendwas Nebulöses wie saubere Berichterstattung im Rahmen der Gesetze ohne Kleber, Miosga und Atai – oder so?
Solange wir im Gehege der vorgegebenen Regeln bleiben, und das betrifft besonders die Publikumskonferenz, müssen wir nach deren Regeln funktionieren. Und die sind so verfasst, dass wir nicht gewinnen können. Die haben sich abgesichert und uns in die Rolle von quengelnden Bittstellern gedrängt. Denk mal an dein Interview, im Grunde wollten sie das Anliegen unglaubwürdig und dich als Person lächerlich machen.
Ich weiß, es ist viel verlangt von Leuten, sich politisch zu engagieren, die mal bloß die tolle Idee hatten, den Medien die Hölle ein bisschen heiß zu machen. Ich bin mir über das Illusionäre des Engagements voll im klaren. Aber ich vermute, wenn wir es ernst meinen mit unserem Protest, wird sich alles Weitere von selbst ergeben. Oder die tolle Idee war dem Thema nicht angemessen, einfach zu klein.
@Wurzelzwerg
Dem stimme ich zu.
Diese ganzen diskussionen werden nichts bringen. Es wir zuviel rumgelabert und energie verschwendet. Es passiert aber nichts. Wo sind die Demos vor dem Bundestag? und die muesseten jeden Tag dort sein. Dem Michel muss es noch viel schlechter gehen und das wird sicher kommen. Meiner Meinung nach wird es dann zu spaet sein.
Hammer, dem ist nichts aber auch rein garnichts hinzuzufügen.
Leite den Text sofort weiter.
“Worte sind das stärkste Rauschgift, das die Menschheit verwendet.”
Ich hatte ein anderes Erlebnis mit solche einem „Damenkaffekränzchen“. Denn diese Damen waren sehr gut informiert. Sie redeten davon wie die Griechen, Spanier, Italiener und Portogiesen durch die Troika und IWF drangsaliert werden und das das alles doch nur eine weitere Bankenrettung war.
Allerdings – andere Erlebnisse waren nicht so positiv
Ich berichtete einem guten Freund letztes Jahr über die steigende Kriegsgefahr welche durchaus in einem Atomkrieg enden könnte. Er schaute mich entsetzt an und meinte dann „das müsse man beobachten“. Später war er dann in Ungarn im Urlaub, sah wie deren wirtschaftliche Lage ist und suchte im SPIEGEL nach Hintergründen. Auf meinen Hinweis das man im Spiegel da nichts objektives finden würde kam — nichts.
Ein anderer guter Freund kümmert sich nur um „seine kleine Welt“ weil ihn die Politik immer so „runterzieht“. Auf meinen Hinweis das diese Politik ihn und seine „kleine Welt“ massiv beeinflußt hatte und in Zukunft noch stärker negativ beeinflußen würden kam wiederum — nichts.
Jeder macht dieselben Beobachtungen, endlos viele, aber ebenso wie die Forderung Todenhöfers: Wie kann man das ändern????
…ein rezept gibt´s wohl nicht :-)
aber einen der wichtigsten ansätze sehe ich bei den jungen menschen… immer mehr benötigt man phantasie, empathie und medienkompetenz. und genau hier werden die perversesten dinge implantiert, um den formatierten und gut funktionierenden staatsdiener zu kreieren: frühzeitig aus der „nestwärme“ – kita für jeden säugling… dann geht es weiter mit der kompetenz, frühzeitig tasten zu bedienen (ps´s in der vorschule etc…) … wie immer: man kann nur selber versuchen, sein „ding“ zu leben, vorbild sein… oder?
s. dazu auch:
Hollywood -Special – Die Korrumption unserer schöpferischen Kraft und die Konditionierung bestimmter Denk- und Verhaltensweisen
http://mikeondoor-news.de/hollywood-die-korrumption-unserer-schoepferischen-kraft-und-die-konditionierung-bestimmter-denk-und-verhaltensweisen/
Die Welt im großen umkrempeln zu wollen, ist m.M.n. eine der weit verbreiteten Fehlannahmen der progressive denkenden Menschen. Weder Revolution noch Reformen, schon gar nicht Wahlen und „Poltik“ werden diese Welt in unserem Sinne verändern. Wirkliche und nachhaltige Veränderungen beginnen bei einem selbst, bei sich und seiner „kleinen Welt“. Alles was man dort richtig macht, färbt auf die Umwelt und Mitmenschen ab…, aber alle Versuche, das was man durch selbstständiges Denken und durch Erfahrungen an Selbsterkenntnis gewonnen hat, müssten irgendwie den anderen „beigebracht“ werden, im Sinne von Belehrungen und Besserwisserei, werden fehlschlagen, weil eigene Erkenntnis (meist aus Fehlern gelerntes) NICHT von außen ersetzt werden kann. Wir können helfen, die Augen zu öffnen, Denk-Anstöße geben (um Erkenntnis zu erlangen, bevor die Schafe irgendwann in den Trümmern „Nie wieder“ blöken), …v.a. in der „kleinen Welt“ um uns herum, mit gutem Beispiel vorangehen als „menschlicher Mensch“. Das kann auf lange Sicht die Menschheit verändern oder vielleicht retten.
helga, genau meine denke!
@ Helge
Ich zweifle sehr daran, dass, wenn du dich selbst änderst, du auch gleich die ganze Welt mitänderst. Und selbst wenn es Millionen oder Milliarden wären, die sich ändern würden, natürlich zum „Guten“, wären die unmenschlichen Zustände in der Welt noch nicht geändert. Auf was für seltsame Ideen die Leute so kommen können, schon erstaunlich.
@w-zwerg: …helga richtig lesen, mein lieber:
„Die Welt im großen umkrempeln zu wollen, ist m.M.n. eine der weit verbreiteten Fehlannahmen der progressive denkenden Menschen.“
Zweifelzwerg!
Niemand MUSS die ganze Welt mitändern!!
Das ist westlich-materialistischer Kontrollwahn! Genau das, was NWO und „Gottes Werk verrichtende“ Banker tun. Und das ist auch der Fehler des auf Materialismus aufbauenden „real existierenden“ Sozialismus, der dieses Konzept von oben oder von unten auf die ganze Welt überstülpen wollte. (KommIntern, SozIntern, Weltrevolution)
Wo sind wir denn hier bei der PS mittlerweile angekommen? Beim Selbsthilfekreis der anonymen Gesundheitslatschenträger?
Dieser Schwachsinn, „wenn man sich selbst ändert, ändert sich auf die Welt“, ist der ewige Sand den man den 68ern und dem ganze esoterischem und pseudo-linken Gedöns in die Augen gestreut hat, damit diese bloß nicht auf die Idee kommen aufzubegehren und erkennen, dass die paar Polizisten eine entschlossene Volksmasse niemals aufhalten können. Wer solche Theorien verbreitet ist entweder schon in einer Parallelwelt aus Bioladen und Hare Krishna angekommen oder selbst ein Maulwurf.
@Helge
Du bist also der Meinung das eine nachhaltige Änderung der Verhältnisse in der „großen“ Welt in der „eigenen kleinen Welt“ anfängt.
Die „eigene kleine Welt“ wurde von der Politik in den letzten Jahren massiv negativ beeinflußt und man muß feststellen das es uns ist es vergleichsweise harmlos aussieht (wenn man das zb. mit der Ukraine / Syrien / Libyen … vergleicht). Welche Möglichkeiten hat denn die „eigene kleine Welt“, auch wenn sie so liebevoll und rücksichtsvoll aufgebaut und ausgestaltet wie´s gerade nur geht wenn zb. in Europa ein konventioneller Krieg zwischen Rußland und der Nato beginnen würde? Dann ist diese tolle kleine Welt ziemlich schnell im Arsch. Ebenso wird diese „eigene kleine Welt/Himmel“ ganz schnell zur „eigenen kleinen Hölle“ wenn die psychischen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit oder massiver Ausbeutung auf diese durchschlagen. Nur mal 2 Beispiele.
Dazu – die Arbeitnehmerrechte wurden in den westlichen Staaten hart und blutig erkämpft. Da war der Ursprung nicht die „eigene kleine Welt“ sondern das außen.
Ich bin deshalb der Meinung das diese Änderung bei möglichst viel Punkten beginnen muß – bei der „eigenen kleinen Welt“ ebenso wie bei der „Politik“.