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zdf_80Immer wieder steht man angesichts von Propaganda und Desinformation deutscher Medien vor der Frage, ob es sich nur um unfassbare Dummheit oder rotzfreche und schamlose Lügen handelt.

Man kann dabei gar nicht sagen, was schlimmer wäre, denn weder im einen noch im anderen Fall haben diese Leute etwas in einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk verloren, dessen Aufgabe es ist, die Bevölkerung umfassend, ausgewogen und wahrhaftig zu informieren.

Stattdessen fühlen sich ehemalige DDR-Bürger längst an alte Zeiten erinnert und den Wessis dämmert, dass sie jahrzehntelang genauso für dumm verkauft wurden, wie die westlichen Medien es der ideologischen Konkurrenz im Osten immer unterstellt haben.

Selbstverständlich haben die Verantwortlichen für diese Propaganda längst bemerkt, dass die Bürger, die sich heute dank Internet unabhängiger und vielstimmig informieren können, ihnen massenhaft von der Fahne gehen. Dennoch klammern sie sich an den eingeschlagenen Kurs, wie die letzten Kader eines senilen Politbüros, die am Fenster die Scharen von Demonstranten vorbeiziehen sehen und denen nichts anderes einfällt, als die Erfolge der Partei zu beschwören und die Verderbtheit des Internets zu geißeln.

Wenn Marietta Slomka im heute-journal einen Bericht über Desinformation und Propaganda ankündigt, dann wäre es deshalb völlig absurd, aus diesem verrotteten Apparat Selbstkritik zu erwarten. Vielmehr steht sie vor der Kamera und hat nichts anderes im Sinn, als mit dem Finger auf die anderen zu zeigen: auf „Diktaturen“, wie die DDR.

Für das informelle Prekariat, Menschen, die sich nur in ARD, ZDF und anderen gleichgeschalteten Propagandamedien „informieren“, mag das noch verfangen. Senioren, die es ein Leben lang gewohnt sind, allabendlich ARD und ZDF zu schauen, um dann das Gefühl zu haben, informiert zu sein, sind die Zielgruppe – und die Letzten, die das Geschwätz von Slomka und Konsorten noch ernst nehmen.

Wer nicht von diesen staatlichen Berufslügnern infantilisiert und verblödet ist, für den war die Vorstellung Slomkas an diesem Abend ein peinliches Spektakel der Selbstverleugnung, das an Lance Armstrong oder Jan Ullrich erinnerte, die – vor ihrem tiefen Fall – notorisch in die Kameras logen, wie schrecklich Doping doch sei.

Weil diese zum Fremdschämen anrührende Vorstellung Slomkas – die sich eines Tages mit Sprüchen wie „wir wollten ja nur das Beste“ und „wir hatten ja keine Wahl“ herausreden wird – und der folgende Bericht von Henriette de Maiziere durchaus historischen Schauwert haben und weil die Nachdenkseiten gerade einen so wunderbar passenden Kontrapunkt verlinkt haben, werden wir hier beide Videos gegenüberstellen: Die vorsätzlichen Lügner des ZDF und Chris Hedges, der unter anderem 15 Jahre für die New York Times gearbeitet hat.

Zunächst also der knapp 4 Minuten lange Beitrag aus dem heute-journal vom 17. August:

Und nun Chris Hedges im Interview mit RT (deutsche Untertitel):

Hedges Warnung vor einer totalitären Zukunft sollte man ausgesprochen ernst nehmen. In der auch in Deutschland zunehmenden Prekarisierung von Journalisten liegen aber zugleich Chancen und Risiken. Die Chance besteht darin, dass sich Bürger nicht mehr von Medienkonzernen in der Hand einiger weniger Wirtschaftsoligarchen füttern und manipulieren lassen, sondern aktiv den eigenen Informationsprozess in die Hand nehmen. Für diesen neuen Journalismus stehen unabhängige Köpfe wie Ken Jebsen, Tilo Jung und andere, für die sich ein Geschäftsmodell durch direkte Finanzierung – vorbei an Konzernen und Inhabern von Rotationspressen – etablieren wird.

Daneben haben wir in Deutschland die große Chance, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu reformieren. Alles was wir dazu tun müssen, ist die Verantwortlichen auf dem Gerichtsweg zwingen, sich an die Vorgaben des Staatsvertrags zu halten, Politiker aus Gremien zu entfernen und „Journalisten“ vor die Tür zu setzen, die das Volk belügen, manipulieren und vorsätzlich oder durch Inkompetenz in die Irre führen.