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zdf_80Til Schweiger würde man sicher nicht nach einem Statement zu politischen Ereignissen fragen, um sich davon tiefgreifende Erkenntnisse zu erhoffen. Seine klare humanistische Haltung in Sachen Flüchtlingselend hat ihn dennoch zu einem Zoon Politikon gemacht, zu einem Wutbürger der anderen Sorte – der vorbildlichen.

In einem aktuellen facebook-Post empört sich Schweiger zurecht über eine hanebüchene Schönfärbung des Staatssenders ZDF, wo man ein verharmlosendes und rückgratloses Zitat der Bundeskanzlerin über die virulente Gewalt gegen Flüchtlinge zu „klaren Worten“ umgedeutet hat.

„Gewalt gegen Flüchtlinge ist unseres Landes nicht würdig“, hatte Merkel im Interview mit dem ZDF gesagt. Die Redaktion des regierungsnahen Mainzer Senders will das den Zuschauern als „klare Worte“ verkaufen. Eine Verhöhnung der deutschen Sprache und der Bürger, die Til Schweiger offensichtlich nicht unwidersprochen stehenlassen wollte.

„Abhören unter Freunden geht gar nicht“, aber Gewalt gegen Flüchtlinge ist nur „unwürdig“? Welches moralische Maß liegt diesem Wertesystem zugrunde? Unwürdig ist es für einen reichen Staat, wenn dort Menschen in Zelten hausen müssen. Unwürdig ist es für eine Regierungschefin, wenn sie sich bespitzeln lässt ohne etwas dagegen zu unternehmen. Unwürdig ist es für einen Journalisten, Zitate der Regierung schönzufärben.

Aber Gewalt gegen Menschen, die vor Not und Elend geflüchtet sind und ihr letztes Hemd am Leib tragen, die ist nicht eines Landes „unwürdig„, sondern es sind vor allem kriminelle Straftaten, die in keiner Weise zu verharmlosen oder gar zu tolerieren sind und sie sind eine beschämende Schande für dieses Land – so wie Journalisten, die krude Merkel-Zitate beschönigen, eine Schande für den Journalismus sind.