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ARD, Demokratie, Desinformation, Gekaufte Journalisten, Griechenland, Mediendiskurs, Neoliberalismus, Propaganda, Staatsmedien, Syrien, Ukraine, ZDF
Marcus Klöckner im Interview mit Margarete Jäger und Regina Wamper über die Kommentare der Süddeutschen Zeitung zur Griechenland-Krise
„Die SZ folgt dem technokratischen Herangehen der politischen Akteure“
Über einen Zeitraum von sechs Monaten haben die Wissenschaftlerinnen Margarete Jäger und Regina Wamper die Kommentare der Süddeutschen Zeitung (SZ) zu Griechenland untersucht und dabei festgestellt: Die darin vertretenen Meinungen orientieren sich stark an den vorherrschenden Sichtweisen, wie sie von tonangebenden Persönlichkeiten aus dem Lager der Politik in Deutschland vertreten werden.
Die Analysen von Margarete Jäger, Leiterin des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS) und der Germanistin und Politikwissenschaftlerin Regina Wamper (ebenfalls vom DISS) haben außerdem ergeben, dass sich die SZ-Kommentatoren einer bestimmten „Hintergrundfolie“ bedienen, wenn sie sich mit Griechenland befassen. Die Kommentare sind von neoliberaler Ideologie geprägt, dem Begriff Reformen kommt eine ganz eigene Bedeutung zu. Im Telepolis-Interview stellen sie die Ergebnisse ihrer Analyse detailliert vor und mahnen die Medien an, die Positionen der Herrschenden kritischer zu hinterfragen…..
Die SZ antwortet heute so, wie die „Qualitätsmedien“ immer auf Kritik reagieren. Die „Lügenpresse“ ist demnach eine Erfindung von „Rechtsradikalen“, die zudem auch noch Beweise fälschen. Wer will schon mit Rechtsradikalen in Verbindung gebracht werden, soll hier hier suggeriert werden.
Wir brauchen keine spanischen Gesetze, die Lügenpresse und die Gewerkschaften sind auf Linie.
Die Journalisten plappern nicht den Politikern nach, sondern sie plappern im Chor. Die neoliberale Ideologie wurde zuerst den Deutschen in die Köpfe gepflanzt und breitet sich jetzt über ganz Europa aus, wie dieser gute Artikel erklärt:
„Schäubles Gehäuse – Geschichte und Wirkmacht der ordoliberalen Denkschule“ von François Denord, Rachel Knaebel, Pierre Rimbert.
http://monde-diplomatique.de/artikel/!5220717
Das die große Masse nur Mitläufer bzw. Trittbrettfahrer sind, ist mir schon lange bewusst! Irgendwie witzig das diese Nachplapperer glauben sie hätten eine eigene Meinung!
Und NUR sie! Während alle Kritiker des neoliberalen Einheitsbreies sich anhören lassen müssen, sie wären „ferngesteuert“. Und zwar unisono! :-)
Nein, so darf das (zumindest) in Deutschland nie wieder laufen. In Hinblick auf die Schuldfrage reicht es, nachzuweisen dass sie hätten wissen können.
Die beiden Medienwissenschaftlerinnen haben sich die Berichterstattung der SZ sehr genau angesehen, können sie aber nur einordnen in das ihnen von ihrer Wissenschaft vorgegebene Schema, nicht aber in politische Zusammenhänge. Das wird sogar implizit vermieden. Dieser Teil der Untersuchung wäre aber meiner Ansicht nach der wichtigste, weil es sich eben um Politik handelt, die „Fachidiotie“ engt also den Blick auch dieser Untersuchung ein. Aber sie ist wichtig trotzdem, durchaus lesenswert, es werden viele Momente herausgearbeitet, die durchaus nicht nur für die Berichterstattung zu Griechenland gültig sind, sondern für die gesamte Berichterstatung der deutschen „seriösen“ Medien.