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zdf_80Gerade erst haben wir darüber berichtet, wie das ZDF die Ermittlungen des deutschen Generalbundesanwalts gegen deutsche Journalisten wegen angeblichen Landesverrats als Petitesse abtun wollte und mit dürren Worten im Nach­rich­ten­block von heute und heute-journal versteckte. Erst am folgenden Tag – nachdem ein Proteststurm zunächst durch die sozialen Medien des Internet ging und dann auch in deutschen Konzernmedien Zweifel am Vorgehen des Gene­ral­bun­des­anwalts artikuliert wurden – änderte der Mainzer Propagandasender den offensichtlich realitätsfremden Regierungskurs und schlug sich nun auf die Seite derer, die einen solchen Vorgang für skandalös halten.

Dieses Herunterkochen und Verschweigen von Nachrichten, das groteske Verzerren, meinungsmachende Fehlbewerten, Verharmlosen oder auch das Überbewerten von Nicht-Informationen, bis hin zur Fabrikation von Nachrichten, die keine sind, hat im Mainzer Staats- und Propagandasender bekanntlich Methode.

So wundert es nicht, dass am gestrigen Sonntag Abend in der 19.00 Uhr heute-Sendung mit einer Nicht-Nachricht groß aufgemacht wurde. Diese Nicht-Nachricht kam nicht einmal aus Deutschland, nicht einmal aus Europa, sie bezog sich nicht auf ein tatsächliches Geschehen von Bedeutung, sondern drehte sich um nichts Banaleres, als eine Ankündigung des US-Präsidenten, etwas gegen den Klima-Wandel unternehmen zu wollen. Nochmal: es wurde kein Gesetz verabschiedet, es wurde kein Gesetz umgesetzt, es wurde nichts getan, außer der Ankündigung, etwas tun zu wollen. Für den US-amerikanischen Pro­pa­gan­da­sender ZDF war das die Top-Nachricht des Tages und sowohl Nachrichten­vorleser Christian Sievers, als auch ZDF-PR-Mann in Washington Ulf Röller, konnten vor lauter Aufregung kaum das Wasser halten.

ZDF heute 02.08.2015

ZDF_02082015_h19_Klima240Christian Sievers: „Kampf für das Klima!!! US-Präsident Obama will das Hunderte Kohlekraftwerke schließen…
Wir beginnen mit großen Worten des amerikanischen* Präsidenten. Barack Obama will offenbar als Vorkämpfer
(sic!) für das Klima in die Geschichts­bücher eingehen. Zumindest kündigt er heute den (Sievers tut an dieser Stelle so, als ob er ablesen würde) größten, wichtigsten Schritt zur Bekämpfung des Klimawandels, den wir jemals getan haben, an. Wenn die USA diese neuen Vorsätze wirklich umsetzen, würden Solar- und Windenergie massiv gefördert, Hunderte Kohlekraftwerke müssten wohl schließen. Über den großen Plan und seine Chancen aus Washington Ulf Röller.“

ZDF_02082015_h19_Klima1240Ulf Röller: „Der Mann im Weißen Haus macht Politik für die Geschichts­bücher und er liefert auch gleich die Bilder dazu. In einem Film wirbt Präsident Obama für seine verschärften Klimaziele. Die immer wärmer werdende Erde bedrohe unser Leben… Ehrgeizig sind Obamas Vorgaben…danach müssten….käme es sosie sollen
Obamas Macht reicht nicht mehr aus, die Klimapolitik seines Landes nachhaltig zu beeinflussen. Ist der nächste Präsident ein Republikaner, macht dieser wohl die Entscheidung rückgängig. Trotzdem ist dies heute ein wichtiger Tag. Obama will sein Land zwingen, intensiv über die Erderwärmung nachzudenken.“

Die Wahrheit: US-Präsident Obama ist seit 7 Jahren im Amt und hat in dieser Zeit mit großmäuligen Reden wohl mehr CO2 ausgestoßen, als durch aktive Klimaschutzpolitik eingespart. Nach einem Rückgang infolge der Wirtschaftskrise 2008 steigt der CO2-Ausstoß der USA nun im zweiten Jahr nacheinander wieder an.

Man muss also schon ein kompletter Idiot oder frecher Lügner wie Christian Sievers sein, um angesichts einer Ankündigung im Jahr 2015 – fast 20 Jahre nach dem Abschluss des Protokolls von Kyoto 1997 – etwas gegen den Klimawandel tun zu wollen, von einem Zitat: „Vorkämpfer“ zu sprechen, der „in die Geschichtsbücher eingehen wolle.“

Um noch einmal zum Vergleich von oben zurückzukommen: Wenn in Deutschland der Generalbundesanwalt gegen harmlose Journalisten ein Verfahren wegen Landesverrats einleitet, dann ist das für den Staatsfunk aus Mainz eine Lappalie, die es im hinteren Teil eines Kurznachrichtenblocks zu verstecken gilt. Wenn der Präsident der Besatzungsmacht USA über Twitter eine PR-Meldung in eigener Sache verbreitet, ist das für diesen Staatsfunk eines besetzten Landes die Top-Meldung des Tages. Wer meint, dieses ZDF hätte auch nur das Geringste mit seriösem Journalismus zu tun, der muss tatsächlich so dämlich sein, wie ihn die Propagandisten des ZDF einschätzen.

Dass die Hauptprotagonisten der Landesverrats-Ermittlungen, VS-Chef Maaßen und Generalbundesanwalt Range, sich in Lügen darüber verstricken, ob denn die Namen der Journalisten bereits in der Strafanzeige genannt wurden oder nicht, ist dann im zwangsgebührenfinanzierten, US-amerikanischen Propagandasender ZDF wieder nur zweitrangig. Wundert es jemanden?

Dass ein deutsches SEK am selben Tag in Bonn einen mit einem Messer „bewaffneten“ Flüchtling niedergeschossen hat, war den Berufslügnern des ZDF erwartungsgemäß nicht einmal eine Randnotiz wert.


*ein Idiot wie Christian Sievers wird den Unterschied zwischen dem Kontinent Amerika und dem Staat USA, von dessen Präsident hier die Rede ist, niemals verstehen