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ard_logoSo stellt man sich die Hauptnachrichten in Nordkorea vor: „Unser geliebter Führer ist bereit, sich für eine weitere Amtszeit aufzuopfern“. Kaum anders der Duktus in der ARD tagesschau am Samstag Abend:

ARD_tagesschau_01082015Thorsten Schröder: „Kanzlerin Merkel scheint zu einer weiteren Amtszeit bereit. Nach einem Be­richt des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ will sie zur Bun­des­tags­wahl in zwei Jahren offenbar noch einmal antreten. … Im Falle einer Wiederwahl wäre es Merkels vierte Amtszeit als Kanzlerin…“

Die Wortwahl der tagesschau suggeriert, ganz Deutschland hätte auf diese frohe Botschaft gewartet und müsse Merkel jetzt dankbar sein, dass sie sich erneut für das Land aufopfert. Für die ARD mag diese Sichtweise zutreffen. In einem seriösen und unabhängigen Rundfunk hätte man zweifellos eine andere Formulierung gewählt, zum Beispiel „Merkel will noch einmal kandidieren“. Aber mit seriösem, unabhängigen Rundfunk hat die ARD so viel zu tun, wie der Staatsfunk in Nordkorea.


Bei der Bundestagswahl 2013 hatten 29,7% der wahlberechtigten Bürger Merkels Parteibündnis CDU/CSU gewählt.