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wdrSelbstverständlich wird auch in der ARD bereits seit Wochen mit Lügen und Verleumdungen gegen die WM in Russland gehetzt. Konsequent und mit denunziatorischem Vorsatz wurde die Vergabe nach Russland mit der Korruption bei der Vergabe der WM 2022 nach Katar in einem Atemzug genannt. Motto: Irgendwas wird schon hängen bleiben.

Tatsächlich gibt es nicht den geringsten Hinweis und nicht einmal halbwegs nachvollziehbare Gründe, warum vor der Vergabe der WM 2018 nach Russland Geldbündel den Besitzer gewechselt haben sollten. Auf den Nachdenkseiten hat Jens Berger die Umstände der Vergabe aufgearbeitet – eine Aufgabe, die eigentlich von öffentlich-rechtlichen Sendern übernommen werden müsste, wenn sie nicht schäbige Hetz- und Propagandasender wären.

Anrüchiges fand Berger nur bei Beckenbauers Berufung zum „Sportbotschafter“ des Verbands russischer Gasproduzenten nach der Vergabe und bei Verträgen, die der Konzern des zypriotischen Fußballfunktionär Marios Lefkaritis mit Gazprom abgeschlossen haben soll. Dabei ist weder verwunderlich, dass man sich in Russland mit Beckenbauer schmücken möchte, noch, dass dieser sich dieses „Engagement“ bezahlen lässt. Dass Beckenbauer eigentlich lieber für England gestimmt hätte und sich durch den nachträglichen Vertrag im Vorhinein korrumpieren ließ, kann als einigermaßen abwegig angesehen werden.

Dass der Zypriote nicht erst großartig überzeugt werden musste, stellt auch Berger fest. Zyprioten und Russen haben seit langem gute Beziehungen, die vermutlich nicht von einer hetzerischen Presse diffamiert werden. Wenn sein Energiekonzern Geschäfte mit russischen Gaskonzernen macht, ist das auch nicht zwangsläufig anrüchig, sondern eher dem diesbezüglichen Beinahe-Monopol der Russen zuzuschreiben.

nds_logo_neuFür 2018 kamen nach dem Rotationsprinzip der Fifa nur die Europäer …  infrage. Über die Vergabe der WM 2022 an Katar wurde viel geschrieben, Einzelheiten der Vergabe der WM 2018 an Russland sind jedoch weitestgehend unbekannt. Neben Russland kandidierten noch das Duo Spanien und Portugal, das Duo Niederlande und Belgien und England. Die Niederlande und Belgien hatten bereits 2000 die Europameisterschaft ausgetragen, die ebenfalls im Jahre 2004 von Portugal ausgetragen wurde. Da die internationalen Fußball-Verbände Wert auf Rotation legen, galten die beiden Duos damit von vorn herein als krasse Außenseiter. Hinzu kam beim Duo Spanien/Portugal, dass die Finanzierung wegen der Eurokrise mehr als zweifelhaft erschien. Der eigentlich aussichtsreichste Konkurrent von Russland war somit England.

Was genau die Engländer falsch gemacht haben, ist unbekannt – hinter den Kulissen ist jedoch von „Arroganz“ und „Hochnäsigkeit“ die Rede. England schied jedenfalls für viele überraschend bereits in der ersten Abstimmungsrunde mit lediglich zwei von 22 möglichen Stimmen aus. In der zweiten Runde entschied dann Russland mit 13 Stimmen die Vergabe erwartungsgemäß für sich – Spanien/Portugal bekam sieben, Niederlande/Belgien zwei Stimmen. Eine große Überraschung war der Sieg Russlands somit nicht, schließlich hatte Russland und vormals die Sowjetunion noch nie ein internationales Fußballturnier ausgetragen und war somit gemäß der Vergabelogik endlich an der Reihe.

Wenn es um die WM-Vergabe geht, wird Russland stets in einem Atemzug mit der skandalösen WM-Vergabe an Katar genannt. Warum? In Russland gibt es kein Wüstenklima, Russland hat anders als Katar eine große Fußballtradition und in Russland sterben auch keine Tausende Arbeiter auf den WM-Baustellen. Sicher, in puncto Menschenrechte ist auch Russland kein Vorbild. Dies hat – um es zynisch auszudrücken – bei der WM-Vergabe jedoch noch nie eine Rolle gespielt. Die erste WM in Europa fand 1934 in Mussolinis Italien statt, 1978 durfte die argentinische Militärjunta die WM veranstalten – dagegen, und auch im Vergleich zu Katar, ist Russland sogar ein Hort der Menschenrechte. Aber darum geht es bei der Kritik ja auch nur am Rande. Russland soll vielmehr – ebenso wie Katar – die Fifa-Funktionäre bestochen haben, um die WM zu bekommen. Stimmt das?

Diese Frage lässt sich natürlich ohne Einblick in die Kontoauszüge sämtlicher Fifa-Funktionäre nicht sicher beantworten. Es gibt jedoch bei der WM-Vergabe an Russland nur kleinere Indizien, die auf Unregelmäßigkeiten hinweisen. Und diese Indizien beziehen sich interessanter- und pikanterweise ausschließlich auf europäische und nicht auf lateinamerikanische, afrikanische oder asiatische Fifa-Funktionäre, die ansonsten immer wieder mit Korruption in Verbindung gebracht werden. So hat der deutsche Funktionär Franz Beckenbauer wenige Monate nach der WM-Vergabe an Russland einen lukrativen Vertrag als „Sportbotschafter“ des Verbands russischer Gasproduzenten ergattern können – Gerhard Schröder lässt grüßen. Das zweite Indiz betrifft den Zyprioten Marios Lefkaritis, dessen Ölkonzern Petrolina kurz vor der WM-Vergabe lukrative Aufträge von einer Gazprom-Tochter bekam. Ob hier Stimmen gekauft wurden, ist aber allenfalls spekulativ. Beckenbauer macht keinen Hehl daraus, Russland seine Stimme gegeben zu haben (während er bis heute zur Stimmabgabe für die WM 2022 schweigt) und Lefkaritis galt seit jeher als Unterstützer einer russischen WM.

Bei der Vergabe der WM 2018 nach Russland gab es jedoch nach jetzigem Wissensstand keine Treffen, bei denen afrikanischen Funktionären Millionenbeträge angeboten wurden und keine fragwürdigen „Nebengeschäfte“ mit asiatischen oder lateinamerikanischen Funktionären, wie es bei der WM-Vergabe an Katar protokolliert der Fall war. Auch die aktuellen Ermittlungen des FBI haben nichts mit der WM-Vergabe an Russland zu tun. Mehr noch – wenn man einmal die Indizienlage vergleicht, ist sogar die WM-Vergabe 2006 an Deutschland korruptionsverdächtiger als die WM-Vergabe 2018 an Russland.

Dies alles stört die deutschen Medien jedoch nicht. Auch am Samstag wird es in den meisten einschlägigen Medienberichten wieder heißen, die WM-Vergabe an Russland sei von „Korruptionsvorwürfen“ begleitet. Solange es die „Richtigen“ trifft, schaut man lieber nicht so genau auf die Fakten. (Quelle: Nachdenkseiten)

Bedenkt man, dass Portugal erst 2004 die Europameisterschaft ausgetragen hat und Spanien die WM 1982, dann ist es eher verwunderlich, dass die Bewerbung Spanien/Portugal immerhin 6 Stimmen erhalten hat. Die Historie spricht hier eindeutig für Russland als Austragungsort.

WDR SambaleTrotz der Fakten, versucht die ARD weiterhin, die Vergabe nach Russland in ein schiefes Licht zu stellen. Markus Sambale ist dabei eines der willigen Propagandamäuler, die statt Fakten lieber Projektionen, Verleumdungen und Unterstellungen verbreiten:

Alles spricht dafür, dass die WM 2018 wie geplant in Russland stattfindet – selbst wenn neue Korruptions-Enthüllungen bei der Vergabe des Turniers ans Licht kommen. Zu peinlich wäre eine offizielle Aberkennung. Zu hoch wäre der finanzielle Schaden. Und zu knapp ist die Zeit, den Austragungsort zu verlegen.

Offen ist dagegen die politische Entwicklung. Sollte Russland den Krieg in der Ukraine aufs Neue eskalieren lassen, würde wohl im Westen eine verschärfte Boykott-Debatte losgehen. Dabei machen die WM-Vorbereitungen in Städten wie Moskau und Sankt Petersburg einen guten Eindruck – vom Stadionbau über Flughäfen und Hotels bis zur Professionalität der Helfer. Sportler und Funktionäre waren beeindruckt, wie offen und freundlich sie empfangen wurden.

Unerträglich für ein WM-Gastgeberland ist aber, dass Rassismus in Russland nur halbherzig verurteilt und Schwulenfeindlichkeit sogar noch geschürt wird – im Stadion und in der Gesellschaft insgesamt. Selbst wenn die WM also in drei Jahren perfekt organisiert wird – für ein unbeschwertes Fußballfest fehlt noch viel. (Webseite, Audio)

farenet_org240Selbstverständlich wird Rassismus in russischen Stadien – der sich von dem in anderen europäischen Ländern in Nichts unterscheidet – nicht nur verurteilt, sondern es wird aktiv dagegen vorgegangen. Eine Informationsbroschüre auf Seiten des russischen Fußballverbands enthält Hinweise für Security und Stadienpersonal auf rassistische, faschistische und neonazistische Symbole. Es wundert wohl niemanden, dass die große Masse der Symbole dem deutschen, westeuropäischen oder US-amerikanischen Faschismus und Rassismus entstammt. In Russland gibt es schlicht keinen organisierten, historischen Rassismus, weshalb sich dortige Rassisten in erster Linie auf deutsche Nazi-Symbolik stützen. Ein Thema, das für einen deutschen Staatsfunk – der regelmäßig Faschisten in der Ukraine verharmlost – natürlich niemals auf die Tagesordnung käme.

In Russland ist man sich der hiesigen Propaganda längst bewusst und weiß genau, dass das Thema Rassismus von westlichen Medien vor der WM 2018 genauso aufgeblasen werden soll, wie die angeblich vom Staat geschürte Homophobie vor den Olympischen Spielen in Sotschi. Dazu ein Artikel vom Staatssender Rossiya aus dem Februar:

rossiyasport_racism240Warum die Rassismus-Propaganda über den russischen Fußball eine zum Scheitern verurteilte Strategie ist

(falls jemand Zeit und Lust hat, den Artikel zu übersetzen, werden wir das nachreichen)