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id_kulturzeitDie selbsternannte „kulturzeit“ auf 3sat ist ein Frontorgan transatlantischer Kriegstreiberei, antirussischer Hetze und doppelmoralischer Verkommenheit – bei maximaler, selbst- gerechter Überheblichkeit. Ähnlichkeiten des Moderators Ernst Grandits mit der Kunstfigur Alfons Proebstl beschränken sich nicht auf Äußerlichkeiten und Attitüde, sondern manifestieren sich im gemeinsamen Ressentiment.

Neben gelegentlichen, durchaus sehenswerten Beiträgen dominieren Feindbildung, Kriegsvorbereitung und Geschichtsklitterung das Programm. Ein aktueller Beitrag über die Lage in Odessa „Die Ukraine auf der Couch“ steht exemplarisch für die politische Agenda der Desinformation, Hirnwäsche, Realitäts- und Geschichtsfälschung. Harte Worte? Wir können sie – wie immer – mit Fakten belegen.

Schon die Einleitung zum Beitrag auf der Webseite ist ein Versuch die Lage in Odessa im Sinne westlicher Propaganda zu verbiegen:

3sat_kulturzeit_ukraine472Während die Kräfteverhältnisse in der Ukraine im Westen und Osten jeweils klar verteilt sind, herrscht in einer Region im Land eine Pattsituation zwischen den 50 Prozent pro-russischen und 50 Prozent pro-ukrainischen Anhän- gern. Diese Region im Süden des Landes ist Odessa.(Link)

Weder sind die „Kräfteverhältnisse“ im Westen und Osten der Ukraine klar verteilt, sondern durchaus verschwommen und fließend, noch kann man von einer „Pattsituation“ in Odessa sprechen. Was die Sprache – und damit einen erheblichen Teil der persönlichen Identifikation der Menschen – anbetrifft, ist festzustellen, dass das Russische in Odessa klar dominiert:

In Odessa wird Russisch und Ukrainisch gesprochen. Russisch ist aufgrund der kulturellen und historischen Siedlungsgeschichte der Region bis heute die weitestverbreitete Sprache der Stadt. Im offiziellen Zensus aus dem Jahr 2001 gaben 65 % der Einwohner Russisch als Muttersprache an.[14] Unabhängige Studien haben jedoch deutlich höhere Anteile für das Russische ergeben, 2005 ermittelte eine Studie eines Kiewer Instituts, dass in der Oblast Odessa etwa 85 % der Bevölkerung russischsprachig seien.[15](wikipedia)

Selbstverständlich bedeutet das nicht, dass die russischsprachige Mehrheit automatisch die Ziele der pro-russischen Separatisten in den Oblasten der Ostukraine teilt, es bedeutet aber, dass ein großer Teil der Bevölkerung einer Junta in Kiew alles andere als wohlgesinnt gegenübersteht, die Russisch als Amtssprache abschaffen wollte, die positive Darstellung russischer Kultur verbietet, Russland als Feindbild stilisiert und Russen vertreiben oder massakrieren möchte. Timoschenko, die ihren Genozid-Fantasien in privatem Gespräch freien Lauf ließ, ist heute in der ukrainischen Mehrheitsbevölkerung schon wieder fast so populär, wie Kriegspräsident Poroschenko. Eine Entwicklung, die von der russischsprachigen Bevölkerung zweifellos mit berechtigten Bedenken beobachtet wird.

Von einer Pattsituation in Odessa zu sprechen ist also propagandistisches und realitätsfernes Geschwafel und man muss nicht studiert haben, um zu wissen, dass wirtschaftlicher Niedergang und staatliche Repression die Zahl der Kiew-Gegner weiter steigen lassen werden. Das niemals aufgeklärte Massaker unter den pro-russischen Maidan-Gegnern in Odessa kann nicht als unabwendbares oder gar selbstverschuldetes Schicksal gesehen werden – wie deutsche Berufslügner vom Schlage einer Golineh Atai in Verhöhnung der Opfer suggerieren wollen – sondern muss als blutiger Höhepunkt einer bis heute anhaltenden, gewaltsamen Unterdrückung verstanden werden.

rationalgalerie_logoWie ist die politische Situation in Odessa heute?

Oleg: Zum Gouverneur der Stadt Odessa wurde Saakaschwili, der ehemalige Präsident von Grusinien ernannt, der in seinem Land wegen Korruption gesucht wird. Wie zum Hohn wurde am 12.6.2015 von der Stadtverwaltung Odessas d. Entscheidung getroffen, ein Denkmal zu Erinnerung an die am 2. Mai 2014 im Gewerkschaftshaus umgebrachten Menschen zu errichten.
Doch die Menschen der Heldenstadt des Großen Vaterländischen Krieges im Kampf gegen den Faschismus vergessen nicht, wer deren Mörder sind, die heute ihre schrecklichen Taten damit rechtfertigen, dass die Opfer gegen die gesetzmäßige, in Wirklichkeit durch einen blutigen Regime-Change zur Macht gekommene, Kiewer Regierung vorgehen wollten. Die einstmals fraktionsstärkste Partei von Janukowitsch wurde im ganzen Lande verboten. Es wurden vom Kiewer Parlament Gesetze verabschiedet, die:
– das Tragen von kommunistischen und russischen Symbolen unter Strafe
stellen,
– das Niederreißen von Denkmälern, die an die Zeit der Oktoberrevolution, oder den Großen Vaterländischen Krieg erinnern, ausdrücklich gestatten,
– das Verbot regierungskritischer Zeitungen,
– das Durchsuchen von Räumlichkeiten gesellschaftlicher Organisationen
und Beschlagnahmung von Computern, anordnen und
– `separatistische Handlungen´, wie z. B. die Weigerung, als Soldat in der ukrainischen Armee zu dienen, mit dem Tode bestrafen können.
Rechte Schlägertruppen sollen für Angst und Duckmäusertum der
Bevölkerung sorgen und diejenigen, die die Dreckarbeit für die nunmehr Regierenden erledigen, werden bei Bekanntwerden von deren Tötungen, z.B. regierungskritischen Journalisten, wie Oles Busina, durch Zahlung sehr hoher Kautionen der reichsten Oligarchen vor Ort freigelassen. (Rationalgalerie)

Das Propaganda-Machwerk der kulturzeit schweigt die deutsche Besatzung tot und will den „jüdischen Exodus“ der sowjetischen „Diktatur“ anhängen

„Odessa, die Stadt am Schwarzen Meer ist die kosmopolitischste in der Ukraine. Russen, Bulgaren, Moldawier, Orthodoxe, Christen und Muslime haben diese Stadt geprägt. Später dann die Diktatur der Sowjetunion. Ein Sehnsuchts- ort, der vor einer Zerreißprobe steht, denn nirgendwo in der Ukraine halten sich pro-russische und pro-ukrainische Kräfte so die Waage, wie in Odessa.“

Es gehört zu den zentralen Methoden der kulturzentristischen Propaganda deutscher Staatsmedien, dass quasi ausschließlich solche Intellektuelle in politischen oder vermeintlich „kulturellen“ Formaten präsentiert werden, die das Lied der westlichen Überlegenheit, angeblicher „Demokratie“ und humanistischer Gesinnung trällern. Gegenentwürfe existieren nicht oder werden pauschal diffamiert. Wer sich dem transatlantischen Polit- und Kulturdiktat komplett widersetzt, dem darf gerne auch der Schädel eingeschlagen oder der Anus gepfählt werden, bis er westliche Werte kapiert.

Es wundert also nicht, dass sich auch in Odessa mit Boris Chersonskij ein Maidan-Anhänger findet, der sich für westliche Propaganda instrumentalisieren lässt. Die Ansichten Chersonskijs bleiben ihm überlassen, aber wie die Autorin des Beitrags, Galina Breitkreuz, die jüngere Geschichte Odessas klittert, das ist so unverhohlene Agitation und Propaganda, dass es hier dokumentiert werden muss.

Breitkreuz: „…von einst 30% Juden in der Bevölkerung ist nur 1% geblieben. Dieser Exodus hat Wunden gerissen, sowohl in der Kultur Odessas, als auch in die Biographie der Chersonskijs. Orte wie dieser jüdische Friedhof existieren nicht mehr.“

Exodus? Sind die Juden einfach ausgewandert? Geflüchtet vor „sowjetischer Diktatur“? Was die Geschichtsfälscherin Breitkreuz vorsätzlich totschweigt ist die deutsch-rumänischen Eroberung und Besatzung Odessas vom Oktober 1941 bis April 1944 und vor allem das Massaker von Odessa im Oktober 1941, bei dem fast die Hälfte der trotz des Krieges in der Stadt verbliebenen 80.000 Juden massakriert wurden – ein Racheakt an der Zivilbevölkerung nach einem Attentat auf das Hauptquartier der Besatzer.

Die Überlebenden Juden Odessas wurden im Stadtteil Slobodka ghettoisiert und ab Januar 1942 in die Lager Bogdanowka, Domanewka und Akhmetchetka deportiert. (wikipedia)

Das versteht die „kulturzeit“ also unter Exodus! Nicht nur, dass man deutsche Besatzung und Massaker totschweigt, man versucht auch noch die Ausrottung und Vertreibung der Juden den Sowjets in die Schuhe zu schieben.

Aktuelle Bombenanschläge richten sich gegen ein „ukrainisches Odessa“

Laut Chersonskij richten sich aktuelle, kleinere Bombenanschläge in Odessa gegen „Menschen und Organisationen, die ein ukrainisches Odessa unterstützen.“ Welche „Organisationen“ das sind, verschweigt der Beitrag und auch der jüdische Intellektuelle sagt es nicht, weil es sich bei diesen Zielen um den „Rechten Sektor“ und seine Unterstützer handelt. Hier haben wir wieder das besonders spezielle Phänomen des Ukraine-Konflikts, dass Juden sich sogar mit Nazis gemein machen, um einen ukrainischen Nationalismus gegen eine vermeintliche „russische Aggression“ zu „verteidigen“. Chersonskijs Motive sind seine Privatsache, aber wenn er die Zuschauer mit dem Verschweigen von Fakten für dumm verkaufen will, tut er sich keinen Gefallen.

Geschichtsklitterung auch zum Massaker im Gewerkschaftshaus

Die Geschichtsklitterung und Lüge rund um das Massaker im Gewerkschaftshaus von Odessa beginnt dort, wo Chersonskij von „separatistischen“ Kräften spricht, die sich am Gewerkschaftshaus versammelt hätten. Damals – und wohl auch bis heute – waren die Protestierenden mehrheitlich nicht für eine Separation, sondern für eine Föderalisierung der Ukraine, um die Rechte der russischen Minderheit (bezogen auf die Gesamtbevölkerung) zu wahren. Man sollte annehmen, dass der Unterschied zwischen Separation und Föderalisierung einem Intellektuellen wie Chersonskij bekannt ist. Das aber bedeutet nichts anderes, als dass er vorsätzlich und politisch motiviert in die Kamera lügt.

3sat_kulturzeit_ukraine2240Chersonskij: „An diesem Ort ver- sammelten sich damals die sepa- ratistisch eingestellten Bewohner Odessas und es kam zum Hauptzusammenstoß zwischen ihnen, den separatistischen und patriotischen Kräften. Das Ergeb- nis: 48 Tote inklusive der ersten Opfer im Zentrum der Stadt.“

Wer diese angeblich nur 48 Toten waren, verschweigt Chersonskij und auch die Verantwortliche für dieses Machwerk aus Lügen, Verschweigen und Propaganda, Galina Breitkreuz, hält es nicht für nötig, klar zustellen, dass es die „Pro-Russen“ waren, die von ukrainischen „Patrioten“ verbrannt, erschossen oder totgeschlagen wurden.

FAZIT:
Dieses Machwerk ist ein weiteres Paradebeispiel für öffentlich-rechtliche Desinformation und Propaganda. Verbrechen der Nazis werden totgeschwiegen. Ausrottung und Vertreibung der Juden Odessas wird den Sowjets angehängt. Russischstämmige Ukrainer, die sich nach dem Putsch in Kiew für größere Selbstbestimmung stark machten, werden pauschal zu Separatisten abgestempelt. Nazistische Kräfte auf Seiten des Maidan werden verschwiegen oder als „Patrioten“ verharmlost. Die Opfer des Massakers im Gewerkschaftshaus werden nicht als ermordete Opfer eines rechtsextremistischen, ukrainischen Nationalismus anerkannt, sondern sind Kollateralschäden eines schicksalhaften Ereignisses, das keiner juristischen, politischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung bedarf. Wer meint, dass sei Journalismus, der meint auch Alfons Proebstl sei Satire.