Schlagwörter
ARD, Demokratie, Gekaufte Journalisten, Mediendiskurs, Staatsmedien, ZDF
Themen werden erst dann aufgegriffen, wenn sie längst in der Öffentlichkeit sind. Kritik an der Regierung findet kaum statt. Kritiker werden mit billigen Mätzchen vorsätzlich in die Pfanne gehauen. Die Politmagazine von ARD und ZDF spiegeln einen journalistischen Bankrott und unverhohlenen Staatsjournalismus, der sich nun auch in einer ausführlichen Studie der Otto-Brenner-Stiftung wiederfindet.
Einstmals unbequeme Magazine wie „Monitor“ und „Panorama“ sind zu politischen Feigenblättern verkommen, deren Biss die Herrschaften an der Macht weder fürchten, noch beachten müssten. Sie sind – auch durch die Einschaltquoten belegt – nahezu irrelevant für die öffentliche Meinungsbildung geworden. Ein verheerenderes Urteil kann es wohl kaum geben. Würden sie morgen komplett abgeschaltet, wer würde es bemerken oder gar bedauern?
Unsere Studie präsentiert die Ergebnisse einer Analyse aller politischen TV-Magazine, die 2014 zwischen dem Ende der Sommerpause und dem Jahresende gesendet wurden. Im Detail werden u. a. die Themen, aber auch die Schwerpunkte und natürlich die Machart der Magazine unter die Lupe genommen. Die Leitfrage lautet: „Wie politisch sind die politischen Fernsehmagazine heute noch?“ Mit dem Titel der Studie erinnern wir an Klaus Bednarz. Sein Credo, „Wir möchten den Mächtigen unbequem sein“, galt nicht nur für Monitor, das er lange als Macher verantwortete und als Moderator prägte. Die Studie hinterfragt, ob die heutigen Magazine diesem Anspruch noch gerecht werden.
Resümee: Wie politisch sind die Politikmagazine?
…Dies hat sehr viel mit der Themenauswahl und der Art der Berichterstattung zu tun. Selbst wenn zu konstatieren ist, dass die politischen Magazine immer wieder interessante Einzelheiten präsentieren, wagen sie sich zu selten an große Themen heran. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, dass dieses oder jenes Thema (Ukraine, NSU, NSA) im Beobachtungszeitraum kaum vorkam. Dies mag vorher oder später wieder der Fall gewesen sein. Es geht um das Selbstverständnis der Magazine. Wenn in den politischen Magazinen während eines Vierteljahrs die Bundeskanzlerin Angela Merkel nie als Gegenstand der Analyse, sondern allenfalls als Satire-Objekt vorkommt,wenn Parteien und Parlament nur am Rande gestreift werden, wenn Europa nur in einem einzigen ökonomischen Exkurs thematisiert wird, wenn nie nach der politischen und militärischen Zukunft Europas gefragt wird, dann ist die Leerstelle zu groß. Auch in der Analyse gesellschaftspolitischer Großtrends sind Defizite festzustellen. Die Wirtschaftsmagazine im Fernsehen sind nahezu vollständig zu Sendungen für den Verbraucher mutiert….
Aber auch die politischen Magazine tragen dazu bei, die Zuschauer nicht als Staatsbürger, sondern als Konsumenten anzusprechen, wenn sie den konsensorientierten Deutschen einerseits in ihrer Abneigung gegenüber streitenden Parteien nur folgen und sie andererseits in ihrem Glauben an den Staat bestärken. Daran lässt sich eine unpolitische Haltung erkennen, die wiederum mit einem Regierungsstil korrespondiert, in dem Politik vor allem als routinierte Betriebsamkeit zur Produktion von Wohlstand und Sicherheit für den Bürger dargestellt wird. Diese zugleich appellierende und bevormundende Haltung ist verführerisch, weil sich damit permanent Erregung erzeugen lässt,ohne die Gesamtstatik der gesellschaftlichen Konflikte auch nur anzutasten… (pdf)
Dass die Verantwortlichen von der Kritik nichts halten, verwundert wohl niemanden:
So zweifelte “Panorama”-Moderatorin Anja Reschke während des Journalisten Treffens von Netzwerk Recherche überhaupt die Wissenschaftlichkeit von Gäblers Arbeit an. (MEEDIA)
„Panorama“ ist das ARD-Schmierenmagazin, das mit billigen, schäbigen und vor allem selbstentlarvenden Methoden versucht, Kritiker gerade so in die Pfanne zu hauen, als gäbe es noch nicht das Internet, um derlei Machenschaften aufzudecken.
Ich finde es beschämend, das die heutigen Westlichen Medien noch schlimmer sind als es einst die DDR Staatsmedien gewesen. Man zeigte damals mit dem Finger auf uns „Ossis“ und meinte von oben herab das wir immer verarscht wurden. Die alles sollten sich schämen, denn das was hier aktuell so abläuft, hätten sich die einstigen Staatsmedien der ehem. DDR erlaubt. Diese ganze „Brut“ gehört weg und zwar von oben bis ganz unten.
@ Exprofi
„Der “Bildungsauftrag” der ÖR wäre demgemäß ein Propagandaauftrag.“
Das bestimmt! Und je mehr der Ausführende das gar nicht mehr realisiert (z.B. viele Lehrer, Kindergärtnerinnen, Presstituierte), desto besser funktioniert es.
Niemand indoktriniert Unwahrheiten und Ideologien besser als jemand, der sie selbst für wahr hält.
Das haben die Machthaber schon lange durchschaut, weshalb die „Bildung“ staatlich geprüfter Kindergärtnerinnen, Lehrer, Geschichts-Professoren (als Beispiel) so wichtig für sie ist, also die „Indoktrination der Indoktrinierer“.
Flankiert wird das durch Organisationen wie „Atlantik-Brücke“ & Co – und durch das System der Parteien-Seilschaften (z.B. in den Medien) und der lohnabhängigen Arbeit, die wiederum per Arbeitsamts – Strukturen und die Herrschaft des Schuld-Geld-Systems gesichert ist.
Was wiederum zum Leistungsdruck spätestens ab Schulalter führt, damit das Kind später „mehr (Schuld-) Geld zur Verfügung hat als der mickrige Durchschnitt“ ; – )
Leistungsdruck durch Eltern, Lehrer, Peer-Group (Marken-Fetischismus).
Die Religion des goldenen Kalbes, auch bekannt als „westliche Werte“.
Eine Schlange, die sich in den Schwanz beißt. Ein Teufelskreis.
Nur wer seine „Bildung“ selbst in die Hand nimmt und individuell selbst gestaltet, hat eine Chance, mehr zur Lösung beizutragen als zum Problem.
Dok konnte nicht den 6 – semestrigen Magisterstudiengang „Propaganda-Busting und Whistleblowing“ absolvieren, den staatliche Stellen für ihn vorbereitet hatten.
(Nehme ich an. ; – )) – Die Fähigkeiten mußte er sich vermutlich selbst erarbeiten.
Und obwohl seine Arbeit ziemliche Qualitäten erfordert, wird sie von den Lenkern unserer Gesellschaft weder anerkannt, noch gut bezahlt – ganz im Gegenteil.
Während Herr Kleber mit seiner Propaganda und Hetze 600.000 Euro im Jahr kassiert. „Follow the money!“
Das spricht doch eine deutliche Sprache zum Verständnis der Situation, finde ich.
es gibt sehr selten mal einen beitrag der gut ist, meist ist es unwichtiger müll oder systempropaganda oder gegen unzufriedene bürger (die allen grund dazu haben) – wer sich als kind noch an monitor früher erinnert, weiss wie runtergekommen sie heute sind … Anja Reschke enttäuscht mal wieder, sie ist nicht so dämlich genau zu wissen was gerade läuft..
Der Monitor Beitrag vom 2.7. über Griechenland war ein wirklich gut recherchierter Beitrag:
http://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/videomonitorvom122.html
Was war denn daran „neu“?
Eigentlich nichts. Das überhaupt was realistisches über die Propagandakiste flimmerte, das war allerdings neu :)
Stimmt! Deshalb wurde hier ja schon vor Monaten festgestellt, was man auch aus der Studie lesen kann, dass die sogenannten Politmagazine nur noch als Alibi dienen. Wochen nachdem wir hier zwei längere Studien über die einseitigen Interviews auf dem Maidan veröffentlicht hatten, kam auch Zapp plötzlich auf die Idee, sich das mal anzugucken.
Ja – aber die Nadel im Heuhaufen und somit als Alibibeitrag einzustufen.
Immerhin, jetzt können die ÖR-Maulhuren es nachlesen, wie sie ankommen.
Noch besser. Wenn ’se über diese Studie die Nase rümpfen, dann ist es das sicherste Zeichen dafür, daß der Inhalt der Studie stimmig ist.
Was will man mehr :)
Ohne die komplette Studie jetzt gelesen zu haben, werden denn auch Ursachen für das Verhalten der Staatssender gesucht ? Ich denke das wäre ganz wichtig zu wissen , wie der politische und idiologische Einfluss auf die Medien entsteht , das die Sender hinterher so auf Linie berichten.
die studie selber war auch „lauwarm“ und systemkonform ))
Bei diesen weichgespülten (Un-)Politsendungen, fällt mir als positiver, längst vergangener Gegenpol immer der Erich Böhme mit dem „Talk im Turm“ ein.
Erich Böhme hat bei einer dieser Sendungen die damalige Wohnungsbauministerin Adam-Schwätzer regelrecht vorgeführt. Ihr dabei aber die Chance gelassen sich mir Ehrlichkeit aus der Affäre zu ziehen. Diese Chance wurde von ihr aber nicht genutzt.
Zufall oder nicht, aber am nächsten Tag war ihre eintägige Karriere als Bundesaußenministerin vorbei.
Das war auf jeden Fall noch echter investigativer Journalismus.
Und Erich Böhme (ehemaliger Spiegelredakteur, zu der Zeit als der Spiegel noch kritisch und lesenswert war) war ein Vollblutjournalist.
So etwas gibt es bei den Ö-R inzwischen überhaupt nicht mehr.
der Böhme hatte sogar den schlechtesten Bundespräsident Deutschlands nach 1945 in der Sendung (der „Bürgerrechtler“ mit Freundin und mit ner anderen Frau parallel verheiratet..den mein ich) https://www.youtube.com/watch?v=obf403ii19Y
Mittlerweile bin ich der Meinung, dass wir schon längst in einem neuen, großen Krieg in Europa verwickelt wären, gäbe es das Internet mit seinen vielen Informationsmöglichkeiten nicht.
Erschreckend finde ich auch, dass wir heute immer noch kritisieren und darüber rätseln, wie es vor ca. 80 Jahren dazu kommen konnte dass das deutsche Volk einem gewissen Adolf Hitler die Gefolgschaft leistete aber im gleiche Atemzug sorgt unsere Medienlandschaft mit ihren Hetzereien dafür, dass die Menschen wieder auf Kurs kommen.
Es gibt traurige Parallelen und ein Josef Goebbels hätte seine wahre Freude an diesen Medien.
Zitat:
Die Wirtschaftsmagazine im Fernsehen sind nahezu vollständig zu Sendungen für den Verbraucher mutiert….
Sehe ich eher so:
Die Wirtschaftsmagazine im Fernsehen sind nahezu vollständig zu Werbesendungen für die Großkonzerne mutiert.
Kann man es noch klarer sagen?
„Aber auch die politischen Magazine tragen dazu bei, die Zuschauer nicht als Staatsbürger, sondern als Konsumenten anzusprechen, wenn sie den konsensorientierten Deutschen einerseits in ihrer Abneigung gegenüber streitenden Parteien nur folgen und sie andererseits in ihrem Glauben an den Staat bestärken. Daran lässt sich eine unpolitische Haltung erkennen, die wiederum mit einem Regierungsstil korrespondiert, in dem Politik vor allem als routinierte Betriebsamkeit zur Produktion von Wohlstand und Sicherheit für den Bürger dargestellt wird. Diese zugleich appellierende und bevormundende Haltung ist verführerisch, weil sich damit permanent Erregung erzeugen lässt,ohne die Gesamtstatik der gesellschaftlichen Konflikte auch nur anzutasten…“
Dazu ein Zitat von Bertrand Russel, der die Möglichkeiten der Propaganda schon 1951 (damals erwähnt er noch nicht das Fernsehen, daß damals noch kaum verbreitet war), aus seinem Buch „The Impact of Science on Society“ (Die Auswirkungen der Wissenschaft auf die Gesellschaft), in Auszügen ins Deutsche übersetzt:
„Ich denke, daß das Thema von der größten politischen Wichtigkeit die Massen-Psychologie ist…
Ihre Bedeutung hat enorm zugenommen durch die Erweiterung der modernen Methoden der Propaganda.
Von diesen ist die einflußreichste Methode das, was man „Bildung“ genannt hat. Religion spielt eine Rolle, wenn auch eine geringer werdende; die Presse, das Kino und das Radio spielen eine wachsende Rolle…
Wir können hoffen, daß zu gegebener Zeit irgendjemand jeden von allem überzeugen kann, wenn er den Patienten jung einfängt und vom Staat Geld und Ausrüstung erhält.
…Obwohl diese Wissenschaft sorgfältig studiert wird, wird das gewonnene Wissen strikt im Besitz der herrschenden Klasse bleiben. Die Bevölkerung darf nicht erfahren, wie ihre Überzeugungen zustande gekommen
sind. Wenn diese Technik perfektioniert sein wird, wird jede Regierung, die eine Generation lang für die Bildung zuständig war, ihre Untertanen sicher kontrollieren können ohne Armee und Polizei zu benötigen.“
Das obere Zitat zeigt, wie weit die 1951 von Russell formulierte Methodik inzwischen entwickelt wurde.
Das Zitat von Russell verdeutlicht die Wichtigkeit socher Aufklärungsarbeit, wie sie Dok und die Mitwirkenden der Propagandaschau leisten.
Bertrand Russell brachte mich mit seinen Gedanken in seinem Buch „Warum ich kein Christ bin“ bewusster den Pfad Religion und Glauben zu betreten. Woraus folgende ANNAHME entstand:
Glauben (in seiner verwirrenden Vielfalt) ist nicht grundlos über das Wesen von Religion gestülpt worden. Denn Religion führt zur Öffnung des Herzens, während Glauben das Herz verhärtet und Menschen entzweit.
Würde Mensch die Intelligenz entwickeln, Glauben von Religion zu trennen, wie die Spreu vom Weizen, wendete sich das Blatt – von Glaubenspropaganda zu Erkenntnis. Und ein nahrhafter, bekömmlicher Laib Brot entstünde und verdrängte den pervertierten Leib Christi. Erlösung (vom Übel) wäre demnach, nicht zu glauben, sondern dem zu vertrauen, was Re-ligio leistet: An die Wurzel des Übels zu gelangen.
Kurz
Religion = Herz = Gefühl
Glauben = Geist = Emotion
Danke für Ihren Kommentar.
Gruß
Wolfgang
@ federleichtes
Danke für Ihre Antwort.
Wie es heißt, waren Kunst, Wissenschaft und Religion einst eine Einheit. Dann gabelten sich die Wege, was wohl unvermeidlich war.
Der Weg voran führt zu ihrer erneuten Annäherung aber nicht auf die vergangene Art und Weise.
Aus meiner Sicht ist echte, individuell gewonnene Erkenntnis oft in dem Sinne religiös, daß sie in uns Staunen und Ehrfurcht angesichts der Weisheit der Schöpfung aufscheinen läßt – und in diesem Sinne ein religiöses Erkenntnis-Erlebnis ist.
Das hat mit (auch noch hierarchisch strukturierten) sogenannten „Kirchen“ (Propaganda-Organisationen) und ideologisch-dogmatischen Glaubenssätzen nicht nur nichts gemein, es ist sogar für die Autorität jeglicher hierarchischer Unterdrückungs-Organisation geradezu abträglich.
Ich stimme Ihnen zu, daß der organisierte „Glaube“ – der ja auch immer wieder neu zu Hexenverbrennungen führt – dem echten (auch) religiösen Forschen übergestülpt wurde.
Und das hat zu grotesken Fehlentwicklungen geführt.
Ein Prozeß, der immer noch im Gange ist, keinesfalls nur in der schwarzbraunen Kirche… sondern genauso in der Materialismus-Kirche oder der Atheisten-Glaubensgemeinschaft oder der Wirtschaftswachstums-Kirche…
Danke auch – Ihren Ausführungen meine volle Zustimmung, klar!
„Wie es heißt, waren Kunst, Wissenschaft und Religion einst eine Einheit. Dann gabelten sich die Wege, was wohl unvermeidlich war.“
Ihr „Unvermeidlich“ gefällt mir – sehr.
Frage mal, wie wollte man die ursprüngliche Einheit benennen? Und ließe sich die Frage, warum die Zersplitterung der Einheit unvermeidlich war, beantworten?
Etwas paradox mag meine Auffassung klingen, das, was wir als Offenbarung erleben, sei die Folge von Religion, nämlich der Aufdeckung von etwas Vergangenem. Religion also im Neusprech das „Becktoderuts“?
Meine immer wieder gestellte Frage, wie die Feindseligkeit in die Welt und den Menschen kam, wurde noch nicht beantwortet. Und auch nicht die Frage nach einer Initalzündung, mit der das Leben in Feindseligkeit begann. Physik erklärt uns das materielle Entstehen des Universums mit der Urknall-THEORIE. Darwin erklärt uns das Entstehen des Lebens mittels einer Evolutions-THEORIE. Aber warum der von feindseligem Geist infizierte Mensch einen wunderbaren Planeten an den Rand seiner Nicht-Existenz schieben konnte – wer erklärt uns das, zumindest theoretisch?
„Aus meiner Sicht ist echte, individuell gewonnene Erkenntnis oft in dem Sinne religiös, daß sie in uns Staunen und Ehrfurcht angesichts der Weisheit der Schöpfung aufscheinen läßt – und in diesem Sinne ein religiöses Erkenntnis-Erlebnis ist.“
BINGO!
Wie soll man in einer Betrugs- bzw. Propagandakultur (ist die Formulierung korrekt?) ein anständiges Leben führen? Kennen Sie die Bücher von Don Miguel Ruiz? Er gibt Hinweise für das Führen eines untadeligen Lebens. Wäre das Angeratene praktizierbar, lebten wir in einer anderen Welt. Für wen machte der nicht praktizierbare Kategorische Imperativ Sinn? Um Mensch in die Schuld und folgend in die Unterwerfung zwingen zu können? (Heiliger Strohsack, hätte der Imperativator sich nur auf die Fertigung von Kanthölzern beschränkt)
Die der Schöpfung immanente Weisheit verbirgt sich hinter einer wahnhaft betriebenen Politik der Zerstörung – der Natur, der Ehre oder des Gewissens einer Wissenschaft, von Gefühl für Verantwortung bzw. natürlicher Sozialität, und auch kultureller Vielfalt und Klarheit. Satan auf der Siegesspur – Gott ist tot? Die Antwort gaben Sie, und ich wiederhole sie gerne:
„Aus meiner Sicht ist echte, individuell gewonnene Erkenntnis oft in dem Sinne religiös, daß sie in uns Staunen und Ehrfurcht angesichts der Weisheit der Schöpfung aufscheinen läßt – und in diesem Sinne ein religiöses Erkenntnis-Erlebnis ist.“
Die Kriegstreiber und gewerbsmäßigen Betrüger konnten weder das Leben erschaffen noch einen Hauch von dessen Weisheit verstehen; die über ihnen waltet. Wohl können sie Existenzen ruinieren, aber das kann jeder brutale Schläger und jeder Idiot auch. Politmagazine? Ich werfe mich in den Staub – vor Lachen.
Propagandaschau? Ganz weit vorne!
Einen herzlichen Gruß sendet Ihnen
Wolfgang
Guter Hinweis (auf Russell)! Der „Bildungsauftrag“ der ÖR wäre demgemäß ein Propagandaauftrag. Bei den Historienschinken von Guido Knopp liegt der Verdacht auf der Hand, bei der „Sendung mit der Maus“ freilich schon weniger. Muß er aber auch gar nicht. Es reicht aus, wenn der „Bildungsauftrag“ das Einfallstor für Propaganda ist, sie legitimiert. Man neigt ja im allgemeinen dazu, Bildung für etwas Gutes zu halten. Entsprechend werden offenkundig bildungsferne, um der Quote willen produzierte Sendeinhalte gerne als dem „Bildungsauftrag“ abträglich bzw. mit ihm unvereinbar kritisiert. Wenn aber Bildung ein Vorwand (oder ein Euphemismus) für Propaganda ist, kollidiert der „Bildungsauftrag“ nicht nur mit dem Unterhaltungs-Trash, sondern vor allem auch mit dem journalistischen Auftrag.
Das gilt jedenfalls, wenn Bildung überhaupt als Gegenstand eines Auftrags verstanden wird, genauer als eine Verrichtung, die Person A an Person B ausführen soll. Eine so verstandene Bildung ist offensichtlich etwas anderes als die Bildung (nomen actionis) des Bildungsromans oder die Bildung (nomen acti) der Gebildeten. Der Bildungsauftrag der ÖR ist ein Erziehungsauftrag, ähnlich dem der Schule. Der journalistische Auftrag ist demgegenüber ein Informationsauftrag.