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wdr5Die Hetzkampagne der gleichgeschalteten deutschen Journaille gegen die griechische Regierung und das von ihr geplante Referendum über das letzte Angebot der Euro-Gruppe steigert sich langsam aber stetig zu neuen Höhepunkten.

Die erbärmlichen „Argumente“ der Demokratiegegner und bezahlten Maulhuren in ARD und ZDF sind so lächerlich, wie entlarvend und durchschaubar. Der Druck auf die Redaktionen muss immens sein, damit sich Menschen, die als Journalisten – oder nur als geistig gesund – wahrgenommen werden wollen, derart peinlich desavouieren.

Für diesen Druck im Sender spricht auch der diese Woche eingerichtete – und mittlerweile schon wieder gelöschte – Twitter-Kanal „WDR-Leaks“. Der kam innerhalb eines Tages auf knapp 1000 Follower. Jedoch nicht mit politisch brisanten Interna, sondern mit fragwürdigem Gejammer über Sparmaßnahmen und Kürzungen in den Nachrichtensegmenten der verschiedenen WDR-Kanäle, die zukünftig nur noch von einer Redaktion erstellt werden sollen. Wer jemals sogenannte „Nachrichten“ auf 1Live (O-Ton Di. 23.00 Uhr: „Griechenland steuert auf Staatspleite zu“, „Betrüger verkauften Billigbier als teures“, „Das Wetter legt bei den Temperaturen weiter zu…“) gehört hat, der weiß, dass das zu begrüßen ist, auch wenn sich die prinzipielle staatspropagandistische Linie dadurch ganz sicher nicht ändern wird.

Mit Blick auf das griechische Referendum sehen wir in sämtlichen ARD und ZDF-Sendungen eine „argumentative“ Gleichschaltung, die schon wegen ihrer unfassbaren Dummheit von oben vorgegeben sein muss. Es ist völlig ausgeschlossen, dass sich Redaktionen unabhängig voneinander derartigen Mist ausdenken und ernsthaft öffentlich vertreten:

  • Das Referendum ist so kompliziert, das versteht nur ein Wirtschaftswissenschaftler
  • Auf dem Wahlzettel steht NEIN oben
  • Das Angebot der „Geldgeber“ existiert gar nicht mehr
  • So ein Referendum muss zwei Wochen vorbereitet werden, nicht nur eine
  • Es sind keine internationalen Wahlbeobachter eingeladen
  • Es ist ein Referendum über den Euro
  • Es ist ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft
  • blablabla

Die Dummheit dieser „Argumente“ wird nur noch durch Penetranz und Vehemenz getoppt, mit der sie von den Maulhuren vorgebracht werden.

„Höhepunkt“ der journalistischer Erbärmlichkeit war heute ein sogenanntes „Pro und Kontra“ über das griechische Referendum im WDR. Zwei WDR-Schwachköpfe hetzten um die Wette. Das angeblich „Pro“ von Ralph Sina beginnt mit einer rabulistischen Tirade gegen das Referendum – obwohl es doch angeblich ein „Pro“ sein sollte! Der Trick: Sina hetzt mit all den sattsam bekannten fadenscheinigen Pseudo-Argumenten GEGEN das Referendum, um dann am Ende zu sagen, ich bin dafür, weil dadurch ein Stillstand beendet würde.

Im Kontra – das nach dem vermeintlichen „Pro“ völlig überflüssig wäre – hetzt sein  Kollege Gunnar Köhne noch einmal die gleichen „Argumente“ herunter und ist dann am Ende gegen das Referendum. Unfassbar, aber wahr! DAS versteht der WDR unter „ausgewogen“ und „meinungsvielfältig“. Das soll ein „Abwägen von Argumenten“ mitsamt Schlussfolgerung sein? Es ist die totale Verblödung und Verhohnepipelung der Zuhörer:

PRO
Absurd, aber notwendig

Es stimmt : Dieses Referendum ist an Absurdität nicht zu überbieten. Das Referendum, mit dessen Hilfe sich Alexis Tsipras basisdemokratische Rückendeckung für seine Blockade-Politik holen möchte. Denn dieses überfallartig angesetzte Referendum verletzt sämtliche sinnvollen Spielregeln, die da lauten:

Die Frage, über die abgestimmt wird, muß einfach und klar zu verstehen sein, es muß mindestens zwei Wochen Vorbereitungszeit geben und internationale Wahlbeobachter. Außerdem gibt es das milliardenschwere Reform- und Sparprogramm der Griechenland-Geldgeber gar nicht mehr, das kategorisch abzulehnen die griechische Regierung dringend empfiehlt, obwohl sie noch in dieser Woche die Reformauflagen prinzipiell begrüßt hat.

Es handelt sich also um ein Referendum über ein virtuelles Sparprogramm. Und dennoch ist es gut, dass nach dem monatelangen quälenden Krieg der Worte zwischen Athen und Brüssel endlich etwas Konkretes geschieht. Und der zermürbende Stillstand endet.

Alles ist möglich in der nächsten Woche: ein Rücktritt von Alexis Tsipras nach einem Scheitern beim Referendum und die Ausrufung von Neuwahlen. Oder ein Alexis Tsipras, der trotz seines Scheiterns versucht, Premier zu bleiben. Oder ein siegreicher griechischer Premier namens Alexis Tsipras, mit dem Europa neu verhandeln muß.Sicher ist heute nur eines : Das Referendum beendet den zermürbenden Stillstand. Der die EU mittlerweile zum passiven Zuschauer des griechischen Dramas macht.

KONTRA
Volksabstimmung als Selbstbestätigung

Griechenland ist pleite und gibt dennoch geschätzt 100 Millionen Euro für eine irrwitzige Volksabstimmung aus, die nur einem einzigen Zweck dient: Der Selbstbestätigung der Syriza-Regierung. Tsipras und Genossen wollen hinterher sagen können: Das Land ist gegen die Wand gefahren, aber die Mehrheit der Griechen hätte genauso gehandelt wie wir. Dafür legen sie einen für Normalbürger unverständlichen Text über einen längst obsoleten Sachverhalt vor und werben lautstark für ein „Nein“.

Man kann nur hoffen, dass sich die Mehrheit der Griechen, wie Meinungsumfragen nahelegen, nicht so verhöhnen lassen und mit Ja stimmen – oder die Abstimmung boykottieren. Mit der wirren Fragestellung und der Ad-Hoc-Ansetzung des Referendums hat sich die Regierung nicht nur zum Gespött der westlichen Welt gemacht. Wer seinem Volk verspricht, bei einem „Nein“ werde es am Tag nach der Abstimmung ein wie auch immer geartetes neues Hilfsprogramm und damit frische Geldscheine in den Bankautomaten geben – der ist entweder weltfremd oder bösartig.

Sollte Tsipras das Referendum verlieren, wird er zurücktreten müssen. Die Gläubiger dürften dann auf einen berechenbareren Gesprächspartner hoffen. Aber wie viele Wochen werden dann bis zu Neuwahlen vergehen? Wertvolle Zeit, in der sich Griechenland endgültig in ein Notstandsgebiet verwandeln könnte.

So sieht die totale Bankrotterklärung eines vollkommen heruntergekommenen Staatsfunks aus, der nicht einmal mehr in einem sogenannten „Pro und Kontra“ ernsthaft Argumente der Gegenseite abwägen kann. Beide Schmierenjournalisten sind so dermaßen um ihre jämmerlichen Job besorgt, dass sie die gleiche Hetze verbreiten, um am Ende daraus unterschiedliche Meinungen vorzutäuschen.