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Laut Presserat am 12. März – aktuell datiert der möglicherweise überarbeitete Artikel auf den 5. Mai – im Verlauf der medialen Hetzkampagne gegen den russischen Motorradclub „Nachtwölfe“, hetzte der Redakteur des Handelsblatt Mathias Brüggmann:


Millionenhilfe für Putins Nazi-Rocker

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„Die dem Kreml nahe stehende Motorrad-Gang „Nachtwölfe“, die momentan mit ihren Motorrädern von Bayern nach Berlin rollt, wird mit über einer Million Euro aus dem Staatshaushalt unterstützt. Die politisch neonazistisch ausgerichteten Rocker, die persönlich von Russlands Präsident Wladimir Putin gefördert werden, sollen nach Berechnungen des Fonds des russischen Oppositionsführers Alexej Nawalnyj seit 2013 insgesamt 56 Millionen Rubel (umgerechnet 1,2 Millionen Euro) an Staatshilfen bekommen haben, sagte ein FBK-Sprecher Handelsblatt online.“ (LINK)


Belege für die angebliche „Millionenhilfe“ brauchte Brüggmann natürlich nicht, sondern berief sich schlicht auf „Informationen“ von Alexej Nawalnyjs Fonds zur Bekämpfung der Korruption (FBK).

Schlimmer noch, als die unbelegten Behauptungen, ist jedoch die Diffamierung der Mitglieder des russischen Motorradclubs als Nazis bzw. Neonazis. Es gibt in Russland kaum eine Familie, die nicht unter dem Nationalsozialismus gelitten hätte. Nahezu jeder Russe hat Verwandte im Krieg verloren oder Familienmitglieder, die zur Flucht gezwungen oder in deutschen Arbeitslagern versklavt oder ermordet wurden.

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Interview: Mitglied der „Nachtwölfe“ erklärt die antifaschistische Weltanschauung des Clubs

Es ist also unzweifelhaft, dass auch unter den Mitgliedern des Motorradclubs mehr- heitlich Nachkommen von Opfern des Nationalsozialismus sind und es ist eine Tatsache, dass sich der Club selbst als dezidiert antifaschistisch betrachtet. Die Mitglieder sind normale Durchschnittsbürger der russischen Gesellschaft. All das stört Brüggmann jedoch nicht, die Mitglieder des Clubs pauschal als Nazi-Rocker oder Neonazis zu diffamieren.

Eine Beschwerde beim Deutschen Presserat über diese geschichtsvergessene und geschmacklose Verunglimpfung wurde nun als unbegründet zurückgewiesen. Der Deutsche Presserat ist eine Organisation der deutschen Verleger- und Journalistenverbände, dient angeblich der ethischen Selbstkontrolle der deutschen Presse, und hat sich hiermit als doppelmoralisches und ethisch verkommenes Kampforgan entlarvt, für das Diffamierungen und Hetze legitim sind, wenn es nur gegen den Russen geht. Damit stellt sich der Presserat selbst in die neonazistische Tradition der rassistischen Hetze.

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Die Begründung ist dümmlich, heuchlerisch, hanebüchen und eine Beleidigung für jeden ethisch und moralisch denkenden Menschen: Neonazismus wird schlichterweise mit Nationalismus gleichgesetzt:

Sie kritisieren die Bezeichnung der russischen Rockervereinigung „Nachtwölfe“ als Nazis und begründen dies damit, sie hätten sogar der toten Opfer der nationalsozialistischen Diktatur im KZ Dachau gedacht. Die Bezeichnung „Nazis“ oder „Neonazis“ bezieht sich jedoch nicht ausschließlich auf Anhänger, die sich zu den Zielen der deutschen NS-Diktatur bekennen, sondern allgemein auf neonazistisches Gedankengut. Teil dieses Gedankenguts ist die Überhöhung der eigenen Nation und nicht zwingend Deutschlands. Deshalb schließt es sich nicht aus, dass russische Neonazis den Sieg der Sowjetunion als Rechtsvorgänger Russlands über das nationalsozialistische Deutschland feiern. Die „Nachtwölfe“ werden auch in Berichterstattungen anderer Medien als zumindest rechtsnational oder nationalistisch bezeichnet. Die Grenzen zwischen diesen Zuschreibungen sind jedoch fließend. Nach Ansicht des Presserats ist auch die Zuschreibung „neonazistisch“ noch von der Presse- und Meinungsfreiheit gedeckt.

Insgesamt konnten wir daher keinen Verstoß gegen die presseethischen Grundsätze feststellen. Ihre Beschwerde war insoweit unbegründet.

Mit dieser den Nationalsozialismus verharmlosenden Weltanschauung aus dem intellektuellen Kindergarten wäre es legitim, halb Europa, die Mehrheit der US-Bürger und ihrer Politiker – einschließlich des Präsidenten Obama – und die Mehrheit der Israelis, inklusive Netanjahu und die gesamte Riege israelischer Spitzenpolitiker als Nazis oder Neonazis zu titulieren. Würde dies ein Journalist der gleichgeschalteten Mainstreamjournaille wagen, wäre er nicht nur am selben Tag arbeitslos, sondern hätte vermutlich eine Anzeige wegen Volksverhetzung im Briefkasten.

Wenn es aber um Russland geht, dann darf jeder dahergelaufene Lohnschreiber die russischen Opfer des Nationalsozialismus als Nazis diffamieren – offiziell abgesegnet von den Kindern und Enkeln der echten Nazis, die heute im selbsternannten Presserat das volksverhetzende Unwesen ihrer Eltern und Großeltern fortsetzen.

Dieser Vorgang sollte keinesfalls unwidersprochen hingenommen werden. Was hier im Schreiben des Herrn Radulovic durchscheint, ist die Wiederkehr nationalsozialistischer Hetze, weil sie in ihrer Doppelmoral eindeutig rassistische Züge offenbart. Die Titulierung „Nazi“ oder „Neonazi“ wird vom rassistischen Presserat nur deshalb für legitim erklärt, weil es gegen Russen geht.

Nachfragen und Beschwerden zu diesem Vorgang bitte an diese Adresse: info@presserat.de

Bei diesen Nachfragen sollte vor allem im Vordergrund stehen, ob der Presserat auch die Titulierung nationalistischer Israelis, US-Amerikaner, Franzosen oder Briten als Nazis oder Neonazis für legitim erachten würde.

Nachfragen und Beschwerden über den Volksverhetzer Brüggmann: brueggmann@handelsblatt.com oder handelsblatt@vhb.de

Wer antworten bekommt – oder auch wer keine bekommt – kann dies wie immer im Propagandamelder veröffentlichen. Wir werden die Sache in jedem Fall weiter verfolgen.