Schlagwörter

, , , , , , ,

Wenn, wie Noam Chomsky so treffend und prägnant formulierte, „die Propaganda für die Demokratie ist, was der Knüppel für die Diktatur“ [ein Herrschaftsinstrument] , dann ist das selbsternannte „Nachrichten- magazin“  SPIEGEL in dieser Metapher ganz sicher kein „Sturmgeschütz der Demokratie„, wie es der eigene PR-Slogan naiven Lesern glauben machen möchte, sondern ein mediales Sturmgeschütz der USA und NATO.

Wie billig und selbstentlarvend die NATO-Propaganda und Hetze des Spiegel seit Jahren ist, zeigt sich nicht nur in der regelmäßigen Werbung für das neueste SUPER-Militär- und Bombenarsenal der USA

US-Marine testet Superkanone
Neue Super-Bombe in einem Jahr
U.S. Airforce testet neue Superdrohne

sondern auch in der propagandistischen Fron(t)arbeit und Hetze, wenn es darum geht, dem nächsten Krieg der USA und ihrer Vasallen publizistisch den Boden zu bereiten. In dieser Hinsicht ist das Hamburger Propagandamagazin nicht nur full embedded, es hat DIE Führungsfunktion innerhalb der Kohorte deutscher Mainstreammedien.

Neben altgedienten Veteranen der publizistischen Kriegsführung wie Christian Neef (Mutti ist die Beste, Platzeck ist naiv) und noch unverbraucht die Treppe nach oben hetzenden Jungpimpfen wie Benjamin Bidder, darf auch Pavel Lokshin als vermeintlich „freier Journalist“ regelmäßig seine einseitig vezerrte Russland- Sicht in deutschen Medien ausbreiten, um Vorurteilen und Ressentiments der deutschen Öffentlichkeit gegenüber Russland frische Nahrung zuzuführen.

In Lokshins neuestem Machwerk offenbart sich die ganze erbärmliche Doppelmoral der westlichen Propaganda, weshalb wir diesen Artikel – und seine Konterkarierung ausgerechnet im ZDF – an dieser Stelle genüsslich vorführen wollen.

Spiegel_Patriot240

Minderjähriger an Kanone – gleichermaßen Objekt russischer und deutscher Propaganda

Lokshin berichtet heute über einen neuen russischen Militärpark namens „Patriot„, der in diesen Tagen ca. 1 Stunde von Moskau entfernt, von Vladimir Putin persönlich eröffnet wurde. Das russische Militär präsentiert sich dort sowohl der Bevölkerung, als auch potenziellen Kunden. Lokshin mokiert sich darüber, dass sich dieser Park angeblich vornehmlich an junge Russen wende, um ihnen Patriotismus beizubringen.

Lokshin: „Ein militärischer Erlebnispark bei Moskau soll jungen Russen Patriotismus beibringen und Werbung für die vaterländische Rüstungsindustrie machen …. Von einer Tribüne erhebt sich erschrecktes Kindergeschrei, Eltern zucken zusammen …. Eltern flanieren mit Kindern an der Hand vorbei an Kämpfern der „Speznas“ … Es gibt Hüpfburgen in Flecktarn und 3D-Simulatoren … Die Anlage soll zum „wichtigen Bindeglied im System der militärisch-patriotischen Arbeit mit der Jugend“ werden, sagte Präsident Wladimir Putin … In der Freilichtaustellung des „Patriot“-Parks klettern Kinder auf Kriegsgerät. Teenager und selbst erwachsene Männer schießen im grellen Sonnenschein Schützenturm-Selfies …. Vor der selbst fahrenden Abschussrampe für nuklear bestückte Interkontinentalraketen lassen sich ganze Familien ablichten …. Alles nur Spaß, oder? Im militärischen Erlebnispark von Kubinka, gut 60 Kilometer vor den Toren Moskaus, probiert ein junger Russe die Steuerung einer Flugabwehr aus …. Panzer für die ganze Familie … In Russland ist Kriegsgerät jugendfrei: Verteidigungsminister Sergej Schoigu will die russische Gesellschaft militarisieren …. Für die ganz Kleinen gibt es außerdem Hüpfburgen in Flecktarn.“

Kern der propagandistischen Botschaft: der böse Russe schreckt nicht einmal mehr davor zurück, Kinder zu militarisieren.

Wenige Tage zuvor in Deutschland

13. Juni ZDF heute-journal – Tag der offenen Tür bei der Bundeswehr

ZDF_13062015_hj_BW0

Bild anklicken, ZDF-Mediathek

Claus Kleber: „‚Wer den Frieden will, muss sich auf Krieg vorbereiten, dann kommt er nicht.‘ Das taugt der Bundeswehr als Motto. Das passt für eine Verteidigungsarmee, aber es ändert nichts daran, dass man dort lernt, Menschen zu töten und Dinge zu zerstören. Das ist als Jobbeschreibung eher ein Problem und seit vier Jahren, seit sie keine Wehrpflichtigen mehr bekommt, muss die Bundeswehr um Soldaten regelrecht werben. Sie versucht es mit immer besseren Arbeitsplätzen und heute mit einem Tag der offenen Tür.“

Screenshots aus dem Beitrag des heute-journals:

ZDF_13062015_hj_BW ZDF_13062015_hj_BW1ZDF_13062015_hj_BW2Auch die tagesschau berichtete von dem heiteren Familienevent:

ARD_13062015_ts_BW1

Ob der Tötungsexperte dem Knirps die Probleme mit dem heißen Eisen G36 erklärt?

mit Hüpfburgen (im Hintergrund):

ARD_13062015_ts_BW

Man könnte den Beitrag hier enden lassen. Die Bilder sprechen für sich und entlarven das Schmierblatt SPIEGEL einmal mehr als doppelmoralische Propaganda-Postille, die in Russland anklagen will, was in Deutschland und den USA Alltag ist.

Dragoon_Ride_CNN

US-Propaganda-Tour durch Ost-Europa Dragoon-Ride 2015

Man kann das aber nicht so stehen lassen, ohne auf die historischen Hintergründe deutschen, russischen und US-amerikanischen Militärs zu verweisen. Es macht unterm Strich eben doch einen kleinen Unterschied, ob ein Staat eine Armee unterhält, um sich zu verteidigen oder um anderen Länder zu bedrohen, zu überfallen und zu unterdrücken.

Russland hat guten Grund, eine Armee aufrechtzuerhalten und schon der Jugend klarzumachen, dass der eigene souveräne Staat nur dann weiter existieren wird, wenn man diesen gegen äußere Aggressoren zu verteidigen in der Lage ist, denn Russland wurde in der Vergangenheit gleich mehrfach überfallen und wird seit Jahren von USA und NATO militärisch immer enger umzingelt.

Deutschland hat nicht nur Russland und andere Nachbarn in der Vergangenheit überfallen, sondern halb Europa besetzt und massakriert und ist ein nach wie vor besetzter und unsouveräner Staat.

Die USA wurden niemals besetzt oder auch nur ansatzweise ernsthaft angegriffen, unterhalten aber den mit Abstand weltweit größten Militärapparat und haben damit mehr Länder mit mehr Bomben übersät, als irgendein anderer militärischer Aggressor.

Wäre der SPIEGEL nicht so ein fadenscheiniges Propaganda-Blättchen und Lokshin nicht so ein billiger Schreiberling, dann hätte man diesen Militär-Park in den historischen Kontext eingeordnet und auf die exzessiven und heuchlerischen Verweise auf die Jugend entweder verzichtet oder auf vergleichbare Ereignisse in Deutschland und anderswo verwiesen. Das aber wäre echter Journalismus gewesen und die Fakten hätten die beabsichtigte propagandistische Botschaft komplett unterlaufen.

Über den „Tag der Bundeswehr“ hat das Hamburger Käseblatt übrigens kurzerhand überhaupt nicht berichtet. War wahrscheinlich nicht jugendfrei.