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ard_logoEs verdichten sich Hinweise, wonach führende Manager, Chefredakteure und leitende Angestellte deutscher Medienkonzerne, sowie Führungspersonen aus den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF Teil eines Pädophilenrings sind, der sich Mädchen und Knaben im Vorschulalter zuführen lässt. Der von einem westlichen Geheimdienst betriebene Ring, der aus mehreren Scheinfirmen bestehend, Waisenkinder und Drogen aus Ost- und Südeuropa durch europäische Metropolen schleust, um sie an führende Journalisten und Politiker zu verkaufen, deren sexuelle Vorlieben und Drogenabhängigkeiten durch Überwachungsmaßnahmen abgeschöpft wurden, soll bereits seit den frühen 60er Jahren bestehen und auch der DDR-Staatssicherheit nicht verborgen geblieben sein. Die belastenden STASI-Akten wurden in einer Nacht-und-Nebel-Aktion 1989 aus Ost-Berlin in die USA geschafft.

Wer das glaubt, darf es ruhig weiter erzählen! Quellen? Verzichtbar! Beweise? Wie könnte es die geben, na und? Es hört sich doch gut an und passt uns ins diffamierende Konzept propagandistischer Kriegsführung. Diese Geschichte – wer wollte sie widerlegen? – bedient sich genau der Methoden, mit der die Lügenpresse seit Monaten Propaganda und Desinformation in einem Ausmaß betreibt, das jeder Beschreibung spottet.

tagesschau_hacker_bt240Aktuell zu beobachten an einem Onlineartikel auf tagesschau.de über den Hackerangriff auf das Netzwerk des Bundestages. Großspurig ist dort wieder einmal vom „Rechercheverbund aus WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung“ die Rede. Der hat so wahnsinnig geheime Neuigkeiten „recherchiert„, wie die Meldung, dass möglicherweise immer noch Daten aus dem Bundestagsnetzwerk abfließen. Das hat zwar ein Politiker mitgeteilt, aber sie nennen es trotzdem lieber Recherche unseres Teams oder Verbundes am besten noch investigativ – klingt noch hochtrabender und füllt die Zeilen, wo man sonst nichts zu schreiben hätte.

Wie der Rechercheverbund aus WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ berichtet, kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass aus dem Bundestags-Netzwerk noch immer unbemerkt Daten abfließen. Zudem zitiert „Spiegel Online“ einen Parlamentarier mit den Worten: „Die Trojaner sind noch immer aktiv.“

Neben dem aufgeblasenen Geschwafel vom sagenumwobenen Rechercheverbund fällt ins Auge, dass man sich in dem Artikel zum Großteil auf den SPIEGEL beruft. Der eigene Rechercheverbund hat angeblich Erkenntnisse, wonach ausländische Geheimdienste hinter der Attacke stecken. Welche „Erkenntnisse“ das sein sollen, wird nicht verraten – geheim? Mehr noch: der SPIEGEL berichtet, laut tagesschau.de, dass es östliche Geheimdienstkreise seien und dass „Experten Anhaltspunkte dafür vorlägen, dass der russische Auslandsnachrichtendienst SWR hinter der Spähaktion stecke.

spiegel_hacker_bt240Belege? Wozu? Wer jetzt den aktuellen SPIEGEL-Artikel liest – in der naiven Annahme dort tatsächlich Fakten und verifizierbare Informationen präsentiert zu bekommen – findet ebenfalls nur selbstreferenziellen Müll und Vermutungen. Statt Fakten wird auf einen eigenen Artikel vom 5.6.2015 verwiesen. Dort heißt es unter der frechen Überschrift:

 

Spur der Hacker führt nach Russland

spiegel_hacker_bt1240Hinter der Cyberattacke auf das Datennetz des Deutschen Bundestags vermuten Experten russische Profi-Hacker. Das erfuhr SPIEGEL ONLINE aus mehreren mit dem Fall vertrauten Quellen. Demnach liegen den deutschen Sicherheitsbehörden inzwischen deut- liche Indizien vor, die auf eine Urheber- schaft russischer Cyberspione – wo- möglich eines Geheimdienstes – hindeuten.

Der Beweis? Jetzt wird es richtig hanebüchen, denn in offensichtlicher Ermangelung von Fakten, verweist das Schmierblatt SPIEGEL auf einen Vorfall von 2014, bei dem ebenfalls schon russische Hacker hinter einem Spähangriff vermutet wurden und verlinkt wiederum zu einem eigenen Artikel vom 30.5.2015.

spiegel_hacker_bt2240Die Programmstruktur des sogenannten Trojaners ähnelt demnach einer Schad- software, die bereits 2014 bei einem Cyberangriff auf ein deutsches Datennetz zum Einsatz gekommen war. Damals wurde ebenfalls ein ausländischer Nachrichtendienst hinter der Attacke vermutet.

Der Beweis hinter dieser Kette des Schmierenjournalismus: ein Server in Osteuropa, den die Trojaner damals angeblich kontaktieren wollten. Spätestens jetzt bekommt jeder halbwegs versierte Netznutzer, der diesen Mülljournalismus bis zu diesem Beweis gefolgt ist, entweder einen Lachanfall oder die Wut, denn was die Lümmel und politischen Hetzer der Schmierenpresse behaupten, ist nichts anderes, als dass der russische Auslandsgeheimdienst so unfassbar dämlich sein soll, für einen derartigen Angriff Server im eigenen Land zu benutzen.

Das erinnert fast schon an die Unart islamistischer Terroristen, regelmäßig ihre Ausweispapiere an Tatorten (911, Charlie Hebdo) zu hinterlassen. Und dem russischen Geheimdienst zu unterstellen, er sei so blöde wie islamistische Fanatiker – oder vielleicht so blöde, wie westliche Geheimdienste islamistische Fanatiker darstellen wollen – ist schon eine ziemlich unverfrorene, aber zweifellos politisch motivierte Verarsche der deutschen Öffentlichkeit in einem Informationskrieg, in dem keine Lüge zu dreist und keine Unterstellung zu weit hergeholt sein kann. Sich dann auch noch auf deutsche Geheimdienste als Quellen zu berufen, staatliche Agenten, die selbst Werkzeuge in diesem Propagandakrieg sind, das hat mit seriösem Journalismus so viel zu tun, wie die zu Beginn skizzierte Mär vom Pädophilenring.

Pohlmann_Methode_Uboot525Und noch eine Parallele drängt sich auf. Wir haben heute eine ähnliche Situation, wie in den 80er Jahren in Schweden, als Olof Palme eine Friedenspolitik mit der Sowjetunion in die Wege leiten wollte und von den eigenen – aus den USA gelenkten – schwedischen Militär- und Geheimdienstkreisen dadurch sabotiert wurde, dass vor schwedischen Küsten vermeintliche russische U-Boote auftauchten. Die waren in Wahrheit von der NATO und hatten zum Ziel – gepuscht durch willfährige Medien – die Bevölkerung in Angst und Schrecken vor einer angeblichen russischen Bedrohung zu versetzen. Palmes Friedensinitiative wurden von eigenen Militärs- und Geheimdienstkreisen hintertrieben, er selbst am Ende erschossen – ein niemals aufgeklärter politischer Mord.

Es dürfte klar sein, wer heute ein massives Interesse daran hat, in deutscher Politik und Öffentlichkeit erneut eine Angst vor russischen Geheimdiensten zu schüren.

FAZIT:

Tagesschau.de vermutet, dass noch immer Daten aus dem Bundestag abfließen und beruft sich auf den SPIEGEL, der sich auf sich selbst beruft und Vermutungen aus Geheimdienstkreisen verbreitet, dass der russische Geheimdienst dahinter stecken könnte. Wer jetzt auch noch Parallelen zu ganz gezielt gestreuten Vermutungen über russische Panzerkolonnen in der Ukraine erkennt, könnte medienanalytisch auf der richtigen Spur sein – würde aber selbstverständlich als Verschwörungstheoretiker diffamiert.