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Schon der Titel des ARD Panorama-Beitrags vom 4.Juni 2015 ist entlarvend:

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Dauer 13min; Download: High Medium

Ein Gesprächsversuch sollte es also werden. Das suggeriert schon von vorneherein die diffamatorische Intention der Autoren, die den Medienkritikern in diesem Machwerk einmal mehr unterstellen, diese seinen zu einem Gespräch gar nicht in der Lage.

Diese also schon durch den Titel entlarvte Herangehensweise, bestätigte sich dann auch in den so sattsam bekannten wie billigen Methoden der Autoren. Medienkritiker sind entweder Nazis oder Verschwörungstheoretiker oder beides. Kommt die Kritik von Rechts, dann sind es Nazis. Kommt die Kritik von Links, dann sind es Verschwörungstheoretiker. Antisemiten sind sowohl Linke, als auch Rechte, wenn Kritik am Geldsystem oder an der einseitigen Israel-Berichterstattung geübt wird, die ja nichts anderes ist, als medial durchgesetzte, öffentliche Staatsräson.

Diese Diffamierung der Kritiker ist aber eine gute Nachricht. Ganz einfach deshalb, weil die öffentlich-rechtlichen Sender – unfähig sich mit der berechtigten Kritik inhaltlich auseinanderzusetzen – zum Mittel der Diffamierung greifen. Sie desavouieren sich damit mehr und mehr – und das ist gut so, denn eine bessere Bestätigung könnten wir uns doch als Kritiker gar nicht wünschen.

Gäbe es in der ARD seriösen Journalismus und bei Panorama keine rückgratlosen Mietmäuler wie Thomas Berbner, Ben Bolz oder Anja Reschke, dann hätten sie sich die Programmbeschwerden der Publikumskonferenz angeschaut und deren Berechtigung argumentativ überprüft. Zweifel an den Beschwerden hätte man dann mit Maren Müller diskutieren und berechtigte Beschwerden dem ARD-Verantwortlichen Gniffke vor die Nase halten können. Aber wie gesagt: das wäre ja seriöser Journalismus und wenn es den gäbe, hätten wir nicht diesen Abgrund an Manipulation, Meinungsmache und Propaganda, den wir hier in Hunderten Beispielen dokumentiert haben.

Schauen wir uns den Beitrag also einmal detailliert an. In der Einleitung präsentiert Anja Reschke eine offensichtlich erboste Bürgerin, die – während der Recherchen zu einem anderen Thema angetroffen – ihrer Wut über die Medien auf herzerfrischend direkte Weise freien Lauf lässt:

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„Ob das Radio ist, ob das Fernsehen ist, ich guck‘ mir diese Scheiße eigentlich nur an, um zu sehen, wie gelogen und betrogen wird.“

Patsch! Das hat gesessen. Die Dame sieht aus, als könne sie ihre Wut durchaus mit Beispielen belegen. Schade, aber die Chance bekommt sie nicht. Immerhin ist das Feld damit abgesteckt. ARD und ZDF können sich an vier Fingern abzählen, dass diese Entwicklung genau so weiter geht, wenn sie nicht schleunigst einlenken und den Vorgaben des Staatsvertrags nachkommen. Was muss passieren, welche Reformen sind nötig, damit diese Dame ihre Meinung zu den ÖR ändert?

Wieviel Aggression sich gerade im rechten Spektrum aufgestaut hat, haben bereits PEGIDA-Demos gezeigt. Auch wenn man die politischen Inhalte nicht teilt, muss man aber den Anspruch der PEGIDA-Anhänger auf objektive Berichterstattung und fairen öffentlichen Diskurs in jedem Fall verteidigen. Gleiches gilt selbstverständlich für Islamisten, Reichsbürger, Chemtrailer oder jeder anderen „Gruppe“, die Meinungen vertritt, die von der staatlich verordneten „Mitte“ abweichen. Wenn die gleichgeschalteten Mainstreammedien weiter gegen alles und jeden hetzen, der nicht bereit ist, den Koalitionsvertrag als persönliches Glaubensbekenntnis zu übernehmen, dann müssen sie sich über einen weiteren Vertrauensverlust, Frontenbildung und Eskalation nicht wundern.

Joachim Radke

ARD_Panorama_04062015_Radke240Für die PEGIDA-Seite wurde Joachim Radke befragt. Man muss sich jetzt immer darüber im Klaren sein, dass alle Befragten teils stundenlang interviewt wurden, die Autoren aber immer nur das ausgewählt haben, was ihnen in ihr Leitmotiv „Gesprächsversuch“ hinein- passte. Radke beklagt, dass die Medien nicht ausreichend über PEGIDA berichten. Der Sprecher aus dem Off erklärt, dass Radke das Gefühl hat, dass die Medien mit PEGIDA häufig nicht fair umgehen.“

Man muss geradezu davon ausgehen, dass Radkes Äußerungen hier ganz gezielt von den Autoren inhaltlich abgeschwächt wurden. Dass man ihn diesen Satz nicht selbst sagen läßt, ist sicherlich kein Zufall, denn er hat nicht nur das Gefühl, dass die Medien mit PEGIDA nicht fair umgehen, sondern es ist evident, dass gegen PEGIDA massiv agitiert und gehetzt wurde. Die medialen Strategien, unliebsame Demonstrationen so lange zu verschweigen wie es geht, und wenn es nicht mehr geht, diese zu attackieren – statt sich sachlich mit den Inhalten auseinanderzusetzen – ist keine neue Methode und muss hier auch nicht statistisch nachgewiesen werden. Stürmen in Moskau eine handvoll Spinner in eine Kirche und pöbeln herum, dann wird das hier genüsslich und monatelang als demokratischer Aktivismus gefeiert. Demonstrieren aber hierzulande ein paar Tausend gegen Ziele, die der Presse nicht in den Kram passen, wird es totgeschwiegen oder die Demonstranten pauschal als Nazis oder Verschwörungstheoretiker diffamiert.

Jetzt kommt ein entscheidender Moment, denn die Agitatoren entlarven sich selbst anhand der suggestiven Fragestellung. In diesem Augenblick wird die Methode deutlich, mit der die Kritik – aus Mangel an Fähigkeit, sich inhaltlich mit ihr auseinanderzusetzen – ins Abseits gestellt werden soll. Wir werden die gleiche Methode in den Gesprächen mit Maren Müller und Walter van Rossum wiedersehen. Geradezu penetrant kommt immer die gleiche Frage in unterschiedlichen Variationen, ob man denn glaube, dass sich hinter der manipulierten Berichterstattung „politische Instruktion“ verberge.

„Meinen Sie, dass das politisch instruiert ist? Weil Journalisten sind ja unabhängig, also wir machen ja unsere Arbeit und berichten ja so, wie wir wollen, beziehungsweise wie wir es für richtig halten.“

Natürlich kann Radke als normaler Bürger ohne tieferen Einblick in die Medien die systemimmanenten Mechanismen der Gleichschaltung nicht beschreiben oder beim Namen nennen. Das kann niemand, der sich mit dem Phänomen nicht wirklich intensiv auseinandergesetzt hat. Radke wehrt sich aber gegen den Effekt, den die mediale Gleichschaltung auf seinen Alltag hat, dass er nämlich eine massive Diskrepanz zwischen Realität und medialer Welt wahrnimmt. Diese Diskrepanz zu erklären, ist natürlich nicht seine Aufgabe, das wäre die Aufgabe von Journalisten.

Gleichzeitig ist ihm vermutlich bewusst, auf welches abseitige Gleis man ihn hier schieben will, denn den Agitatoren geht es darum, von ihm zu hören, dass es eine staatlich gelenkte Presse sei. Man will ihn als Spinner und Verschwörungstheoretiker vorführen, aber Radke schlägt sich tapfer und verweist auf die allgemein gewachsene Medienkritik, die beweist, dass er nicht allein ist.

Lachhaft und geradezu groteske Realitätsverleugnung ist die Behauptung des Fragestellers, Journalisten seien ja unabhängig und berichteten so, wie sie es wollten. Da haben wir doch köstlich gelacht! Da will Panorama über das ungeliebte Etikett „Lügenpresse“ berichten und tischt derartig freche Lügen auf. Wieder fragt man sich, ist der Fragesteller nur doof oder erzählt er hier vorsätzlich Blödsinn?

Selbstverständlich ist Panorama nicht unabhängig. Jeder Journalist in den Öffentlich-Rechtlichen, der dort länger als 12 Monate beschäftigt ist – und vielleicht auch auf Dauer von diesem Job leben möchte – weiß genau, wo die Grenzen der Meinungsfreiheit und Berichterstattung sind und wo die Schlange im Jobcenter auf ihn wartet. Würden etwa die Programmbeschwerden der Publikumskonferenz in einem Bericht ausgiebig dargestellt und auf Wahrheitsgehalt geprüft, dann hätte sich der verantwortliche Redakteur umgehend dafür zu rechtfertigen.

Wer wiederholt Berichte abliefert, die die westliche Propaganda unterlaufen, wie Syrien-Expertin Karin Leukefeld, der bekommt halt keine Aufträge mehr beim WDR oder ihm werden die Budgets für seine Dokumentationen gekürzt, wie Dirk Pohlmann das bei KenFM erläutert hat. Seine letzte Doku wurde vom ZDF im Schneideraum dermaßen zensiert, dass er sie selbst kaum wiedererkannt hat. Pohlmanns Account beim SPIEGEL wurde gesperrt, weil er dort mit Faktenwissen gegen die Propaganda der SPIEGEL-Redakteure angeschrieben hat.

Wer journalistisches Ethos, Anstand und Selbstrespekt hat, wie Ulrich Tilgner, der schmeißt beim NATO-Propagandasender ZDF hin und sucht sich einen anderen Arbeitgeber – übrig bleiben dann erbärmliche Existenzen wie Armin Coerper, Katrin Eigendorf oder Bernhard Lichte. Und wenn einmal ein Chefredakteur nicht spurt, dann wird er von der Politik geschasst, wie wir das mit Brender erlebt haben. Journalistische Freiheit? Wer das mit Blick auf die deutschen Mainstreammedien behauptet, lügt vorsätzlich oder ist ein tumber Idiot.

ARD-Chefredakteur Kai Gniffke gibt sich ahnungslos

Hat jemand die Umfragen mitgezählt, die das Misstrauen der Bürger gegen die Medien wiederspiegeln? Der für die Tagesschau und ARD-aktuell verantwortliche Chefredakteur Gniffke kennt sie nicht – anscheinend:

ARD_Panorama_04062015_Gniffke240Kai Gniffke: „Ich kann überhaupt nicht einschätzen, wie groß ist die Gruppe derer, die tatsächlich unzufrieden sind, die ein ganz ganz tiefes Misstrauen und eine Verdrossenheit uns gegenüber verspüren. Deshalb neige ich nicht dazu, von einer allgemeinen Medienverdrossenheit zu sprechen.“

Selbstverständlich gibt es zu dieser absurden Aussage keine Nachfrage der Panorama-Autoren. Auch sie kennen die Umfragen anscheinend nicht oder tun mal einfach so, als ob sie sie nicht kennen. Dass Gniffke von seiner Online-Redaktion mit Statistiken versorgt wird, wieviele Protestmails und -kommentare täglich eingehen, davon kann man allerdings ausgehen. Der Mann stellt sich dumm – wie kommt er darauf, dass dieses Dummstellen, diese offensichtliche Verleugnung der Realität nicht zu weiterer Verdrossenheit führt?

Nicht minder verlogen sind Gniffkes Äußerungen zur Kritik an der Ukraine-Berichterstattung. Die Einseitigkeit, die er leugnet, haben wir hier massenhaft dokumentiert. Unter anderem in zwei wochenlangen Studien, die akribisch aufzeigen, dass ausschließlich aus Sicht der Maidan-Anhänger berichtet wurde. Gniffke ist ein Überzeugungstäter, der sein Goebbelsches Werk fortsetzen möchte. Von so einem erbärmlichen Charakter kann man höchstens Einsicht erwarten, wenn er sich eines Tages vor Gericht für seine kriegsvorbereitenden Verbrechen verantworten müsste. Dann würde er anfangen zu jammern, „ja wir konnten ja damals nicht anders…..“ Man kennt dieses brandstiftende Pack von Biedermännern aus der deutschen Geschichte nur allzu gut.

Maren Müller im erlauchten Kreis der „Verschwörungstheoretiker“

Wie bereits im Fall des Interviews mit Joachim Radke dargelegt, geht es Panorama darum, die Kritiker als Verschwörungstheoretiker darzustellen, um die Kritik zu delegitimieren. Zu diesem Zweck wird in der Frage, wie sie sich denn die einseitige Berichterstattung erklären, solange nachgefragt und gebohrt, bis die Befragten ins Schwimmen kommen. Der psychologische Kniff ist einfach und aus billigsten Krimis bekannt. „Erzählen Sie uns das doch bitte noch einmal!“ Irgendwann ist aber alles gesagt. Man hat seine Punkte umfassend und schlüssig dargelegt, es wird aber weiter gefragt. Wir fühlen uns unverstanden, haben das Bedürfnis uns weiter zu erklären und verwenden dann Worte und Formulierungen, die sich aber immer weiter vom Kern der Angelegenheit entfernen. Genau darauf warten diese schmierigen Agitatoren, denn sie wollen nicht wiedergeben, was der Interviewte sagen will, sondern irgendetwas, was sie verdrehen und gegen ihn wenden können. Dazu wurde Maren Müller mehrere Stunden interviewt, damit diese dann auf wenige Sekunden zusammengeschnitten werden, die den Autoren in den Kram passen.

ARD_Panorama_04062016_Müller240So hat Maren Müller aus Sicht der Autoren mit ihren Beschwerden (die – wie gesagt – inhaltlich nicht themati- siert werden) keine einseitige Bericht- erstattung oder Verstöße nachge- wiesen, sondern sie zeigt damit, dass sie die Berichterstattung „grob einseitig empfindet„.

Wer auch nur eine einzige Beschwerde kennt, weiß, dass es hier nicht um „Empfindungen“ geht, sondern durchweg um knallharte, belegte Fakten. Wenn ein Udo Lielischkies Lügen verbreitet oder in der Tagesschau während der Maidan-Proteste nicht ein einziger Ostukrainer zu Wort kommt, dafür aber beinahe täglich eine politisch unbedeutende Witzfigur wie Vitali Klitschko, dann hat das nichts mit Empfindungen zu tun, sondern mit offensichtlichen und unabstreitenden Tatsachen, die eine politische Propaganda beweisen, die – natürlich nicht zufällig – vollkommen synchron zur Regierungspolitik läuft.

ARD_Panorama_04062015_MüllerRT240Wer von der ARD nicht komplett verblödet ist und die eine oder andere Folge von RT-Deutsch gesehen hat, musste dann vermutlich lauthals lachen, als sich die erbärmlichen Autoren über den „Propagandasender RT“ auslassen, in dem Maren Müller ein „durchaus gern gesehener Gast“ sei.

In diesem Augenblick passierte das, was wir hier kürzlich thematisiert haben: Kabarett leistet journalistische Aufklärung, während vermeintliche Journalisten zur Comedy werden – zu öffentlichen Witzfiguren. Die frickeln sich ein faktenfreies Machwerk, mit dem sie Kritiker diffamieren und den eigenen Chefredakteur weiswaschen wollen und nehmen mit Blick auf RT das Wort Propagandasender in den Mund. Wahnsinn! Köstlich! Unbezahlbar!

Mit Blick auf die Publikumskonferenz heißt es dann – und hier kommen die Agitatoren zu ihrem eigentlichen Punkt: „Was bringt diese Menschen zusammen? Sachliche Kritik, Grundmisstrauen, Verschwörungstheorien?“

Jetzt sind sie da, wo sie von Anfang an mit ihrem „Gesprächsversuch“ hin wollten. Kritk wird zu Verschwörungstheorie und – ganz ehrlich – das ist das Beste, was man von Panorama erwarten konnte, denn die Denunziation als „Verschwörungstheoretiker“ ist der journalistische Offenbarungseid und entlarvt die Propagandisten so nachhaltig, wie man es als Kritiker selbst gar nicht besser machen könnte. Es ist wie mit den Kampfbegriffen „Antiamerikanismus“ oder „Antisemitismus“, die immer dann ins Spiel kommen, wenn die USA oder Israel zu Recht und mit Fakten kritisiert werden. Wenn diese Fakten nicht wiederlegt werden können, werden die Kritiker diffamiert.

„Professionelle Verschwörungstheoretiker haben zur Zeit Hochkonjunktur, wie Ken Jebsens scheinbar seriöser Onlinekanal. Jebsen verbreitet über das Internet die These der amerikanischen Weltverschwörung – genau wie der Verleger Jügen Elsässer.“

Höhepunkt des Beitrags: Walter van Rossum bezeichnet sich selbst als Verschwörungstheoretiker

Walter van Rossum ist ein alter Hase und kritischer Medienprofi, der sich von zwei halbgaren Panorama-Agitatoren nicht mal eben vorführen lässt. Nach dem sehr hörenswerten Streitgespräch „Lügenpresse der Rosa-Luxemburg-Stiftung wurde er vor Ort interviewt und steckt sich das Label „Verschwörungstheoretiker“ kurzerhand selbst an und lässt damit den Versuch der Diffamierung ins Leere laufen. Mehr noch: es wird klar, dass van Rossum eben kein „Verschwörungstheoretiker“ in dem diffamierenden Sinne ist, den die Panorama-Autoren von Beginn an im Sinn haben, sondern dass das diffamierende Label „Verschwörungstheoretiker“ hier für einen kritischen Geist steht, der eben nicht alles glaubt, was die Staats- und Konzernmedien ihm einreden wollen, sondern der im Denken so frei ist, dass er alles erst einmal kritisch hinterfragt. Eine Eigenschaft, die man eigentlich von allen Journalisten erwarten sollte.

van Rossum: „Ich weiß nicht, wie man ohne Verschwörungstheorie auskommen will.“

In diesem Moment wird deutlich, dass wir es mit zwei völlig konträren Selbstbildern zu tun haben. Auf der einen Seite der Untertan, personifiziert durch jämmerliche Panorama-Autoren, die Herrschaftspropaganda verbreiten und nicht ansatzweise in der Lage sind, ihre eigene Rolle im System zu reflektieren. Auf der anderen Seite der Dissident und Freigeist, der sich nicht darum schert, was die Medien oder die Massen kreischen, sondern zuerst und vorrangig der eigenen Ratio verpflichtet ist.

Fazit:

Nichts Neues von der Propagandafront. Selbstverständlich konnten auch die Panorama-Autoren den Vorwurf der einseitigen, staatsnahen Meinungsmache nicht entkräften, weil Fakten nicht dauerhaft weggelogen werden können. Sie können nur ignoriert werden und genau das gehörte hier erwartungsgemäß genauso zur durchschaubaren Strategie, wie die Diffamierung der Kritiker. Keine Auseinandersetzung mit Inhalten, sondern – wie im Falle Müller – stundenlange Interviews, aus denen sich dann gefrickelt wird, was die Herrschaft von den Panorama-Bütteln erwartet.

Hat jemand ernsthaft geglaubt, Panorama würde Gniffke mit Fakten konfrontieren? Wenn das auch nur denkbar wäre, dann gäbe es das Problem „Lügenpresse“ nicht. Wenn der Putsch in Kiew, der vom Westen forcierte Bürgerkrieg in Syrien oder das Charlie-Hebdo-Attentat von Paris in deutschen Medien kritisch hinterfragt werden dürften, dann würde die Presse ja funktionieren und es würden nicht diejenigen als Verschwörungstheoretiker diffamiert, die solcherart unabhängigen Journalismus unablässig einfordern.

Der entlarvende Witz an der Sache: Denjenigen, die sich als Lügenpresse diffamiert fühlen, fällt nichts anderes ein, als ihrerseits die Kritiker als Verschwörungstheoretiker zu brandmarken. Walter van Rossum kontert genau richtig, wenn er sich den Begriff „Verschwörungstheoretiker“ kurzerhand und selbstironisch zu eigen macht. Ob man einem „Verschwörungstheoretiker“ glaubt oder einer staatlichen Maulhure, bleibt am Ende jedem selbst überlassen – nur die Fakten, die sollte man prüfen.


KenFM_Positionen

KenFM-Positionen #1: Krieg oder Frieden in Europa – Wer bestimmt auf dem Kontinent?

Weil es hier so wunderbar hinpasst, sei noch einmal auf die exzellente „Verschwörungstheoretiker„-Runde von Ken Jebsen hingewiesen. Wer 140 Minuten seines Lebens gut investieren will, um nicht eines Tages total verblödet zu sterben, wird dort mit Fakten und Informationen geradezu zugeschüttet, die er in der Lügen- presse lange suchen muss – oder überhaupt nicht findet.