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deutschlandfunkPseudodiskurs im Deutschlandfunk:

 

Wie glaubwürdig sind unsere Medien?

Am 24. April „diskutierten“ vier Vertreter des etablierten Mediensystems ihr Problem mit medienkritischen Bürgern, die sich nicht länger für dumm verkaufen und manipulieren lassen wollen.

Sie werden als „Lügenpresse“ beschimpft, des Kampagnenjournalismus und der Käuflichkeit bezichtigt – Massenmedien haben ein Glaubwürdigkeitsproblem. Nicht erst seit der Germanwingskatastrophe überschlägt sich in den sozialen Medien die Kritik an der Berichterstattung. Das mündete in über 400 Beschwerden beim Deutschen Presserat. (LINK)

Neben Prof. Dr. Bernhard Pörksen, der seit Monaten durch Staats- und Konzernmedien tingelt, um Propaganda und Desinformation schönzureden und Kritik abzubügeln, sind ARD-Chefredakteur Kai Gniffke, Kai-Hinrich Renner vom Handelsblatt und Linda Rad-Wiggins vom Data-Mining-Unternehmen DACOSTO geladen.

Schon die personelle Besetzung ist ein offenkundiger Witz, eine Frechheit gegenüber den GEZ-Zahlern und damit ein Beweis mehr für das vorhandene Problem.

Die 68 Minuten (mp3) muss man sich wahrlich nicht anhören. Bemerkenswert waren Aussagen des ARD-Chefredakteurs Kai Gniffke, der zum einen meint, die Kritik käme von Bürgern, die sich im Internet Quellen suchen, die ihre Vorurteile bestätigen würden und der es zum anderen „hoch problematisch“ findet, alle Medien „über einen Kamm zu scheren.“

Gniffke: „…Auf der anderen Seite gibt es ja tatsächlich die paradoxe Seite des Internets: dass ich unendlich viel mehr Quellen plötzlich zur Verfügung habe, aber zur gleichen Zeit habe ich unendlich mehr Chancen, mein eigenes Vorurteil bestätigt zu bekommen und das ist ja gerade, glaube ich, das Problem mit dem wir auch gerade kämpfen, dass die Menschen im Internet gezielt danach suchen: was könnte jetzt den Duktus der Mainstreammedien als manipuliert entlarven und sich dann tatsächlich nur die Angebote holen, die ihrem eigenen Urteil oder Vorurteil entsprechen. Das ist, glaube ich, ein bisschen das Problem, mit dem wir zu kämpfen haben.

Eines noch, was mir ganz wichtig ist: dass wir nicht immer von DIE MEDIEN sprechen. Wen meinen wir denn, wenn wir immer sagen: „die Medien“? Meinen wir damit die Junge Freiheit, die tagesschau, die BILD, das Handelsblatt oder wen? Dieses Alle-Medien-über-einen-Kamm-scheren, das ist etwas, was ich hochproblematisch finde. Ich glaub schon, da hat jede einzelne Zeitung, jede einzelne Sendung ihren Ruf, ihre Anspruch, ihre Marke, die sie verteidigen muss.“

Vorurteile? Vorurteile kann man über Dinge oder Vorgänge haben, die man nicht kennt, die man nur vom Hörensagen kennt und von denen man sich keine eigene valide Meinung bilden konnte oder wollte. Angesichts der medialen Präsenz von ARD bis BILD von „Vorurteilen“ zu sprechen ist deshalb vollkommen abwegig. Fakt ist vielmehr: die Mehrheit hat die gesteuerte Meinungsmache gerade deshalb satt, weil sie die gleichgeschalteten transatlantisch kontrollierten Medien so gut kennt!

Noch unverschämer ist Gniffkes Versuch, ein Über-einen-Kamm-scheren aller Medien durch die Kritiker zu suggerieren. Das macht niemand. Nirgends. Kein Mensch würde tagesschau und Junge Freiheit oder BILD und Nachdenkseiten in einem Atemzug nennen – außer, um sie als Antipoden darzustellen. Tatsächlich spricht er ja selbst kurz zuvor von den „Mainstreammedien“ und offenbart damit, dass es ihm mit dem behaupteten „Über-einen-Kamm-scheren“ um gezielte Verwirrung und Verwischung der Fronten geht.

Frech ist dieser Vorwurf auch deshalb, weil es gerade Teil der Kritik an den Mainstreammedien war und ist, dass sie selbst die Realität so über einen Kamm scheren, dass sie ihnen ideologisch in den Kram passt. Beispielhaft wurde dies während der Berichterstattung über die Vorgänge in Kiew durchexzerziert, die wir damals in zwei ausführlichen Analysen dokumentiert haben: 26.Januar 2014 und 25. Februar 2014

In den Wochen vor und nach dem Putsch in Kiew wurde in den Hauptnachrichten von ARD und ZDF nahezu ausschließlich die Position der damaligen Opposition (des Maidan) präsentiert und dabei sowohl quantitativ, als auch qualitativ eine eindeutige Position bezogen. Diese politische „Berichterstattung“ sollte suggerieren, dass alle – oder zumindest die große Mehrheit der Ukrainer – gegen die Regierung stünde und Pro-EU eingestellt wäre. ARD-Agitatorin Atai hat das später damit gerechtfertigt, dass man doch als Journalist, immer auf „Seiten der Freiheit“ stehen würde. Dummheit oder Zynismus? Mit dieser Desinformation und Propaganda haben die Staatssender ARD und ZDF vorsätzlich den Putsch gegen eine demokratisch gewählte Regierung und damit auch die absehbare Spaltung des Landes und den jetzigen Krieg mit heraufbeschworen.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch ein Blick auf die Datenanalysierer von DACOSTO, deren Vertreterin Linda Rad-Wiggins ins Studio geladen war. Auf deren Homepage findet sich das Analysetool „Meinungsmaschine“, das die Gäste in den führenden Talkshows der Staatssender ARD und ZDF nach Anzahl der Auftritte, Parteizugehörigkeit etc. durchdekliniert. Das ist hübsch bunt und auf den ersten Blick halbwegs ausgewogen.

Der eigentliche Medienskandal findet sich nur im „Kleingedruckten“, wenn man auf „Liste aller Sendungen“ klickt und sich dort einmal die Themen anschaut, unter denen die Meinungsmache in den vergangenen 2 Jahren stattfand. Aus dieser Liste haben wir die Sendungen extrahiert, die sich mit dem Ukraine-Konflikt beschäftigten. Allein die Titel geben schon ausreichend Aufschluss über die politische Stoßrichtung.