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In der 3sat „kulturzeit“ wird erneut pauschal gegen den Islam gehetzt. Er sei eine „rückständige“ Religion meint Moderatorin Mendelsohn und gießt damit Öl ins Feuer von Pegida & Co.


ZDF-Staatsvertrag

vom 31. August 1991,
in der Fassung des Zwölften Staatsvertrages zur Änderung rundfunkrechtlicher
Staatsvertrage
(Zwölfter Rundfunkänderungsstaatsvertrag)
in Kraft seit 1. Juni 2009
 
Zweiter Abschnitt. Vorschriften für das Fernsehvollprogramm“Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF)“
 
§ 5 Gestaltung der Sendungen
(3) Das ZDF hat in seinen Sendungen die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. Es soll dazu beitragen, die Achtung vor Leben, Freiheit und körperlicher Unversehrtheit, vor Glauben und Meinung anderer zu stärken. Die sittlichen und religiösen Überzeugungen der Bevölkerung sind zu achten. Die Sendungen sollen dabei vor allem die Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland fördern so wie der gesamtgesellschaftlichen Integration in Frieden und Freiheit und der Verständigung unter den Völkern dienen und auf ein diskriminierungsfreies Miteinander hinwirken. (LINK)

Bereits in der Vergangenheit mussten wir mehrfach über die selbsternannte 3sat „kulturzeit“ berichten – darunter auch über antiislamische Volksverhetzung unter dem Deckmantel der „Kultur“.

In der gestrigen Ausgabe leitete die einschlägig bekannte Tina Mendelsohn einen Bericht über Ayaan Hirsi Ali mit den Worten ein:

3sat_kulturzeit_20.4.15„…Sie wuchs im Exil auf, brach mit ihren Vorfahren und mit ihrer Religion. Sie floh ganz alleine nach Holland und setzte hier ihren Feldzug gegen ihre rückständige Religion fort….“

(Mediathek; 127MB; ab 17:32min)

Hätte Mendelsohn – die hier nicht in indirekter Rede spricht, sondern ihre eigenen Ansichten darlegt – es gewagt, Juden- oder Christentum derart pauschal als rückständig zu verunglimpfen, der Zentralrat der Juden oder das Zentralkomitee der deutschen Katholiken würden ihr und der Redaktion zu Recht die Hölle heiß machen. Geht es aber gegen Muslime, dann sind Hetze und pauschale Diffamierungen in ARD und ZDF offensichtlich immer gerne gesehen.

Selbstverständlich kann Hirsi Ali in Büchern und Medien publizieren, was sie will – so lange es nicht gegen einschlägiges Recht verstößt. Moderatoren von ARD und ZDF – und selbstverständlich auch von 3sat – haben sich aber an den unzweideutigen Vorgaben des Staatsvertrags zu orientieren, die ohne jeden Zweifel eine pauschale Verunglimpfung des Islam als „rückständig“ ausschließen.

Fakt ist: in allen großen Weltreligionen gibt es rückständige, konservative oder progressivere Strömungen. Dabei sind selbst vermeintlich rückständige Auslegungen hierzulande zu respektieren, so lange die Gläubigen sich an die Gesetze halten. Hätte Mendelsohn davon gesprochen, dass Ali ihren Feldzug gegen die aus ihrer Sicht rückständige Religion fortgesetzt hätte oder gegen rückständige Strömungen oder Auslegungen des Islam, wäre daran nichts auszusetzen. Für derartige Differenzierungen ist aber in einem Hetzmagazin wie der „kulturzeit“ kein Platz.