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ard_logoImmer auf Linie mit der Regierung – auch für die ARD „tagesthemen“ ist das die Devise, statt objektiv, unabhängig und unparteilich zu berichten, wie im Rundfunkstaatsvertrag gefordert.

Die deutsche Schuld an massenhaften Verbrechen während der Besatzung Griechenlands steht völlig außer Frage. Das Gleiche gilt für die Pflicht zur Rückzahlung eines Zwangskredites, die die deutschen Besatzer den Griechen abgezwungen haben. Selbst die Nazis haben diese Verpflichtung anerkannt – was ein bezeichnendes Licht auf sämtliche deutsche Nachkriegsregierungen wirft, die die Rückzahlung bisher verweigerten und bis heute verweigern.

70 Jahre zieht sich diese Weigerung nun hin und die Regierung und ihre medialen Helfershelfer erfinden immer neue Ausreden, um sich vor der historischen Verantwortung zu drücken.

Die aktuelle Losung der Regierung lautet: Die Frage der Rückzahlung und Reparationen könne nicht mit den Schulden in einen Topf geworfen werden. Man müsse das unabhängig voneinander betrachten. Tatsächlich ist es die deutsche Regierung selbst, die diesen zeitlichen Zusammenhang erst konstruiert, der dann von den servilen Medien verbreitet wird. Die Griechen selbst haben in der Vergangenheit immer wieder Reparationen und Rückzahlung eingefordert. Der konstruierte Zusammenhang dient also nur der im zweiten Atemzug verbeiteten Empörung über das eigene Konstrukt.

Diese Masche, Schuld und Schulden zu verknüpfen, um diese Verknüpfung dann zurückzuweisen, wird von den Staatsmedien ARD und ZDF aufgenommen und genauso verbreitet – in den gestrigen Tagesthemen beispielhaft vorgeführt von Caren Miosga, die den Griechen erklären will, was geht und was nicht.

ARD tagesthemen 7.04.2015

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Bild anklicken – ARD Mediathek

Caren Miosga: „Knapp 280 Milliarden Euro will Athen haben und man kann darüber streiten, ob diese Forderung überhaupt berechtigt ist. Man kann aber auch darüber streiten, ob es klug ist, dass die jetzige Bundes- regierung, eine Entschädigung für das Weltkriegsunrecht wiederholt abgelehnt hat. Dass griechische Politiker aber gerade jetzt solche Rechnungen aufmachen, erweckt den Eindruck, Athen könnte eine alte Schuld gegen aktuelle Reformappelle aus Berlin auszuspielen versucht. Das strapaziert nicht nur die Beziehungen zwischen beiden Ländern, sondern auch die Nerven in der deutschen Regierung.“

Es ist schlicht und einfach gelogen, dass „diese Rechnungen gerade jetzt“ aufgemacht werden. Tatsache ist vielmehr – und es wäre Aufgabe der Journalisten darauf hinzuweisen – dass die deutsche Schuld längst durch Reparationen hätte „ausgeglichen“ werden können – und müssen. Das gilt umso mehr für den Zwangskredit.

WDR5 Tagesgespräch 8.04.2015

Die gleiche regierungsnahe Propaganda wollte der WDR heute morgen im Tagesgespräch mit seinem „Experten“ Brunnbauer verbreiten. Zwei Anrufer haben zum Ende der Sendung diese Verlogenheit offen gelegt und genau die Kritik an dieser Politik formuliert, die man eigentlich von Journalisten erwarten müsste.

Die erste Anruferin beklagt völlig zu Recht und zutreffend die diesbezügliche Desinformation in den Medien und der zweite Anrufer wirft die nicht minder berechtigte Frage auf, wann die Griechen denn sonst ihre Reparationen und die Rückzahlung des Zwangskredits einfordern sollen, wenn nicht jetzt. Man beachte, wie „Moderator“ und „Experte“ der Anruferin ins Wort fallen, als sie die Berichterstattung kritisiert!