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wdrGanz auf Linie mit den Eliten, so das Fazit von Uwe Krügers Studie über deutsche „Spitzenjournalisten“. Dass sich dies nicht nur auf „Spitzenjournalisten“ und nicht nur auf die Konzernmedien bezieht, sondern auch auf die „Journalisten“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ist mittlerweile Allgemeinplatz. Es gibt kein außen- und sicherheitspolitisches oder auch wirtschaftliches Thema der deutschen Politik, in dem auch nur ein relevanter „Journalist“ von ARD, ZDF oder DLF es wagen würde, eine andere Meinung als die offizielle Regierungsagenda zu vertreten oder der Regierung gar zu widersprechen. Es ist ein lupenreiner Staatsfunk, der uns vorgesetzt wird und genau den dürfte es laut jüngstem Urteil des BVerfG eben nicht geben.

Die von transatlantischen Propagandisten ausgearbeitete Doktrin der „Neuen Verantwortung„, die nichts anderes ist, als eine Einbindung des besetzten Deutschlands in die imperialistische Kriegspolitik der USA, wurde von den gleichgeschalteten Medien bereitwillig aufgesogen und abgesegnet. Ihre Protagonisten treten regelmäßig als „Experten“ im Staatsfernsehen auf, ohne das ihre Geldgeber den Zuschauern offengelegt würden. Dort dürfen sie unwidersprochen – und von den eigenen transatlantischen Kollegen wie Claus Kleber mit Stichworten bedient – klandestine PR für aggressive NATO-Politik machen, die als „Verteidigung“ verkauft wird.

Es wundert also nicht im geringsten, dass der dezidiert gegen Russland gerichtete Vorschlag des EU-Kommissionspräsidenten Juncker, eine EU-Armee aufzustellen, von den sogenannten Journalisten der Staatsmedien freudig aufgegriffen wird. Servile Staatsjournalisten wie Karin Bensch vom WDR, die erst einen Tag zuvor ganz „neutral“ über Junckers Idee berichtet hatte, jubeln schon einen Tag später ganz ungeschminkt:

KarinBensch_WDR„Ja, wir brauchen sie, die europäische Armee.“

Einzige Sorge der Militaristin:

„Wieviel Konkurrenz hält die NATO aus?“

Würde es nicht auch Unschuldige treffen, man würde diesen lernresistenten und opportunistischen Kriegshetzern wünschen, ihre Häuser würden genauso ausgebombt, wie die von Poroschenkos Opfern in der Ostukraine, oder denen der Millionen Opfer von US- und NATO-Terror im Irak, Libyen, Afghanistan oder Syrien.

Die Frage, was denn eine – zumal gegen Russland gerichtete – europäische Armee bewirken solle, bleibt selbstverständlich unbeantwortet. Nebulös und unreflektiert wird von „Einigkeit demonstrieren“ geschwurbelt. Die Vorstellung, Russland würde die Krim an die NATO abtreten oder dem Mord an seinen ethnischen Brüder und Schwestern zuschauen, wenn die EU zu diesem Zweck eine Armee aufstellen würde, ist dumm und gefährlich. Eine solche Armee – ist sie einmal aufgestellt – entwickelt ihre eigene Dynamik und setzt Politiker ganz schnell unter Zugzwang, sich militärisch in Dinge einzumischen, die auf politischem und friedlichem Wege besser geregelt wären.

Dass empathiegestörte, unkritische und servile Schwätzer wie Karin Bensch ihre Kriegstreiberei im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbreiten können, ist nicht nur eine Verhöhnung der deutschen Geschichte, es ist höchst gefährlich.

Update:

Nach Karin Bensch stimmt auch Paul-Elmar Jöris in seinem „Klartext“-Beitrag in die Lobpreisung einer „schlagkräftigen“ EU-Armee ein. Er bedauert, dass das deutsche Parlament deutschen Kriegseinsätzen zustimmen muss und dass deutsche Soldaten nicht stärker an der Verheerung Libyens beteiligt waren. Er fürchtet, dass es mit der EU-Armee wohl nichts werden wird, weil die Deutschen nicht genug Geld für Krieg locker machen wollen.