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wdr5Propaganda entlarvt sich immer am augenscheinlichsten durch Doppelmoral und Verlogenheit. Ein öffentlicher Rundfunk, der Berichterstattung, Meinungen und Wertungen zu aktuellen Ereignissen an politischen und wirtschaftlichen Interessen der Regierung orientiert, ist Staatsfunk.

Dass der WDR Staatsfunk in Reinform ist, dass man dort lupenreine Propaganda im Sinne der Regierung verbreitet, beweisen die antirussische Hetze und komplett verzerrte Berichterstattung über die Vorgänge in Kiew seit Monaten.

Während Russland bis ins Groteske als vermeintlicher autokratischer Unrechtsstaat dämonisiert wird, wird Saudi-Arabien regelmäßig als Alliierter im Kampf gegen den Terror verbrämt. Wer nicht durch die Staatssender ARD und ZDF komplett verblödet ist, weiß, dass es sich bei Saudi-Arabien um eine menschen- und demokratieverachtende Erbdespotie handelt, in der Frauen wie Sklaven und Gastarbeiter wie Untermenschen behandelt werden.

Raif-BadawiWeil man aber mit Saudi-Arabien beste Geschäfte machen kann und die Regierung der Kolonie Deutschland nicht so souverän – und wahrscheinlich auch nicht willig – ist, ihre Politik an den europäischen Werten der Aufklärung, des Humanismus und der Demokratie festzumachen, sondern sich am Hegemon USA orientiert, dürfen hin und wieder deutsche Politiker mit Geschäftlemachern der deutschen Wirtschaft nach Mekka pilgern, um gute Kontakte mit moralisch gleichgesinnten Frauen- und Kinderschändern zu pflegen – und Geschäfte einzustielen.

Wie soll das der WDR-Staatsfunk seinem zu verblödenden Publikum verkaufen, das ja weiter denken soll, dass die Regierung und der ihr angeschlossene Staatsfunk irgendwelche moralischen Grundsätze oder Skrupel hätte? Ganz einfach: man sendet gezwungenermaßen und pflichtschuldig ein Interview mit Amnesty International und die Sache ist erledigt. Wie sich dieses Interview von Thomas Schaaf heute morgen gestaltete, kann man hier nachhören:

wdr5_Thomas_SchaafMenschenrechtlerin Rütter: Sigmar Gabriels Reise in die Golfstaaten (mp3;6:10min)

WDR_audio

 

 

Hier die Fragen von Thomas Schaaf, der seinen Widerwillen, das Interview überhaupt führen zu müssen, nur schwer unterdrücken kann. Saudi-Arabien will er den Hörern tatsächlich als „Verbündete“ gegen den IS verkaufen, weshalb man dieses Regime aus Sicht von Thomas Schaaf offenbar als Freunde ansehen muss.

Schaaf: „Frau Jüttner guten Morgen! Erwarten Sie von Gabriel klare Kante gegenüber seinen Gastgebern?“

Schaaf: „[gelangweilt] njaa….nun hatte Gabriel erst in dieser Woche in Berlin – da war unter anderem der saudische Ölminister al-Naimi zu Gast – an die Einhaltung der Menschenrechte erinnert – ohne aber den Fall Badawi direkt zu erwähnen – reicht also nicht??“

Schaaf: „Welche Erkenntnisse haben Sie über den Fall Badawi hinaus, zur Menschenrechtslage in Saudi-Arabien?“

Schaaf: „Ist das in den anderen Staaten der Region, den anderen Scheichtümern am Persischen Golf ähnlich?“

Schaaf: „Ist das für amnesty auch Anlass, die Außen- und Sicherheitspolitik Deutschlands und des Westens im Allgemeinen zu kritisieren im Blick auf den Umgang mit diesen Staaten?“

Schaaf: „Jaaa, aber auf der anderen Seite sind das nunmal Verbündete im Kampf gegen noch schlimmere Menschenverächter wie die Terroristen von IS!“

Schaaf: „Gabriel wird wieder von dutzenden Unternehmern und Wirtschaftsfachleuten begleitet. Gelten die Appelle von amnesty auch für die?“

Dieses Feigenblatt-Interview eines moralisch völlig verwahrlosten und rückgratlosen Staatsjournalisten bringt die ganze Doppelmoral und Verlogenheit im Umgang mit Saudi-Arabien und Russland auf den Punkt.

Dass ARD und ZDF Meinung und Kommentar konsequent vermischen und ihre anti-russische Hetze selbst die Nachrichtensendungen durchzieht, haben wir hier massenhaft dokumentiert. Daneben gibt es im WDR ein Format, das sich „Klartext“ nennt und den Eindruck erwecken soll, nur dort würden die sogenannten „Journalisten“ des Staatsfunks Meinung machen und der Rest des Programms sei Information. Natürlich wird auch dort die gleiche Staatspropaganda verbreitet wie im restlichen Programm und die „Meinungen“ dort sind so erbärmlich staatstragend, wie man das russischen Medien notorisch nachsagt.

Wer jetzt naiverweise erwartet, einer dieser armseligen Staatsjournalisten würde es wagen, in diesem Meinungsformat Tacheles über Saudi-Arabien zu reden, sieht sich getäuscht. Die Podcast-Sammlung des sogenannten „Klartext“ reicht nahezu ein Jahr zurück und enthält erwartungsgemäß massenhaft dumme Hetze gegen Russland und Maidan-Propaganda, aber nicht einen einzigen Beitrag über die Freunde in Saudi-Arabien.