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zdf_80ZDF „heute“ 5.3.2015

Arbeitnehmerorganisationen sind ein Problem, vor allem dann, wenn sie sich nicht einschüchtern oder kaufen lassen und es wagen, die Interessen ihrer Mitglieder mit Arbeitsverweigerung durchsetzen zu wollen. „Das geht ja gar nicht!“, ist regelmäßig die einhellige Meinung der Staats- und Konzernmedien in Deutschland.

Wer sich weigert, die Arbeit anzutreten, um auf diese Weise seine und die Interessen seiner Kollegen durchzusetzen, schmälert die Profite der Konzerne, das Bruttosozialprodukt, die Steuereinnahmen und hindert womöglich auch noch Dritte daran, dieser allerersten Staatsbürgerpflicht ihrerseits nachzukommen.

Umso freudiger die Stimmung bei den Staatssendern, wenn die Regierung nach Mitteln und Wegen sucht, den letzten verbliebenen, halbwegs einigen und starken Gewerkschaften den Hahn abzudrehen.

Ganz im Stil einer PR-Agentin im Auftrag der Regierung verkündete ZDF-„Nachrichten“-Vorleserin Gerster gestern in der 19.00 Uhr-heute-Sendung zunächst das gesellschaftliche „Problem“:

Gerster: „Ein Betrieb, ein Tarifvertrag – das war einmal. Heute können Beschäftigte im selben Betrieb die selbe Arbeit verrichten und dennoch unterschiedlichen Gewerkschaften angehören UND unterschiedlich verdienen! Das schafft Konflikte! Vor allem, wenn kleine Berufsgruppen Schlüsselpositionen innehaben, wie sich besonders bei der Bahn zeigt.“

ZDF_Gerster_Streikrecht

ZDF-Staatsmaulhure Gerster hat nicht mal mehr den Anschein von Unparteilichkeit nötig

Aber, wie gut, dass wir die Regierung haben (Hurra, Hurra, Hurra!), denn die nimmt dieses Problem jetzt in Angriff:

Gerster: „Abhelfen soll nun ein neues Gesetz zur Tarifeinheit – heute diskutiert im Bundestag. Frank Buchwald…“

Es folgt ein Bericht, der inhaltlich so wenig mit Information und so viel mit vorgefertigter Meinungsmache zu tun hat, wie die Einstimmung der erbärmlichen Gerster.

Problem: Gewerkschaften – Lösung: Regierung!

Die Art und Weise, wie hier ganz schamlos die Meinung der Einheitsregierung übernommen und dem Pöbel als Segnung verfüttert wird, ist entlarvend. Natürlich erwartet man von einem Staatsfunk wie dem ZDF keine Parteinahme für Gewerkschaften oder Arbeitnehmer – allenfalls, um die einen gegen die anderen auszuspielen oder aufzuhetzen. Aber wie schamlos hier Partei im Sinne der regierenden Einheitskoalition ergriffen wird – anstatt neutral zu informieren – das hat schon nordkoreanische nordamerikanische Züge.

Wer sich angesichts dieser Form der Propaganda nun fragt, wie denn ein neutraler Bericht auszusehen hätte, der muss sich eingestehen, dass er von der alltäglichen Propaganda so dermaßen durchdrungen und geschädigt ist, dass er objektiven und unparteilichen Journalismus nicht einmal mehr in eigene Worte fassen könnte, wenn er es denn wollte.