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Wer kann sich schon erinnern, in deutschen Medien zuletzt einen unvoreingenommenen, informativen und ausführlichen Bericht oder Interview über die Ukraine gelesen zu haben? Seit Monaten werden wir mit Propaganda zugemüllt, die den Intellekt politisch interessierter und halbwegs informierter Bürger geradezu beleidigt. Diese Frechheit, die Bürger für dumm verkaufen zu wollen, ist der wahre Grund für den Aufstand in den Kommentarbereichen, die mittlerweile von den transatlantischen Agitatoren weitgehend geschlossen oder zurechtgestutzt wurden.

Gerade weil dies so ist, fällt ein Artikel, der den journalistischen Standards entspricht, der frei ist von Meinungsmache und Agitation, besonders ins Auge. Es ist, als trete man nach Wochen der Finsternis ins warme Licht. Feste Nahrung nach Monaten billiger Plörre. Gehirnfutter statt Junk Food. Das Interview der Wiener Zeitung überzeugt mit unvoreingenommenem Interesse des Fragestellers und besonders durch tiefe Einblicke der Ukraine-Kennerin Ina Kirsch, die – anders als gewohnt – nicht Partei ergreift oder aus politischer Motivation böse Russen an die Wand malt, sondern das große Bild verständlich macht, das sich seit den ersten Verhandlungen über die Assoziierung der Ukraine mit der EU, in dem geschundenen Land entwickelt hat.

Weil das so ausserordentlich guter, informativer und offener Journalismus ist, weil er damit den propagandistischen Drecksjournalismus der deutschen Staats- und Konzernmedien so krass kontrastiert, ist der Artikel hier besonders empfohlen. Als ob man sich bei der Wiener Zeitung bewusst wäre, dass „offene“ Fragen nicht selbstverständlich sind, lautet der doppeldeutige Titel:

„Offene Fragen zu Ereignisse auf dem Maidan“

WZ_MaidanDank an imrali für den Hinweis!