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Normalerweise zitieren deutsche Medien immer gerne die angeblich so seriöse NYT – wenn es ihnen gerade in den Kram passt. Was die NYT über die saudische Ölpolitik schreibt, scheint ihnen nicht zu gefallen, denn bisher findet man darüber kein Sterbenswort in den wieder einmal gleichgeschaltet auftretenden deutschen Medien.

 NYT_SA_Oel_Putin

„Saudisches Öl als Hebel, um Russlands Unterstützung für Syriens Assad aufzubrechen“

 

Man könnte meinen, dass diese Information für die deutschen Bürger nicht uninteressant wäre. Problematisch für die transatlantischen Propagandisten ist sie deshalb, weil sie offenbart, an wessen Seite der Westen wieder einmal politisch steht: an der einer menschenverachtenden Saudi-Diktatur, mit der die deutsche Wirtschaft beste Geschäfte macht und an deren Seite der Westen einen weit minder problematischen Staat (Syrien) in einen Bürgerkrieg gestürzt hat, der Zigtausende getötet, Millionen vertrieben und weite Teile des Landes verwüstet oder in die Hände von fundamental-islamistischen Halsabschneidern gebracht hat.

WASHINGTON — Saudi Arabia has been trying to pressure President Vladimir V. Putin of Russia to abandon his support for President Bashar al-Assad of Syria, using its dominance of the global oil markets at a time when the Russian government is reeling from the effects of plummeting oil prices.

Saudi Arabia and Russia have had numerous discussions over the past several months that have yet to produce a significant breakthrough, according to American and Saudi officials. It is unclear how explicitly Saudi officials have linked oil to the issue of Syria during the talks, but Saudi officials say — and they have told the United States — that they think they have some leverage over Mr. Putin because of their ability to reduce the supply of oil and possibly drive up prices. (LINK)

Was bedeutet das?

Das heißt nichts anderes, als dass der Westen – und mit ihm die Bundesregierung – weiter kräftig daran arbeitet, ein fundamental-islamistisches „Staatengebilde“ in Syrien und Irak zu errichten. Das geopolitische Interesse speist sich aus dem Ziel der USA, den schiitischen und russischen Einfluss in der Region zu brechen. Eine verwüstete Region, die auf Jahrzehnte in eigene Konflikte verstrickt ist, wird verhindern, dass sich eine ernsthafte Bedrohung für das israelische Apartheitsregime entwickeln kann.

Die Vorgänge um Kobane zeigen mitnichten, dass die USA gegen den IS kämpfen. Sie beweisen lediglich, wie die USA den IS gezielt einhegen.

Das ist imperialistische und kolonialistische Machtpolitik auf dem Rücken von Millionen Menschen. Wenn Hunderttausende von ihnen auf der Flucht vor Tod und Terror nach Europa strömen, scheint das den USA geradezu recht zu sein. Deutsche Politiker und Medien, die sich seit 1945 nur als Wurmfortsätze der Besatzungsmacht USA entwickeln konnten, unterstützen hier – so wie in der Ukraine – eine Politik, die nicht nur menschenverachtend ist, sondern den ureigenen Interessen Europas diametral entgegenläuft.

Neben dem neuen eisernen Vorhang zu Russland wird damit obendrein im Südosten Europas ein fundamental-islamistisches Terrorcamp etabliert, dessen Auswirkungen wir noch massiv zu spüren bekommen werden.

Es wundert also nicht, dass es den Maulhuren in den transatlantischen Medien durchaus schwer fällt, den Bürgern diese Politik zu erklären oder schlimmer noch, als sinnvoll zu verkaufen.