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tplogoKommunikationswissenschaftlerin Cornelia Mothes über den Kampf um die Deutungshoheit und ihre Studie zur Objektivität in den Medien

Was hat es mit der Objektivität von Journalisten auf sich? Wie objektiv sind Journalisten im Gegensatz zu Nicht-Journalisten, wenn es um die Einordnung von zentralen politischen Themen geht? Die Kommunikationswissenschaftlerin Cornelia Mothes hat sich des Themas angenommen und ist in einer interessanten Studie den Fragen nachgegangen. Eines ihrer Ergebnisse lautet, dass auch Journalisten dann, wenn Objektivität gefragt ist, ihre individuellen Eigeninteressen nicht unterbinden können, „da die Auslegung der Objektivitätsnorm scheinbar selbst von persönlichen Interessen der Journalisten abhängig ist“.

Im Telepolis-Interview beschreibt Mothes, die zur Zeit an der Ohio State School of Communication forscht, wie sie für ihre Studie vorgegangen ist und welche weiteren Ergebnisse sie zu Tage gefördert hat. Mothes macht außerdem darauf aufmerksam, wie wichtig journalistische Selbstreflexion und Selbstkritik in einer Zeit ist, in der, so Mothes, „vermehrt Unsicherheit darüber besteht, was Journalisten eigentlich ausmacht und welche Qualitätsmerkmale sie auszeichnen“ Gerade dann sei es von Bedeutung, sichtbare Verbindlichkeiten zu schaffen.

…Positiv ist, dass Journalisten die Notwendigkeit zur Objektivität scheinbar stärker reflektieren als Nicht-Journalisten. Sie besitzen damit durch ihre berufliche Sozialisation offensichtlich einen wichtigen Mehrwert gegenüber Nicht-Journalisten. Besorgniserregend ist allerdings, dass Journalisten sich trotzdem überwiegend für eine verzerrte Informationsauswahl entschieden haben, sich also vermutlich auch bewusst dagegen entscheiden (können), objektiv zu sein…

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