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wdr5Es gehört zum eingespielten Repertoire der gleichgeschalteten Desinformation und Propaganda gegen Russland, wenn in deutschen Medien mit politischem Vorsatz vollkommen verzerrt über das russische Justizsystem berichtet wird. Mit allen Mitteln wird versucht, Russland als Polizei- und Unrechtsstaat darzustellen. Schwerkriminelle Oligarchen werden vorzugsweise als Justizopfer und Dissidenten präsentiert. Asoziales Verhalten, öffentliche Obszönitäten oder Vandalismus – Taten, die auch hierzulande strafbar wären – werden in der deutschen Propaganda als politischer Aktivismus verkauft. Wenn die russische Polizei nicht angemeldete oder nicht genehmigte Demonstrationen auflöst, wird zwischen den Zeilen lauthals Polizeistaat gebrüllt und die tatsächlichen Hintergründe werden vorsätzlich verschwiegen.

Nawalny_pistolNeben Oligarch Chodorkowsky und den Perversen von „Pussy Riot“ ist Alexei Nawalny wohl der im Westen beliebteste „Putingegner“. So wie Chodorkowskys krimineller Aufstieg zum Multimilliardär regelmäßig verharmlost wird, so wie die Obszönitäten und Perversionen von Pussy Riot totgeschwiegen oder mit Preisen bedacht werden, so werden auch Nawalnys rechtsextreme Ansichten mit dem Mantel des Schweigens bedeckt, um den als Dissidenten verbrämten in der deutschen Öffentlichkeit nicht als den erscheinen zu lassen, der er tatsächlich ist.

Desinformation und Propaganda flutet seit heute morgen wieder im Zusammenhang mit dem aktuellen Nawalny-Urteil in deutsche Wohnstuben. Der gute Mensch und Kämpfer gegen Korruption als Opfer der Unrechtsjustiz – so die Propagandamär, die auch im WDR halbstündlich vom einschlägig bekannten Hermann Krause verbreitet wurde.

wdr5_30.12.2014_NawalyBild anklicken, um Mitschnitt zu starten (1min)

Nachrichtensprecherin: „In Russland ist der führende Kremlkritiker Alexei Nawalny in einem Betrugsprozess schuldig gesprochen worden. Ein Gericht in Moskau verurteilte ihn zu dreieinhalb Jahren Haft. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Sein Bruder Oleg Nawalny muss dagegen für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Die Brüder hatten die Vorwürfe als politisch motiviert zurückgewiesen. Aus Moskau berichtet Hermann Krause.“

HermannKrauseHermann Krause: „Vorgeworfen wird ihnen, den französischen Kosmetikkonzern Yves Rocher geschädigt zu haben. Die Brüder hatten kurzfristig ein Logistikunternehmen in Moskau betrieben. Ein Sprecher des Kosmetikkonzern erklärte allerdings, es sei keinerlei Schaden in dieser Zeit entstanden. Der Prozess gilt deshalb als politisch motiviert. Navalny gehört zu den noch wenigen Köpfen der russischen Opposition. Für den Abend sind Demonstrationen in der russischen Hauptstadt von seinen Anhängern geplant. So wollen sich mehrere Tausend auf dem Manege-Platz direkt vor dem Kreml versammeln ‚um das Urteil zu diskutieren‘, wie es heißt. Die Behörden in Moskau erklärten, für eine Veranstaltung dieser Art werde keine Genehmigung erteilt.“

Krause erweckt hier ganz gezielt den völlig falschen Eindruck, es handele sich um von der Staatsanwaltschaft konstruierte Vorwürfe, die nicht einmal der Konzern selbst erheben würde.

Richtig ist dagegen: Es war ein führender Manager von Yves Rocher, Bruno Leprou, der Nawalny im Dezember 2012 angezeigt und die Sache ins Rollen gebracht hatte. Nachdem die Anzeige öffentlich wurde, haben Anhänger Nawalnys eine öffentliche Diffamierungs- und Boykottkampagne gegen Yves Rocher gestartet. Dieser wirtschaftliche Druck – und vermutlich auch politischer Druck aus Kreisen der EU – zwang den Generaldirektor von Yves Rocher East, Bruno Leprou, zum Rückzug und der Konzern erklärt später, es sei kein Schaden entstanden. Es drängt sich nachdrücklich der Verdacht auf, dass der Westen seinen letzten „Dissidenten“ in Moskau, nicht durch so eine „Lappalie“ wie Betrug (oder durch die gezielt verschwiegene rassistische Hetze gegen Minderheiten) verlieren möchte.

Die genauen Hintergründe der Betrugsanklage können hier nachgelesen werden (englisch).

Da die Nawalny-Anhänger bereits angekündigt haben, heute in Moskau eine wilde Demonstration abhalten zu wollen, können wir uns schon auf die entsprechenden Propaganda-Bilder in ARD und ZDF einstellen: Böse russische Polizisten, die „unschuldige, demokratische Dissidenten“ verhaften.