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zdfEs ist wieder einmal ein Paradebeispiel für die systematische Propaganda im deutschen Staatsfunk: Anlässlich des vermeintlichen Abrückens der USA von ihren jahrzehntelangen Sanktionen gegen Kuba, präsentiert das ZDF in den Hauptnachrichten seine ideologisch verkürzte Geschichtsklitterung, nach der es natürlich die Sowjets waren, die Schuld an der Kubakrise hatten. Da diese Geschichtsverzerrung so elementar in der deutschen anti-russischen Dämonisierungspropaganda verankert, wie aktuell bedeutsam ist, soll der Vorgang hier dokumentiert werden. Die Geschichtsklitterung beginnt schon mit dem gezielten Verschweigen der Tatsache, dass es die USA waren, die die diplomatischen Beziehungen zu Kuba 1961 abgebrochen hatten. Die historisch bedeutsamere Lüge schließt sich unmittelbar an: die ganz bewußt verkürzte Darstellung, Chruschtschow hätte scheinbar grundlos atomwaffenfähige Mittelstreckenraketen auf Kuba stationieren wollen und Kennedy hätte lediglich „gegengehalten“.

17.12.2014 heute-Nachrichten 19.00 Uhr

Cubakrise_ZDF_17.12.14Christian Sievers: „Nach einem halben Jahrhundert Funkstille und Eiszeit zwischen Kuba und den USA die überraschende Nachricht: beide Länder wollen wieder diplomatische Beziehungen miteinander aufnehmen. 1961 Höhepunkt der Kubakrise. Die Welt am Rand eines Atomkriegs. Sowjetmachthaber Chruschtschow stationiert auf Kuba Mittelstreckenraketen. US-Präsident Kennedy hält dagegen – mit einer Seeblockade.

Die Intention dieser gezielten ideologischen Geschichtsfälschung liegt auf der Hand: Es ist der böse Russe, der die Welt in Gefahr bringt und nicht der aggressive US-Militarismus. Wer sich nicht ausschließlich in der transatlantischen Propaganda von ARD und ZDF – oder anderer gleichgeschalteter deutscher Medien – informiert, weiß, dass die Stationierung der Waffen eine Invasion der USA in Kuba verhindern sollte und auch als Antwort auf die Stationierung von Atomwaffen der USA in Italien und der Türkei gesehen werden muss. Deren Abzug war Bestandteil der späteren Krisenentschärfung. Auf Druck der USA hin, war dieser Bestandteil geheim gehalten worden. Diese von den USA erzwungene Geheimhaltung wirkt ganz offensichtlich bis heute in die Progandazentralen von ARD und ZDF hinein.

Die Propagandamasche, Russland zu dämonisieren und den aggressiven US-Militarismus zu verschweigen oder zu verharmlosen, ist aktueller denn je. Die Parallelen zur Ukraine-Krise dürfte selbst ARD und ZDF-Opfern einleuchten. Dass es der „Sowjetmachthaber“ Chruschtschow war, der die Krim wenige Jahre zuvor der Ukraine zugeschlagen hatte, ist ein weiterer Witz der Geschichte. Diesen Akt würde eine Maulhure wie Sievers niemals infrage stellen.