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Friedenswinter

ZEIT: „Was für eine Mischung: Altkommunisten, Neu-Rechte, linke Abgeordnete und Gewerkschafter…“

TAZ: „Zusammenarbeit mit dubiosen Gestalten…neurechte Verschwörungstheoretiker…“

SÜDDEUTSCHE: „…Verschwörungstheoretiker unterschiedlichster, auch krudester Ausprägung…“

TAGESSPIEGEL: Demo der Verschwörungstheoretiker….obskure Bewegung von Rechten, Linken und Spinnern wird immer größer….“

BERLINER ZEITUNG: „Links- und Rechtsradikale in obskurem Bündnis geeint…an der Seite von Antisemiten und delirierenden Verschwörungstheoretikern“

FRANKFURTER RUNDSCHAU: Friedenswinter und PEGIDA? Ist doch das Gleiche! „Pegida, Hogesa, NPD, AfD, Verschwörungstheoretiker – und mittendrin die Friedensbewegung: In Deutschland bilden sich derzeit erstaunliche Bündnisse. Links und rechts tun sich zusammen.“

Das sind nur einige Auszüge einer neuen Hetzkampagne gegen friedensbewegte Bürger, die gestern unter anderem vor dem Sitz des Bundespräsidenten gegen Kriegstreiberei und für den Frieden demonstrierten. Wohlwollende Kommentare finden sich in der gleichgeschalteten Presse – die notorisch darüber klagt, als gleichgeschaltet dargestellt zu werden – nicht. Das Positivste, was man aus deutschen Redaktionen lesen kann, findet sich beim RBB. Das ist zwar auch nicht wirklich wohlwollend gegenüber Menschen, die sich für den Frieden stark machen, aber immerhin weitestgehend objektiv und frei von Diffamierung.

Zum ansonsten notorisch wiedergekäuten und diffamierenden Vorwurf der Rechtslastigkeit, sei hier kurz auf die Homepage der Organisatoren verwiesen:


 Statement des Aktionsbüros zur Abgrenzung nach Rechts

… Antisemitische, neurechte, reichsbürgerliche, rassistische, nationalistische und faschistische Positionen lehnen wir ab. Diese und die sie vertretenden Menschen sind auf den Aktivitäten des Friedenswinters 2014/ 2015 nicht erwünscht und werden des Platzes verwiesen. Wir möchten auf den bundesweiten Aufruf des Friedenswinters 2014/2015 verweisen: „Den Menschenrechten, dem Völkerrecht und der internationalen Solidarität gilt unser aktives Handeln. Rassismus und Faschismus lehnen wir entschieden ab.“

Aktionsbüro des Friedenswinters 2014/ 2015: Reiner Braun, Pascal Luig, Lucas Wirl

Berlin, den 08.12.2014


Dass sich andere Protagonisten von Jebsen bis Mährholz längst, mehrfach und nachdrücklich von rechter Ideologie distanziert haben, weiß jeder, der sich nicht in den gleichgeschalteten Hetzmedien informiert, sondern bei den Menschen selbst (zB auf ihren Webseiten) oder sich ihre Reden auf youtube anhört.

Die Lügen und Diffamierungen, die mittlerweile selbst bekanntermaßen honorige Menschen wie Albrecht Müller oder Eugen Drewermann treffen, haben also Methode. Sie sind weder schlampiger Journalismus, noch übertriebene Akribie in der Beleuchtung eines gesellschaftlichen Themas. Es geht in Wahrheit um vorsätzliche und nachhaltige Denunzierung, um einen weiteren Zulauf zu den Demonstrationen zu verhindern, die Veranstalter zu entmutigen und sie ins gesellschaftliche Abseits zu schieben.

Dabei ist momentan ein interessantes Phänomen zu beobachten: Während die PEGIDA-Bewegung nicht nur größere Aufmerksamkeit bekommt – die nicht nur in der zahlenmäßig größeren Präsenz der unzweifelhaft rechts zu verortenden, islamophoben Demonstranten begründet ist – wird PEGIDA auch zunehmend Verständnis entgegen gebracht. Während also mehrheitlich linke, NATO- und kapitalismuskritische Demonstranten in die rechte Schmuddelecke gedrängt werden, um sie zu diffamieren, werden die echten Rechten durch die Hintertür langsam salonfähig gemacht.

Während bei Montagsmahnwachen oder Friedenswinter Rechtsextremisten allenfalls ungebeten und unerwünscht mitmarschieren oder im Publikum auftauchen, um dann von Schmierblättern wie der TAZ ins Zentrum der Berichterstattung gerückt zu werden, sind es solche Rechtsextremisten, die PEGIDA und ähnliche Demos tatsächlich überhaupt erst veranstalten.

Für diese augenfällige Doppelmoral und Verlogenheit gibt es eine so einfache, wie überzeugende Erklärung. Man muss nur die Intentionen und politische Zielrichtung der großen Konzernmedien betrachten. Friedenswinter und Montagsmahnwachen richten sich dezidiert gegen westliche Kriegstreiberei, gegen die NATO als aggressives Militärbündnis und gegen einen Raubtierkapitalismus, der eine treibende Kraft für die Kriege in der Welt darstellt.

NATO, Kapitalismus und unbedingtes Vasallentum zu den USA sind aber die unangreifbaren Götzen der politischen Eliten und ihrer bezahlten Wortführer in den Mainstreammedien. Aus diesem Grund werden friedensbewegte Bürger in schäbiger und niederträchtiger Art und Weise diffamiert. Aus diesem Grund werden auch Friedensappelle ehemaliger deutscher Spitzenpolitiker entweder totgeschwiegen oder attackiert.

Die PEGIDA hingegen kommt zwar vollkommen zweifelsfrei aus einer rechten bis rechtsextremen chauvinistischen Ecke, vertritt aber prinzipiell Positionen, die auf jedem CDU oder CSU-Parteitag nicht nur hinter vorgehaltener Hand, sondern auch ganz offen und teilweise in den Reden von Spitzenpolitikern vertreten werden. Stimmungsmache gegen den Islam oder Flüchtlinge ist – anders als die Ziele der Friedensmahner – vollkommen konform mit der Weltanschauung der Eliten in den Medienkonzernen.

Dass diese Stimmungsmache und Hetze auch nicht vor Menschen wie Eugen Drewermann Halt macht und dass diese Hetzer nicht vor schamloser Lüge zurückschrecken, zeigt der oben bereits verlinkte Artikel von Lenz Jacobsen in der ZEIT:

Am Ende dann, als es schon fast dämmert, taucht Eugen Drewermann alles noch einmal in raunenden Pathos. Er ruft: „Wenn Sie wieder kommen und sagen, du sollst Kinder gebären, Jungen für die Schützengräben und Mädchen für die Spitäler, dann, deutsche Mütter, russische Mütter, dann sagt Nein!“ Da jubeln die Kriegsgegner.

Die ukrainischen Mütter hat Drewermann nicht angesprochen. Aber das ist sicher nur ein Versehen gewesen.

Wer sich nicht in lügenden, kriegstreiberischen Hetzmedien wie der ZEIT informiert, sondern selbst vor Ort war oder sich den Mitschnitt des als „Neurechten“ diffamierten Ken Jebsen auf youtube anschaut, der weiß, was Drewermann wirklich gesagt hat:

Friedenswinter_drewermann

„Mutter in Deutschland, Mutter in der Ukraine! Wenn sie wieder kommen und dir sagen, du sollst Kinder gebähren, Jungen für die Schützengräben, Mädchen für die Spitäler – Mutter in Deutschland, Mutter in der Ukraine: Sag Nein!“