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ardGestern haben wir hier gezeigt, wie die ZDF-heute-Nachrichten es schafften, über CIA-Folter zu berichten, ohne das Wort Folter auch nur ein einziges Mal zu erwähnen.

Getrieben von der gleichen Intention sendeten die ARD tagesthemen gestern einen Bericht zum Thema, der zwei weitere propagandistische Strategien verfolgte.

Erstens: die Relativierung der CIA-Folter, indem der Bericht anstatt eines CIA-Opfers, ein Opfer angeblicher russischer Folter ausgiebig vorführte. Motto: die Russen machen es doch auch. Beweise für eine staatlich angeordnete Folter – wie in den USA – bleibt der Bericht schuldig.

Zweitens: die Verharmlosung der CIA-Folter, indem man alte Archivaufnahmen von Murat Kurnaz auf verhältnismäßig harmlose Vorwürfe zusammenschnitt. Seine Folterer hätten ihm eine Decke nur gegeben, um sie ihm dann wieder wegzunehmen. Kein Wort davon, dass Kurnaz tagelang an Ketten aufgehängt, mit Elektroschocks, Kälte und Hitze gefoltert wurde. Kein Wort davon, dass Kurnaz auch deutschen KSK-Soldaten Misshandlungen vorwarf. „Das Schlimmste war der Schlafentzug.“ ist ein vom Autor des Beitrags gezielt zur Verharmlosung ausgewähltes Zitat. Schlaf- und Kuscheldeckenentzug – so die Botschaft dieses „journalistischen“ Machwerks – sind die übelsten Foltermethoden der CIA-Schergen.

Sprecher: „Auch er wurde gefoltert: Murat Kurnaz. Fünf Jahre eingepfercht in Guantanamo. „Das Schlimmste war der Schlafentzug“, sagt er „und das System aus Belohnen, Strafen, Belohnen, Strafen.“ Auch mit Kleinigkeiten. So bekam er eine Decke nur damit man sie ihm wieder wegnehmen konnte.

ard_tagesthemen_ciafolterrelativierungKurnaz: „Ich hab 5 Jahre lang vielleicht insgesamt vielleicht 1-2 Monate ne Decke gehabt, wenn man das als Tage jetzt zählen würde, vielleicht 60 Tage oder so allgemein. In all der restlichen Zeit habe ich nie ne Decke gehabt.“

 

Verantwortlich für dieses Machwerk ist Jürgen Kreller, der – wenn es nur nach seinem schäbigen Berufsethos ginge – wohl auch nicht davor zurückschrecken würde, zur Relativierung des Holocaust am 9.November in den tagesthemen Archivaufnahmen eines Opfers des türkischen Genozids an den Armeniern zu präsentieren. Dass er von der ARD schon mit genau diesem Auftrag, die CIA-Folter zu verharmlosen und mit allen Mitteln auf Russland zu zeigen, losgeschickt wurde, dürfte allerdings auch klar sein.