Schlagwörter

, , , , , , ,

ardzdfSeit 2007 wird in der Ukraine in öffentlichen Demonstrationen der Gründung der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) am 14. Oktober 1942 gedacht. Diese wird von Polen für Massaker an bis zu 100.000 polnischen Bürgern und von Historikern auch für gezielte Massaker an Juden verantwortlich gemacht.

Für nationalistische und rechtsextremistische Kreise in der Ukraine stellt die UPA bis heute eine Befreiungsorganisation dar, der es regelmäßig zu gedenken gilt. Dass dies der transatlantischen Desinformation und Propaganda nicht ins Konzept passt, liegt auf der Hand – schließlich will man die Ukraine als Hort der europäischen Demokraten verkaufen. Deshalb werden rechtsextremistische Aufmärsche regelmäßig genauso verschwiegen, wie die führende Beteiligung dieser Gruppen am Putsch und der installierten Junta in Kiew, sowie an den faschistischen Bataillonen, die auf eigene Faust und finanziell unterstützt von Oligarchen, in der Ostukraine Krieg führen.

Gestern jährte sich der Gründungstag der UPA und ihre Anhänger gingen zu Tausenden mit Fackeln und Flaggen auf die Straßen. In Kiew wütete ein rechter Mob mit Messern, Böllern, Reizgas, Stahlketten, Steinen und Luftgewehren gegen einen Kordon der Polizei, der das Parlament abschirmte. Die Wut der Rechten richtete sich vermutlich gegen die Ablehnung eines Gesetzentwurfs durch die Rada, der die UPA zu Nationalhelden erklären sollte.

UPA_kiew


Ruptly dokumentierte den Fackel- und Fahnenzug der nationalistischen Massen in Kiew


UPA_Charkiw


Ähnliche Bilder kommen aus Charkiw



UPA_Kiew1


Die brutale Gewalt, die sich vor dem Parlament gegen weitestgehend passive Polizisten entlud, zeigt ein weiteres Youtube-Video


tagesschau_14.10_kiewVon alledem berichten die Hauptnachrichtensendungen von ARD und ZDF mit keinem Wort. Die Tagesschau (ab 11:20min) berichtet zwar ausführlich aus Kiew und zeigt einige entspannt bei blauem Himmel vor dem Parlament herumlungernde Polizisten, die Demonstrationen für die UPA, die Gewaltausbrüche und deren Hintergrund schweigt sie aber komplett tot.

Stattdessen wird groß und breit über eine kleine Demo für ein an diesem Tag verabschiedetes Anti-Korruptionsgesetz und über den vom CSU-Minister Müller in die Ukraine entsandten Hilfskonvoi berichtet. Das Ziel der Desinformation ist klar: Die Ukraine ist auf einem tollen Weg zu Rechtsstaatlichkeit und Demokratie und Deutschland unterstützt dabei mit Hilfsgütern.

tagesschau_14.10_charkiwBirgit Virnich präsentiert aber nicht nur gezielte Desinformation. Sie zeigt auch ihre komplette Inkompetenz, als sie behauptet, der Hilfskonvoi sei in der östlichsten Stadt der Ukraine in Charkiw angekommen. Da man kaum annehmen kann, dass die transatlantische Propagandaanstalt ARD die Regionen Donezk und Lugansk schon zum neuen Staat Novorossiya zählt, ist klar, dass Virnich hier dummes Zeug verbreitet.

Vielleicht war es auch eine weitere vorsätzliche Lüge, denn wie wir bereits gezeigt haben, versuchen ARD und ZDF gezielt den Eindruck zu erwecken, die Hilfe käme tatsächlich auch den am meisten vom Krieg der Junta betroffenen Menschen zugute. Das ist aber nicht der Fall. Die Hilfsmittel dienen ausschließlich der Stabilisierung der Regionen um das Kriegsgebiet, in denen die Junta noch die Kontrolle hat.

heute_14.10._hilfskonvoiDas ZDF berichtet überhaupt nicht über die Vorgänge in Kiew, sondern ausschließlich über den Hilfskonvoi. Offenbar auch, um weiterhin die Tatsache zu verschleiern, dass die Hilfe nicht an die Menschen in den bombardierten Städten Donezk und Lugansk geht, wird in der 19.00Uhr heute- Sendung (ab 13.min) eine absurde Karte eingeblendet, in der die Namen der Zielstädte Slawjansk, Mariupol, Saporischija und Dnepropetrowsk gar nicht erst dargestellt sind. Lediglich Charkiw ist namentlich genannt. Den Rest darf der für dumm verkaufte Zuschauer raten.

Dank an Jana für den Hinweis an den Propaganda-Melder!